Leichtathletik - Malaika Mihambo gelingt bei Team-EM der vierte Siebenmetersprung Mit Meditation zu Weltklasseleistungen

Von 
Michael Rappe
Lesedauer: 
Das Foto entstand bei der deutschen Meisterschaft in Berlin Ende Juli. Malaika Mihambo sitzt hier während eines Gesprächs mit Journalisten in einem Fitnessraum. © dpa

Sie ruht förmlich in sich selbst. Wer Malaika Mihambo in Interviews erlebt, der spürt diese enorme Ruhe und Gelassenheit, die die 25-jährige Oftersheimerin ausstrahlt. Sie ist ein ganz wichtiger Baustein zum grandiosen Erfolg der Weitspringerin von der LG Kurzpfalz in diesem Jahr.

AdUnit urban-intext1

Als „Siebenmeter-Queen“, bezeichnete ZDF-Reporterin Annika Zimmermann die beste Weitspringerin der Welt, als sie sich am Sonntag bei der Team-EM im polnischen Bydgoszcz nach dem vierten Siebenmeter-Sprung des Jahres ihren Fragen stellte. Nur Heike Drechsler, die Weitspringerin des Jahrhunderts, hatte bisher drei Siebenmetersprünge und mehr in einem Jahr geschafft. Malaika Mihambo tritt in die Fußstapfen der ganz großen deutschen Leichtathletinnen wie eben Drechsler, aber auch Heide Rosendahl. Sportlerinnen, die auch im Sprint aktiv waren und dort olympische Medaillen geholt haben. Das fehlt Mihambo zwar noch, aber ihre Klasse hat sie zuletzt ja auch über die 100 Meter gezeigt, lief die WM-Norm und wurde DM-Dritte.

Indienreisen haben sie verändert

In Bydgoszcz hob sich „Mali“ zum wiederholten Male ihren besten Sprung für den letzten Versuch auf. Nach 7,11 Meter landete sie in der Sandgrube. Zwar war der Rückenwind zu stark, doch das störte die Siegerin mitnichten. Ein Luftsprung, ein strahlendes Lächeln, ein Küsschen ins Publikum – Malaika Mihambo ist derzeit mit sich und der Welt rundum zufrieden. Zwei Reisen nach Indien haben sie verändert. „Ich habe noch mehr zu mir selbst gefunden und mich besser kennengelernt“, sagte sie in einem Interview mit der „Welt“. Dadurch sei sie offener, lockerer und selbstsicherer geworden. Meditation ist das Geheimnis. „Das habe ich heute auch gemacht, es hilft“, meinte sie nach dem Wettkampf in Bydgoszcz.

Obwohl sie momentan sehr im Mittelpunkt steht, ist sie keine auf sich bezogene Athletin. Der Sieg bei der Team-EM, die zwölf Punkte für Deutschland, bedeuteten ihr sehr viel. Sie teilte ein Zimmer mit Gesa-Felicitas Krause, der Europameisterin über 3000 Meter Hindernis. Auch Krause holte in Bydgoszcz einen Sieg. „Bei der Team-EM ist die Mannschaft kleiner, das Teamgefühl dadurch noch größer“, stellte Mihambo Vergleiche zu einer EM oder WM an.

AdUnit urban-intext2

Noch sind es sieben Wochen bis zum großen Saisonhöhepunkt, der WM in Doha. Angst, dass die Hochform zu früh kommt, hat Malaika Mihambo nicht. Das Potenzial in Sachen Kraft und Spritzigkeit ist nach ihren Angaben noch gar nicht ausgeschöpft. Gemeinsam mit ihrem Trainer Ralf Weber wird sie weiter an den Feinheiten feilen. Ganz in Ruhe, so wie es ihre Art ist.