3. Handball-Liga - Intensives Derby zwischen Oftersheim/Schwetzingen und Leutershausen / Yessine Meddeb tastet sich nach Trainingsrückstand heran HG fährt Achterbahn und vergisst das Happy End

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Hg
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Im intensiven Kurpfalz-Bergstraßen-Derby zwischen der HG Oftersheim/Schwetzingen und der SG Leutershausen schickt sich Kevin Suschlik hier an, einen seiner insgesamt vier Treffer beim 23:23-Unentschieden zu markieren. © Lenhardt

Es gibt Arbeit für das Team hinter dem Team der HG Oftersheim/Schwetzingen. Dafür gesorgt hat Kreisläufer Niklas Krämer, wenn auch unfreiwillig. Er kämpfte im Kurpfalz-Bergstraßen-Derby gegen die SG Leutershausen so verbissen gegen seine Gegenspieler, dass gleich zwei seiner Trikots zerfetzt wurden. Dies unterstreicht, wie intensiv das Drittliga-Duell, das 23:23 (12:8) endete (wir berichteten), wirklich war. Es war aber nicht nur hitzig, sondern auch schweißtreibend, und zwar deshalb, weil Benedikt Müller auch Minuten nach dem Abpfiff immer noch in Wallung war.

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Für das Interview zog der Torwart seine Jacke noch einmal aus, nahm tief Luft und sagte: „Es ist ärgerlich. Es fühlt sich an wie eine Niederlage.“ Müller erlebte eine Achterbahnfahrt: Er kam schwer ins Spiel, hatte dann viele sehenswerte Paraden, doch am Ende hatte er der Wurfgewalt von Hendrik Wagner wenig entgegenzusetzen. Allerdings ließen ihn auch seine Vorderleute im Stich.

„Bis zur Schlussphase hat er gar nichts getroffen und dann hat er losgelegt“, ärgerte sich Müller. Aber es war nicht nur der frühere HG-Jugendspieler Wagner, der aufdrehte. In den letzten 90 Sekunden, als die HG noch mit 23:20 führte, trafen neben Wagner auch noch Sven Schreiber und Philipp Bernhardt. „Wir haben 50 Minuten ein super Spiel gemacht, dann haben wir aber keine Tore mehr erzielt. Das war das Manko“, sagte Müller.

„Waren nicht clever genug“

Sein Trainer Holger Löhr sah aber auch Nachlässigkeiten in der Defensive: „Wir waren nicht clever genug, hätten Wagner vielleicht mehr wegnehmen sollen. Dann haben auch noch die Nerven geflattert.“ Um großartig reagieren zu können, fehlten dem Trainer die Alternativen: Max Barthelmeß saß zwar auf der Bank, war aber unter der Trainingswoche krank.

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Yessine Meddeb, der sein Debüt für die HG Oftersheim/Schwetzingen feierte, war nach Trainingsrückstand noch nicht bei 100 Prozent und Daniel Hideg sowie Jonas Krepper standen gar nicht erst im Kader. „Die Trainingswoche war nicht gut und dafür hat es die Mannschaft ordentlich gelöst. Sie hat eine überragende erste Halbzeit gespielt und über weite Strecken dominiert.“

„Stimmung war richtig geil“

Auf den Rängen dominierten indes die HG-Fans. Die Atmosphäre nahm Müller aber gar nicht richtig wahr: „Es ist schön, wenn man einläuft, aber ich habe mich auf mein Ding konzentriert.“ Beeindruckt war dagegen Meddeb, der von den Eulen Ludwigshafen mit einem Zweitspielrecht ausgestattet ist: „Die Stimmung war richtig geil.“

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Nach dem Wechsel nach Ludwigshafen verletzte sich Meddeb gleich im ersten Training am Oberschenkel. Allmählich kommt er wieder auf Touren. Er berichtet: „Ich bin vergangene Woche zum ersten Mal hier gewesen. Die Truppe ist nett und ich verinnerliche das Spielsystem immer besser.“ Der gebürtige Pfälzer ist ein verheißungsvolles Talent. Sein Potenzial konnte Meddeb gegen die SG Leutershausen aber nur kurz aufblitzen lassen: „Ich wollte der Mannschaft weiterhelfen“, sagte er. Das konnte er am Freitagabend noch nicht in der Form, in der er es wohl gerne getan hätte. Obwohl die Einheimischen in der Nordstadthalle einen Sechs-Tore-Vorsprung in letzter Sekunde noch aus der Hand gaben, genoss Meddeb seinen ersten Derby-Auftritt in Schwetzingen.

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Und den gönnten sich auch prominente Gäste: Martin Schwalb, der neue Trainer des zweimaligen deutschen Meisters Rhein-Neckar Löwen, saß in Begleitung des verletzten Weltklasse-Linksaußen Uwe Gensheimer im Unterrang. In puncto Spannung dürften sie ihr Kommen wahrlich nicht bereut haben und das gilt wohl auch für die über 800 anderen mitfiebernden Handballfans.