Serie (Teil 2) - Einstiges Turntalent aus Hockenheim hat seinen Weg nach der Karriere gefunden Florine Harders Lust auf neue Abenteuer

Von 
Maximilian Wendl
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Um Florine Harder ist es ruhig geworden. Das einstige Turntalent aus Hockenheim ist in den Medien nicht mehr präsent. Das hat einen Grund, wie sie im Interview mit unserer Zeitung erklärt. Außerdem erzählt sie, was sie in ihrer Zeit als Sportlerin gelernt hat und welche Rolle Druck in ihrer Entwicklungsphase spielte.

Sie ist mit sich und ihrer sportlichen Karriere im Reinen: Florine Harder ist jetzt als Turntrainerin aktiv. © Wendl
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Florine Harder, Sie galten im Jugendbereich als sehr große Hoffnung im Kunstturnen. Dann wurden Sie von einigen Verletzungen zurückgeworfen, deswegen erst einmal die Frage: Wie geht es Ihnen mittlerweile und welche Verletzungen hatten Sie sich damals zugezogen?

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Florine Harder: Ich hatte gegen Ende meiner Karriere leider mit Problemen an der Lendenwirbelsäule zu kämpfen. Daher habe ich mich dann dazu entschieden, mein Trainingspensum runterzufahren und mehr Wert auf die Reha und meine Gesundheit zu legen. Das hat mir sehr viel gebracht. Inzwischen bin ich im Alltag wieder schmerzfrei.

Wie schwer fiel Ihnen der Schritt, die Karriere zu beenden?

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Harder: Es war eine immens schwere Entscheidung, da das Turnen der größte Bestandteil meines Lebens war und ich immer Freude daran hatte. Aber schweren Herzens habe ich mich im Frühjahr 2019 dazu entschieden, mit dem Leistungssport aufzuhören. Ich habe zu dieser Zeit den Fokus auf die Gesundheit und meinen Schulabschluss gelegt.

Sie werden am Donnerstag 20 Jahre alt. Somit sind Sie noch sehr jung. Können Sie sich ein Comeback vorstellen?

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Harder: Nein. Meine Zeit als aktive Athletin war toll und ich konnte unglaublich viel aus diesem Lebensabschnitt mitnehmen, allerdings bin ich nun auch bereit für neue Aufgaben und Ziele, die mir noch bevorstehen.

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Mittlerweile sind Sie bei der TG Mannheim als Trainerin im Nachwuchsbereich tätig. Inwiefern unterscheidet sich diese Aufgabe von Ihrer Zeit als Sportlerin?

Harder: Ich habe im vergangenen Jahr meine Ausbildung zur B-Trainerin gemacht. Es hat mich sehr interessiert, auch mal die andere Seite des Turnens kennenzulernen und den Nachwuchs bei der TG zu unterstützen. Inzwischen ist es meine Aufgabe, die Kleinsten in der sogenannten Purzelgruppe (Anm. d. Red.: Vier- bis Sechsjährige) mit Spaß an das Turnen heranzuführen. Außerdem darf ich noch die aktuelle Altersklasse 8 im Training unterstützen und den Kindern helfen, sich täglich zu verbessern. Es freut mich zu sehen, wie sich die Talente täglich entwickeln und dass ich davon ein kleiner Teil sein darf. Ich bin als Trainerin ehrgeizig und versuche, das Beste aus den Turnerinnen herauszuholen.

Was haben Sie seither über sich gelernt?

Harder: Als Trainerin, aber auch als Mensch bin ich geduldiger geworden. Das war als Athletin nie meine Stärke, da ich oft zu streng mit mir selbst war.

Sie waren bereits als Kind in den Medien präsent. Welche Rolle spielte damals Druck?

Harder: Ich habe tatsächlich alle Zeitungsartikel und Urkunden von meinem ersten bis zum letzten Wettkampf aufgehoben. Einen großen Druck habe ich dabei aber nie empfunden. Turnen war von Anfang an mein Hobby, bei dem ich unglaublich viel Spaß hatte und daher hätte ich es mir nie ohne meinen Sport vorstellen können. Natürlich war ich an Wettkämpfen aufgeregt, aber das ist im Leistungssport ja ganz normal.

Sie haben 2019 Ihr Abitur absolviert, wie geht es außerhalb der Sporthalle für Sie weiter?

Harder: Ich werde zum Sommersemester in Heidelberg mein Bachelorstudium in Richtung Medien- und Kommunikationsmanagement beginnen. Das ist ein neuer Abschnitt in meinem Leben, auf den ich mich schon sehr freue. Unter der Woche werde ich mich voll und ganz meinem Studentenleben widmen, so dass ich mich im Medienbereich optimal entwickeln und meine Stärken herausfinden kann. Am Wochenende werde ich weiterhin in der Turnhalle als Trainerin sein.

Info: Einige Bilder aus der Karriere von Florine Harder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.