2. Fußball-Bundesliga - Debüt des neuen Schlussmanns beim SV Sandhausen ist geglückt / Der Punktgewinn gegen den VfL Bochum macht Hoffnung Kapino rechtfertigt Schieles Entscheidung

Von 
Maximilian Wendl
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Hier hat Stefanos Kapino doch noch das Nachsehen. Ingesamt zeigte der Neuzugang des SV Sandhausen bei seiner Premiere aber eine gute Leistung. © dpa

Stefanos Kapino stand unter genauer Beobachtung. Der griechische Fußball-Torhüter war erst am Donnerstag zum Zweitligisten SV Sandhausen gewechselt, dort aber auf Anhieb zum neuen Stammtorhüter ernannt worden. Gegen den VfL Bochum feierte die Leihgabe des SV Werder Bremen am Sonntag ihr Debüt und trug in der Schlussphase ihren Teil dazu bei, dass der SVS dem Aufstiegsaspiranten beim 1:1 (wir berichteten) zumindest einen Zähler abtrotzen konnte. „Ich bin glücklich darüber, dass ich mein erstes Spiel absolviert habe, aber gleichzeitig bin ich unglücklich darüber, dass wir so spät noch den Ausgleich kassiert haben. Wir hätten drei Punkte holen können“, sagte Kapino.

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Normalerweise spricht er auch Deutsch. In seinem ersten Interview griff Kapino aber auf die englische Sprache zurück. Damit scheint er sich sicherer zu fühlen. Sicherheit hat er in den vorangegangenen 90 Minuten plus Nachspielzeit auch auf dem Rasen ausgestrahlt. Von Beginn an dirigierte er seine Vorderleute, spielte mit und bot sich an. Allerdings hatte er erst einmal so wenig zu tun, dass er sich nach einer halben Stunde eigenverantwortlich aufwärmte. Zuvor war ein Kopfball von Bochums Simon Zoller in Richtung seines Tores geflogen. Dieser verfehlte aber sein Ziel, sodass Kapino nicht eingreifen musste.

Nach der Pause – kurz vor dem Seitenwechsel hatte Kevin Behrens den SVS in Führung gebracht – übernahmen die Gäste dann das Kommando. Bedeutet: Mehr Arbeit für den Torwart. Gegen Robert Zulj parierte er nach 66 Minuten sehenswert. Seine Bremer Kollegen Leonardo Bittencourt und Davie Selke posteten die Rettungsaktion auf ihren Social-Media-Kanälen. Es zeigt, dass er an der Weser hohes Ansehen genießt. Beim Ausgleich von Zulj war dann aber auch Kapino machtlos.

Dennoch zieht der Schlussmann das Positive aus dem Spiel: „Wir haben einen sehr seriösen Auftritt gezeigt und nehmen diesen Punkt mit. Mit dieser Mentalität wollen wir weitermachen.“ Und es geht auch direkt weiter, denn schon am Mittwochabend gastiert der SVS beim Mit-Abstiegskonkurrenten SV Darmstadt 98 (Anpfiff: 18.30 Uhr).

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Lob für seinen ersten Auftritt bekam der 26-Jährige von Trainer Michael Schiele: „Mein Eindruck war, dass er der Mannschaft Stabilität verliehen hat. Er hat viel mit seinen Vorderleuten gesprochen, in der Eins-gegen-eins-Situation gegen Robert Zulj war er zur Stelle. Er ist nicht allzu oft geprüft worden, aber es ist ja auch ein Kunststück, dann hellwach zu sein, wenn der Ball auf das Tor kommt und das war er.“

Schmidt ein Spiel gesperrt

Der Coach hatte in seinen zehn Pflichtspielen nun schon zum zweiten Mal einen Torwartwechsel vollzogen. Martin Fraisl war das erste Opfer, das den Verein inzwischen verlassen hat. Rick Wulle wurde zuletzt häufig gelobt und ist auch nicht mit Patzern in Erscheinung getreten. Dennoch entschied sich der Coach für eine Umstellung und war dafür von vielen Fans kritisiert worden. Der erste Auftritt zeigt aber, dass Schiele mit seiner Wahl die richtige Entscheidung getroffen zu haben scheint.

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Patrick Schmidt, der ebenfalls am Donnerstag vom 1. FC Heidenheim ausgeliehen wurde, erlebte dagegen keine schöne Premiere. Der Joker flog in der Nachspielzeit vom Feld. Schiele dazu: „Das war natürlich nicht gut. Zum Glück haben wir den Punkt geholt. Aber auch er war präsent, hat wichtige Kopfballduelle gewonnen und dem Spiel Impulse gegeben.“

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In Darmstadt muss Schmidt nun aussetzen. Ob in der Englischen Woche mit Rückkehrern zu rechnen ist, lässt Schiele noch offen.

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.