2. Fußball-Bundesliga - SV Sandhausen verlässt direkten Abstiegsplatz / Philipp Klingmann braucht keine Eingewöhnungszeit Fürs Nicht-Schönspielen gibt es Punkte

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Maximilian Wendl
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Sandhausens Torschütze Daniel Keita-Ruel (M.), jubelt mit seinen Mannschaftskollegen über das Tor zum 2:0. © dpa

Für einen Augenblick vergaßen Michael Schiele, Mikayil Kabaca und Daniel Ischdonat alles um sich herum – auch den Sicherheitsabstand. Der Chefcoach, sein Sportlicher Leiter und der Torwarttrainer lagen sich unmittelbar nach dem Abpfiff in den Armen. Gleichzeitig atmeten sie tief durch, denn das 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg ließ den SV Sandhausen im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga wieder vorbei an Eintracht Braunschweig und auf den Relegationsplatz klettern (wir berichteten).

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Schiele ging im Vorfeld der Partie ein großes Risiko ein und veränderte seine Startelf auf insgesamt sechs Positionen. In den sozialen Netzwerken polterten die Fans und fragten sich, wie sich eine Mannschaft so einspielen solle. Am Ende strafte der 42-Jährige die Kritiker Lügen, denn der Defensivverbund hielt dem immer größer werdenden Druck der Nürnberger stand. „Das war das dritte Spiel in einer Woche“, begründete Schiele seine Entscheidung. „Es ist doch schön, wenn man auch mal andere Jungs auf den Platz schicken kann. Natürlich war der eine oder andere Spieler nicht zufrieden, dass er von der Bank kam. Aber es ist noch eine lange Saison und wir brauchen jeden Mann.“

Zu den Profis, die gegen Nürnberg unbedingt gebraucht wurden, gehörte Philipp Klingmann. Der Rechtsverteidiger profitierte von einer Gelbsperre von Dennis Diekmeier. Ist der Kapitän fit, spielt er. Nun schlug aber mal wieder Klingmanns Stunde. Es waren seine ersten Einsatzminuten in der Saison 2020/21. Im Vorjahr stand er ebenfalls nur 147 Minuten auf dem Feld. Gegen Nürnberg zeigte der Routinier, dass er keine Zeit benötigt, um sich wieder zu akklimatisieren. Er lieferte in der Defensive einen soliden Job ab und klinkte sich auch immer wieder in Offensivaktionen mit ein.

Umso verwunderlicher ist es, dass er sich mit seiner Rolle als Reservist begnüngt. Nach der Partie, die durch die Treffer von Nils Röseler (43.) und Daniel Keita-Ruel (90. +1) entschieden wurde, war auch er erleichtert: „Wir wollten kompakt stehen, das ist uns in der ersten Halbzeit sehr gut gelungen. Im zweiten Durchgang haben wir mit unserer Führung im Rücken etwas zu defensiv gespielt. Wir hätten hinten etwas besser rausschieben müssen. Den Konter zum 2:0 haben wir dann allerdings super herausgespielt und wer die Tore schießt, gewinnt das Spiel.“

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Bis dahin mussten die SVS-Anhänger aber noch einmal gewaltig zittern. Nach 75 Minuten setzte Manuel Schäffler eine Hereingabe an die Latte. Das eine oder andere Mal musste Schlussmann Stefanos Kapino eingreifen und auch Nikola Dovedan und Mats Möller Daehli waren nahe dran, den Ausgleich zu erzielen.

Tim Kister, der für den am Oberschenkel verletzten Gerrit Nauber eingewechselt wurde, stellte fest: „Wir hatten gegen Ende der Partie das eine oder andere Mal Glück, haben es in diesen Situationen geschafft, noch ein Bein dazwischen zu bekommen. Das nötige Glück war mal auf unserer Seite.“

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Der fünfte Saisonsieg darf über die spielerischen Mängel nicht hinwegtäuschen und war auch nur ein Etappensieg. Kabaca weiß: „Fürs Schönspielen gibt es keine Punkte. Es ist auch nur ein Sieg, wir müssen nun weitermachen. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns.“

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Dieser führt den SVS am Freitag, 5. Februar, zum FC St. Pauli, einem weiteren Kellerkind, das zuletzt gut in Form war. Spielbeginn in Hamburg ist um 18.30 Uhr.

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Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.