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2. Fußball-Bundesliga

Es hat wieder nicht viel gefehlt, aber . . .

SV Sandhausen muss nach einer abwechslungsreichen Partie gegen Hannover 96 eine 2:3-Niederlage einstecken

Von 
Johannes Blem
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Im Vorwärtsgang: Sandhausens Abu-Bekir Ömer El-Zein (helles Trikot), kommt gegen die Hannoveraner Julian Börner (2. v. r.) und Luka Krajnc (r.), zum Schuss, kann sich aber nicht in die Torschützenliste eintragen. © Oliver Zimmermann/Pix

Graue Wolken und Regengüsse beherrschten den Himmel über dem Hardtwaldstadion vorm Anpfiff der Partie des SV Sandhausen gegen Hannover 96. Zum tristen Wetter passten die zahlreichen freien Sitzplätze im mit 4137 Zuschauern spärlich gefüllten Rechteck. Wer nun ein tristes Spiel erwartet hatte, wurde zwar enttäuscht. Nach der 2:3-Niederlage dominiert bei den Kurpfälzern dennoch der Trübsinn.

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„Das ist ein bitterer Abend für uns. Der Aufwand war groß, der Ertrag klein“, resümierte Trainer Alois Schwartz nach dem sechsten sieglosen Spiel in Folge enttäuscht. In unterhaltsamen 90 Minuten hatte sein Team eine ansehnliche Leistung geboten und gut mitgespielt. Unkonzentriertheiten in der Defensive und fehlendes Schiedsrichter-Glück sorgten aber wieder einmal für leere Sandhäuser Hände.

SVS stürmt, Hannover trifft

Dabei hatte der SVS stürmisch losgelegt. Chima Okoroji trat in den ersten drei Minuten drei ruhende Bälle – und dreimal wurde es gefährlich: Christian Kinsombi (2.) und Alexandr Zhirov (2./3.) verpassten die frühe Führung knapp. Effizienter präsentierten sich die Sechsundneunziger. Sei Muroya bediente im Strafraum Cedric Teuchert, der mühelos an Merveille Papela vorbeidribbeln durfte und mit links ins lange Eck vollstreckte (14.).

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Die Schwarz-Weißen blieben bemüht, Kinsombis (27.) und Matej Pulkrabs (41.) Abschlüsse versprühten indes allenfalls moderate Gefahr. Auch bei den Gästen fehlte häufig der letzte Pass, die letzte Genauigkeit. Teuchert traf nur den Außenpfosten (44.).

Nach Wiederbeginn flog 96-Keeper Ron-Robert Zieler gegen Okoroji zweimal zur Rettung (47./48.), ehe Schiedsrichter Wolfgang Haslberger in den Fokus rücken sollte. Als Kinsombi in Tornähe beim Schuss von Phil Neumann zu Fall gebracht wurde, entschied der Referee zunächst auf Abstoß, lauschte anschließend jedoch über Funk minutenlang Videoassistent Johann Pfeifer. Nachdem er selbst noch zum Bildschirm gelaufen war, zeigte Haslberger auf den Punkt und Neumann Gelb.

„Ich kriege einen klaren Kontakt am Fuß, es war auf jeden Fall ein klarer Elfmeter. Ich habe mich gewundert, warum der Entscheidungsprozess so lange gedauert hat“, sagte Christian Kinsombi. Sein älterer Bruder David trat an und verwandelte cool (56.).

Wenige Augenblicke später deutete Haslbergers Zeigefinger erneut gen Hannoveraner Elfmeterpunkt. Wieder hatte Neumann Christian Kinsombi zu Fall gebracht, sah die gelb-rote Karte. Nach erneuter, quälend langer Kommunikation mit dem VAR nahm Haslberger den Strafstoß und Neumanns Platzverweis aber zurück (59.). Ein eindeutiges Foulspiel hatte zwar nicht vorgelegen. Eine klare Fehlentscheidung, die den Eingriff Pfeifers gerechtfertigt hätte, war Haslbergers zweiter Elfmeterpfiff aber wohl auch nicht.

Zehn Minuten Nachspielzeit

Nach der Aufregung bot das Spiel keine Verschnaufpause. Havard Nielsen stieg nach einer Muroya-Ecke am höchsten und köpfte die Niedersachsen wieder in Front (65.). Sechs Zeigerumdrehungen später wechselte Muroya in die Vollstreckerrolle und erzielte per Volley das 3:1 (71.). Wer dachte, der SVS sei geschlagen, lag falsch. Kinsombi der Ältere fand den Kopf von Bashkim Ajdini, der aus kurzer Distanz einnickte – 2:3 (73.). Teuchert hätte fast die schnelle Antwort (74) besorgt.

In einer hektischen Schlussphase inklusive zehn Minuten Nachspielzeit verpassten Abu-Bekir El-Zein (87.), David Kinsombi (88.) und Papela (90.+3) den Ausgleich. Nach Abpfiff boten sich ringsum triste Sandhäuser Gesichter. Es nieselte am Hardtwald. Schwartz hielt sein Haupt erhoben: „Es hat wieder nicht viel gefehlt. Wir haben uns aus Situationen wie dieser bisher immer rausgearbeitet und werden es wieder tun.“

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