Handball-Bundesliga Frauen - Ex-Ketscherin trifft beim 33:24 der Neckarsulmer Sport-Union acht Mal / Brand und Fackel mit Akzenten Moser tut Kurpfalz-Bären weh

Von 
Maximilian Wendl
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Die Neckarsulmerin Carmen Moser (am Ball; gegen Sophia Sommerrock) machte ihren früheren Vereinskameraden von den Kurpfalz-Bären das Leben schwer. © Pix

Mit einer volleren Tasche als bei ihrer Ankunft an der Ketscher Neurotthalle durfte Carmen Moser die Heimreise mit der Neckarsulmer Sport-Union antreten. Im Gepäck hatte die Handballerin nach dem Abpfiff der Bundesligapartie bei den Kurpfalz-Bären, die 33:24 (12:13) für die NSU endete, nicht nur die zwei Punkte, sondern auch noch einen Blumenstrauß.

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Die ehemalige Ketscher Spielerin, die in der Sommerpause den Club verlassen hatte, war aufgrund des Corona-bedingten Saisonabbruchs nicht verabschiedet worden. Das holte die verletzte Kapitänin Sina Michels stellvertretend am Samstagabend nach. Moser bedankte sich mit einem Lächeln und acht Toren, die die Bären ins Mark trafen.

Aus Sicht des Ketscher Lagers gibt es aber ebenfalls erfreuliche Nachrichten, denn die Wogen zwischen Trainer und Geschäftsführer Adrian Fuladdjusch und Spielmacherin Samira Brand scheinen zumindest nach außen hin nun endgültig wieder geglättet zu sein. Die 25-Jährige, die nach dem zurückgezogenen Vertragsangebot der Bären-Verantwortlichen kurzzeitig auf der Bank schmorte, kam in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. Auch Saskia Fackel, die Ketsch ebenfalls verlassen muss, konnte im Spiel Akzente setzen und war mit insgesamt sechs Treffern mitverantwortlich dafür, dass die Bären die Partie 50 Minuten lang offenhalten konnten.

Wiethoff in Höchstform

Neben der Linkshänderin unterstrich aber auch Torhüterin Johanna Wiethoff einmal mehr ihr Talent. Schon in der ersten Halbzeit lief sie zu Höchstform auf. „Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, dass sie in den vergangenen Wochen mal eine schwache Leistung gezeigt hat“, lobte Fuladdjusch die 19-Jährige, die am Ende auf elf Paraden kam. Das Problem in der Anfangsphase, weshalb sich die Gastgeberinnen nicht absetzen konnten, lag mitunter an der taktischen Herangehensweise. Gleich zwei Mal traf Neckarsulms Schlussfrau Sarah Wachter in den ersten sieben Minuten ins leere Tor.

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Die Bären stabilisierten sich aber in der Offensive und gingen durch Jule Haupt sogar mit 8:7 in Führung. Auch kurz vor der Pause erholte sich Ketsch von einem 9:11-Rückstand und ging mit einem knappen Vorsprung in die Kabine. Schon in der Vorwoche hatte dieses Ergebnis Sorgen bei Fuladdjusch hervorgerufen: „Ich mag es nicht, wenn man mit einem Tor vorn liegt. Das ist kein gutes Ergebnis, da macht der gegnerische Coach bei seiner Ansprache richtig Alarm.“

In Alarmbereitschaft mussten die Bären aber vorerst noch nicht sein, denn die Führung hatte bis zur 36. Minute Bestand (16:15). Erst danach kamen Moser und Co. ins Rollen. Nach dem 20:23-Anschlusstreffer von Saskia Fackel verlor Ketsch dann aber endgültig den Anschluss. Gäste-Trainerin Tanja Logvin atmete auf: „Meine Mannschaft hat sich in den letzten zehn Minuten für die zuvor unkonzentrierte Leistung rehabilitiert und einen großen Vorsprung herausgespielt.“ Außer Lob gab es für die Bären hingegen wieder nichts zu bejubeln. Auffällig war aber: Die gefährliche Kreisläuferin Jill Kooij und auch die vorrangig in der zweiten Halbzeit eingesetzte Lynn Knippenborg machten gegen die variable Ketscher Defensive keinen Stich.

Belohnung für Trainingseifer

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Das deutliche Endresultat ist aber auch darin begründet, dass Fuladdjusch in der Schlussphase durchwechselte und unter anderem Nachwuchstalent Marlene Herrmann Einsatzminuten ermöglichte. „Wir haben sie dafür belohnt, dass sie im Training richtig Gas gegeben hat. Sie wird uns in der Zukunft viel Spaß bereiten und hatte auch gegen Neckarsulm direkt gute Aktionen“, fand Fuladdjusch, der seiner Ex-Spielerin Moser aber am liebsten nur den Blumenstrauß und nicht auch noch die Punkte mitgegeben hätte.

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.