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 2. Fußball-Bundesliga - Nachfolger von Michael Schiele soll Impulse beim SVS freisetzen / Sandhäuser gewähren keine Einblicke in den Prozess Kandidatenliste hat sich leicht verändert

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Maximilian Wendl
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Torsten Lieberknecht gestikuliert am Spielfeldrand. Hier trägt er noch das Jersey des MSV Duisburg, wo er zuletzt als Trainer aktiv war. Beim SV Sandhausen wird der 47-Jährige nicht zum ersten Mal gehandelt. © dpa

Vor gerade einmal 85 Tagen mussten sich die Verantwortlichen des SV Sandhausen mit derselben Frage beschäftigen: Welcher Trainer kann den Negativstrudel in der 2. Fußball-Bundesliga beenden. Damals fiel die Wahl auf Michael Schiele. Doch der Schwabe schaffte es nicht und ist seit Montagabend Geschichte (wir berichteten). Nun geht das Sondieren des Marktes von vorn los. Die Kandidatenliste hat sich leicht verändert, alte Bekannte sind aber immer noch auf ihr zu finden.

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Damals, als sich im November Uwe Koschinat verabschieden musste, hörte das Telefon von Mikayil Kabaca unmittelbar nach Verkündung der Trennung gar nicht mehr auf, zu klingeln. Nun müssen sich er und Präsident Jürgen Machmeier mit einer weiteren Frage beschäftigen: Sucht der SVS einen Feuerwehrmann, der nur bis zum Saisonende bleibt und den Klassenerhalt schaffen soll, oder soll es eine langfristige Lösung werden? Sowohl die Presseabteilung des Vereins als auch Sportchef Kabaca verweigerten am Dienstag Einblicke in den Prozess. Man wolle sich erst am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Spiel beim SC Paderborn (Anpfiff: 13 Uhr) äußern. Bedeutet: Am Samstag werden Stefan Kulovits und Gerhard Kleppinger als Interimslösung fungieren. Das Duo gehört auch zum erweiterten Anwärterkreis. Wir geben einen Überblick über mögliche Kandidaten und verfügbare Trainer, die ins Anforderungsprofil passen könnten.

Kleppinger/Kulovits

Das Duo leitet fortan das Training – mal wieder. Eine langfristige Lösung mit Kleppinger und Kulovits gilt nicht mehr als unwahrscheinlich, weil sie den Verein und die Spieler bestens kennen. Kleppinger, der über einen Trainerschein verfügt, kehrt dabei zur ersten Mannschaft zurück, nachdem er unter Schiele ins Nachwuchsleistungszentrum ausweichen musste.

Torsten Lieberknecht

Der Pfälzer war schon zweimal Thema am Hardtwald, allerdings kam es bislang nie zu einer Einigung. Jetzt ist Lieberknecht seit seiner Entlassung beim MSV Duisburg arbeitssuchend. Klappt es im dritten Anlauf, würde der SV Sandhausen einen emotionsgeladenen Trainer bei sich begrüßen dürfen. Der 47-Jährige mit Haßlocher Wurzeln, der als Aktiver unter anderem beim SV Waldhof Mannheim und beim 1. FC Kaiserslautern die Stiefel schnürte, ließ aber verlauten, dass er bis Sommer pausieren wolle.

Dimitrios Grammozis

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In Darmstadt schlug Dimitiros Grammozis Ende der Vorsaison das Angebot einer Vertragsverlängerung aus. Die Hessen hatten die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Profi des 1. FC Kaiserslautern nur um ein Jahr ausdehnen wollen. Das war nicht im Sinne des Griechen, der sich dagegen entschied und seit der Sommerpause ohne Job dasteht. Er dürfte aber nach einer größeren Aufgabe Ausschau halten.

Tim Walter

Tim Walter lieferte bei Holstein Kiel ordentliche Arbeit ab und wechselte zur Saison 2019/20 zum VfB Stuttgart. Dort blieb es jedoch bei einem Intermezzo, denn im Dezember wurde er freigestellt. Der Pluspunkt, der für Walter spricht: Er kommt aus der Region, denn er wurde in Bruchsal geboren. Allerdings wurde er schon das eine oder andere Mal als arroganter Trainer dargestellt. Auch in Sandhausen hinterließ er bei einer Pressekonferenz keine guten Erinnerungen, als er die Medienrunde vorzeitig auflösen wollte. Auch er dürfte sich wegen seines Selbstverständnisses eher im Oberhaus sehen.

Alois Schwartz

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In Sandhausen wissen sie, was sie an Alois Schwartz haben und Alois Schwartz weiß, was er am SVS hat. Der ruhige Coach erlebte als Trainer seine wohl beste und beständigste Zeit am Hardtwald, allerdings ging er 2016 überraschend nach Nürnberg und ließ enttäuschte SVS-Verantwortliche zurück. Im November gehörte er nicht zum engen Kandidatenkreis. Aber: Schwartz weiß, wie man eine Defensive in den Griff kriegt und genau diese Sicherheit würde den Schwarz-Weißen aktuell gut zu Gesicht stehen.

Achim Beierlorzer

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Bei Jahn Regensburg machte sich Beierlorzer einen Namen und empfahl sich für höhere Aufgaben. Allerdings konnte er weder beim 1. FC Köln noch beim FSV Mainz 05 die an ihn gestellten Ansprüche erfüllen.

Michael Frontzeck

Einen guten Ruf hat Michael Frontzeck nicht mehr, im Gegenteil: Er ist, wenn es nach dem Punkteschnitt geht, sogar ganz weit unten in der Trainer-Rangliste. Aber: Der gebürtige Mönchengladbacher kann Abstiegskampf.

Jeff Saibene

Der Luxemburger musste erst kürzlich beim 1. FC Kaiserslautern gehen. Zuvor leistete er aber ordentliche Arbeit bei Arminia Bielefeld und dem FC Ingolstadt. Er kennt die Liga und hätte zumindest dahingehend keine Eingewöhnungsprobleme.

Lukas Kwasniok

Der Trainer will den Drittligisten 1. FC Saarbrücken verlassen, da er sich selbst in der 2. Bundesliga ansiedelt. Sollte Sandhausen ihn verpflichten wollen, müsste man wohl eine Ablöse zahlen. Fraglich ist auch, ob Kwasniok vorzeitig gehen würde. Er hat 2019 Jena vor dem Abstieg in die 4. Liga gerettet.

Mister X

Namen wollten die Verantwortlichen nicht kommentieren. Koschinat hatte damals jedoch auch niemand auf der Liste. Der neue Trainer soll dem Club „neue Impulse geben, um die Weichen für das Erreichen des Klassenerhalts zu stellen“, sagte Club-Boss Machmeier bei der Verabschiedung Schieles. Bis es zu einer Entscheidung kommt, werden die Handys von Kabaca und Machmeier wohl vorerst nicht stillstehen.

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.