2. Fußball-Bundesliga - Auch ohne Zuschauer möchte der SV Sandhausen gegen Jahn Regensburg Punkte mitnehmen / Ausfall von Diekmeier wiegt vor allem emotional Koschinat hofft auf Heimvorteil

Von 
Maximilian Wendl
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Uwe Koschinat tritt mit dem SVS am Samstag gegen Jahn Regensburg an. © dpa

Aziz Bouhaddouz und Kevin Behrens standen bislang sinnbildlich für die Lebensversicherung des Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen. Gemeinsam hat das Sturmduo 17 Pflichtspieltore erzielt. Doch ausgerechnet nach der Corona-Pause, in der entscheidenden Schlussphase, in der es um den Klassenerhalt geht, muss Sandhausens Trainer Uwe Koschinat in der Offensive zum zweiten Mal in Folge umbauen.

Spieltage 30 bis 34

  • 30. Spieltag: Freitag, 5. Juni, 18.30 Uhr, Greuther Fürth (A)
  • 31. Spieltag: Freitag, 12. Juni, 18.30 Uhr, Arminia Bielefeld (H)
  • 32. Spieltag: Mittwoch, 17. Juni, 18.30 Uhr, VfB Stuttgart (A)
  • 33. Spieltag: Sonntag, 21. Juni, 15.30 Uhr, Dresden (H)
  • 34. Spieltag: Sonntag, 28. Juni, 15.30 Uhr, Hamburg (A) mjw
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Bei der 1:3-Niederlage gegen Aue fehlte Behrens, weil er eine Gelbsperre absitzen musste, an diesem Samstag gegen Jahn Regensburg (Spielbeginn: 13 Uhr) steht nun Bouhaddouz wegen Problemen an der Achillessehne nicht zur Verfügung. „Wir sind schwerer ausrechenbar, wenn beide Spieler auf dem Feld stehen. Sie sind nur ganz schwer zu verteidigen. Es ist zweifellos eine Schwächung, wenn einer von ihnen fehlt“, gesteht Koschinat.

Während Behrens mit seiner Explosivität und seiner Stärke im Luftkampf wieder mitmischen darf, kann Bouhaddouz frühestens am Dienstag in Wiesbaden wieder mitwirken. Dabei wäre nach den Ergebnissen des vergangenen Wochenendes, als die Konkurrenz im Abstiegskampf durchweg punkten konnte, eine leere Verletztenliste enorm wichtig. Neben Bouhaddouz fehlen aber auch noch Rúrik Gíslason (Trainingsrückstand) und Mario Engels (muskuläre Probleme). „Wir sind in der Offensive enorm gebeutelt“, gibt Koschinat zu.

In der Verteidigungsreihe sieht es aber nicht besser aus, denn zum ersten Mal wird Kapitän Dennis Diekmeier in dieser Saison nicht mitwirken können. Der Rechtsverteidiger kassierte nach einem Foul in Aue die Rote Karte und muss ein Spiel aussetzen. Für ihn steht Philipp Klingmann bereit, der im Erzgebirgsstadion seine ersten Spielminuten erhielt. „Emotional wiegt der Ausfall von Dennis schwerer als in spielerischer Hinsicht. Er polarisiert mit seiner aggressiven Art und kann die Mannschaft mitreißen. Ich habe aber keine Bedenken, Philipp Klingmann einzusetzen. Klar ist aber, dass Dennis fehlen wird“, trauert Koschinat dem strittigen Platzverweis immer noch hinterher.

Alle Sinne schärfen

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Der ehemalige Hamburger wird ebenso fehlen, wie das Publikum am Hardtwald. Der Coach sagt: „Die Abläufe bleiben und wir kennen daheim die Gegebenheiten. In unserem Stadion ist es trotzdem eng, die Zweikampfe werden geführt werden und diese Atmosphäre wird sich auf das gesamte Feld übertragen. Auch ohne Zuschauer gibt es einen Heimvorteil, da muss man sich nur das vergangene Wochenende anschauen.“ Am 26. Spieltag hat kein Gästeteam gewinnen können, insgesamt gab es drei Unentschieden bei acht Partien.

Auch der SVS konnte in Aue nicht bestehen, weil bei hohen Bällen Nachlässigkeiten zu erkennen waren. In der Trainingswoche hat Koschinat den Fokus aber nicht darauf gelegt. Ihm ging es darum, alle Sinne für den Abstiegskampf zu schärfen: „Wir sollten nicht auf die anderen Sportplätze schauen. Man kann mit den eigenen Ergebnissen eine Menge beeinflussen.“

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Klar ist aber auch: Nach mittlerweile sieben Begegnungen ohne Sieg bei nur zwei Unentschieden steckt Sandhausen wieder mittendrin im Abstiegskampf. „Davor verschließe ich nicht die Augen, das ist ein miserabler Trend“, sagt Koschinat.

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Positiv stimmt ihn die gezeigte Moral. Und obwohl Bouhaddouz ausfallen wird, mit Julius Biada hat ein Ersatz zuletzt gezeigt, dass er weiß, wo das gegnerische Tor steht. Voraussichtlich wird der ehemalige Lauterer neben Behrens im Sturm auflaufen und versuchen, die entstandene Lücke zu füllen.

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.