Keine Einigung: Kurpfalz-Bären lassen Brand und Fackel ziehen

Von 
Maximilian Wendl
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Saskia Fackel – hier setzt sie sich trotz der Gegenwehr von den Spielerinnen der HSG Bensheim/Auerbach durch – war bei der 18:31- Niederlage beim Thüringer HC in Bad Langensalza mit vier Treffern die beste Torschützin der Bären. © Lenhardt

Diese Personalentscheidungen bringen Schwung in die Kaderplanung des Handball-Bundesliga-Schlusslichts Kurpfalz-Bären. Nachdem zuvor bereits elf Spielerinnen ihre Verträge verlängert hatten, werden Saskia Fackel und Samira Brand ab der Saison 2021/22 nicht mehr das Ketscher Trikot tragen.

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Trainer und Geschäftsführer Adrian Fuladdjusch sagte in einer Pressemitteilung des Clubs: „Leider müssen wir uns von zwei gestandenen Ketscher Mädels verabschieden. Sie stehen für den Aufstieg, den wir in den vergangenen Jahren hier erleben durften. Jedoch konnten sich die Seiten nicht auf eine Verlängerung einigen, da wir sie gerne langfristig bei uns behalten hätten. Beide haben den gleichen Berater und dieser hat sie wohl in eine andere Richtung beraten. Nun gilt es, den Ketscher Weg weiterzugehen und junge Talente an die Bundesliga heranzuführen.“ Mit-Geschäftsführer Armin Wagner ergänzte: „Es ist schade, dass sie den Weg der Bären nicht mehr mitgehen wollen.“

Fuladdjusch lässt Details offen

Ganz so einfach ist es aber nicht, die Schuld ausschließlich bei den Beratern zu suchen. Nach Informationen, die dieser Zeitung vorliegen, ließ sich das erste Angebot an Spielmacherin Brand nicht mit ihrem Beruf als Lehrerin vereinbaren. Daraufhin habe sie ein Gegenangebot unterbreitet. Beim Verhandlungsgespräch sei ihr aber unverzüglich mitgeteilt worden, dass der Vertrag zurückgezogen werde und man sich auf der Position verjüngen wolle. Fuladdjusch dazu: „Details bleiben intern, beide Seiten haben ihre Interessen geschildert, die jedoch nicht deckungsgleich waren. Was aus meiner Sicht nichts Verwerfliches ist, ich kann auch die andere Seite verstehen.“

Dass die Abgänge nun am Dienstag veröffentlicht wurden, überraschte Brand. Eine neue Aufgabe habe sie derzeit noch nicht im Blick.

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Samira Brand (25) wechselte 2013 nach Ketsch und etablierte sich dort als Leistungsträgerin. In den vergangenen zwei Jahren entwickelte sie auch einen Torriecher und schloss immer häufiger ab. Saskia Fackel (27) kam bereits ein Jahr früher an den Altrhein. Auch sie hat bei keinem anderen Verein unterschrieben. Sie betonte, dass sie selbst noch keine Entscheidung getroffen hätte. Somit ist der Verein ihr offenbar zuvorgekommen.

Fuladdjusch zur künftigen Aufstellung des Clubs: „Es gibt viele Gedankenspiele, aber wir planen mit unseren vier Linkshänderinnen, wenngleich wir mit Sophia Sommerrock noch in Gesprächen sind. Darüber hinaus haben wir bei den Junioren Talente, denen ich gerne das Vertrauen gebe.“

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Bedeutet das im Umkehrschluss auch, dass Fackel und Brand schon in der Endphase dieser Saison häufiger auf der Bank Platz nehmen müssen? Der Coach klärt auf: „Wir wollen mit allen eine Rückrunde spielen mit möglichst vielen Highlights. Aber ja, die jungen Spielerinnen, welche in der kommenden Saison mehr Verantwortung übernehmen sollen, werden wir heranführen müssen.“

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Der Generationenwechsel, obwohl die beiden Abgänge erst Mitte 20 sind, ist bei den Bären demnach in vollem Gange.

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Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.