2. Fußball-Bundesliga - SV Sandhausen durch Unterbrechung noch nicht gefährdet / Weitere DFL-Sitzung am Dienstag Keine Gedanken an ein Ende

Von 
Maximilian Wendl
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Geschäftsführer Volker Piegsa: „Bislang ist der SVS noch nicht gefährdet.“ © Wendl

Während sich Dennis Diekmeier weiter durch Jogging-Einheiten fit hält und Mario Engels im Garten Kraftübungen für die Fans aufnimmt, rauchen bei den Verantwortlichen des SV Sandhausen die Köpfe. Die Corona-Krise beschäftigt den Profi-Fußball und sorgt dafür, dass wichtige Fernsehgelder derzeit nicht zur Verfügung stehen.

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Dem einen oder anderen Erst- und Zweitligisten steht durch die fehlenden finanziellen Mittel das Wasser bis zum Hals, doch beim SVS ist Geschäftsführer Volker Piegsa momentan noch entspannt: „Bislang ist der Club noch nicht gefährdet, aber wenn ein Abbruch kommen sollte, dann wird es auch bei uns erhebliche Einschränkungen im sportlichen Bereich und bei den Mitarbeitern geben. Da müssen wir dann gemeinsam durch. Es ist wichtig, dass es weitergeht, das ist unser Job, davon leben wir und daran hängen 56 000 Arbeitsplätze bundesweit.“

Erste Konsequenzen gab es aber bereits auch am Hardtwald: Teile der Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle wurden in Kurzarbeit beordert, um die Kosten vorübergehend zu senken. Generell arbeitet nur noch eine Notbesetzung am Hardtwald. Wie es weitergeht, ist schwer zu beantworten, findet Piegsa: „Die Situation verändert sich täglich. Der wichtigste Punkt wird sein, das Virus weiter einzudämmen. Darüber hinaus muss jedem klar sein, dass wir das nur gemeinsam schaffen können, sowohl im Großen – was den deutschen Profi-Fußball und alle Klubs betrifft – als auch im Kleinen, in dem wir im Verein zusammenhalten und an einem Strang ziehen. Wir beschäftigen uns konkret mit Themen wie Buchhaltung oder Lohn und Gehalt und damit müssen wir uns natürlich auch weiter beschäftigen.“

Am Dienstag werden sich die Vertreter der Deutschen Fußball-Liga noch einmal besprechen und das weitere Vorgehen planen. In der Deutschen Eishockey-Liga wurde die Saison vorzeitig abgebrochen und dabei darauf verzichtet, einen Meister zu küren. Bei den Bundesliga-Handballerinnen ebenfalls. Piegsa wagt jedoch keine Prognose, wie die Szenarien in den Bundesligen aussehen könnten: „Ich möchte nicht spekulieren. Die Klubs arbeiten gemeinsam mit der DFL an Konzepten, wie und ob weitergespielt werden kann. Klar ist für uns alle aber auch, dass die Gesundheit an erster Stelle steht. Wenn es nicht weiter gehen kann, werden wir auch keine Spiele stattfinden. Ich möchte ganz ehrlich sein: Ich wünsche mir zum Erhalt vieler Arbeitsplätze eine Fortführung der Saison, alles andere mag ich mit derzeit nicht ausmalen.“

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Klar ist indes, dass die aktuelle Lage eine Ausnahmesituation für alle darstellt. Gerade in der Phase, in der eigentlich Transfergeschäfte für die kommende Spielzeit geplant und bestehende Verträge verlängert werden, herrscht Stillstand. „Wir planen im Zwei-Wochen-Rhythmus“, sagt Piegsa, „innerhalb der Vereinsführung haben Präsident Jürgen Machmeier, der Sportliche Leiter Mikayil Kabaca und ich einen regelmäßigen Austausch, um auf die aktuellen Entwicklungen zeitnah reagieren zu können.“

Verständnis fürs Zögern

Reaktion war auch unmittelbar vor der Unterbrechung der Saison ein wichtiges Stichwort, denn der SVS war bereits auf dem Weg nach Aue, als die Spielabsage die Mannschaft erreichte. Am Hardtwald haben die Verantwortlichen allerdings Verständnis für das zögerliche Vorgehen der DFL und die Schwarz-Weißen wollen ihren Teil dazu beitragen, dass die Corona-Pandemie schnellstmöglich überwunden werden kann. „Wir arbeiten an verschiedenen Ideen und werden uns in Kürze dazu äußern“, sagt Piegsa. Innovativ waren er und sein Team bereits in der Vergangenheit, aber bisher war der Druck auch noch nicht so gewaltig.

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Sollte die Spielzeit tatsächlich abgebrochen werden – und dazu rät unter anderem der Virologe Professor Dr. Jonas Schmidt-Chanasit aus Berlin – stünde wohl auch der SVS vor einem Scherbenhaufen. Bisher ist die Saison bis zum 2. April ausgesetzt. Möglich ist es, dass die Liga in einer Art Turniermodus zu Ende gespielt wird. Bedeutet: An einem Spielort würden dann mehrere Partien innerhalb kurzer Zeit ausgetragen werden. Genaueres werden die Entscheider dann am Dienstagabend wohl bekanntgeben.

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.