Im Interview - Spielertrainer Dominique Logan arbeitet mit den Landesliga-Fußballern des SV 98 Schwetzingen an der Spielkontrolle / Potenzial noch mehr herauskitzeln „Respekt, Disziplin und Herzblut fordere ich ein“

Von 
Lothar Fischer
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Nach der Entlassung von Kevin Knödler als Trainer beim Fußball-Landesligisten SV 98 Schwetzingen hat seit drei Spieltagen der bisherige Co-Trainer Dominique Logan das Sagen. Wir sprachen mit dem 32-Jährigen vor dem Derby am Samstag gegen Eppelheim über seine Eindrücke und den kommenden Gegner.

Dominique Logan plant den dritten Sieg des SV 98 unter seiner Regie. © Fischer
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Sie sind ins kalte Wasser geworfen worden und vom spielenden Co-zum spielenden Cheftrainer ernannt worden. Zwei Siege und eine knappe Niederlage gegen den Primus können Sie vorweisen. Wie zufrieden sind sie bisher?

Zur Person: Dominique Logan

Dominique Logan ist am 2. Februar 1987 geboren, als Fußballer ist er beim SSV Vogelstang groß geworden, wo er zunächst auch in der Aktivität spielte.

Bis 2012 spielte er zwei Jahre für den FC Rot in der Verbands- und der Landesliga.

Seine Trainer-Tätigkeit begann Logan 2015 beim A-Klassisten FV Elsenz als spielender Co-Trainer, ab 2016 war er drei Jahre lang Spielertrainer. lof

Dominique Logan: Zunächst zu meiner Person. In den drei zurückliegenden Spielzeiten durfte ich bereits beim A-Ligisten FV Elsenz als Spielertrainer Erfahrungen sammeln, was mir bei meiner jetzigen Tätigkeit zugute kommt. Sechs Punkte aus den letzten drei Spielen sind sicherlich nicht schlecht. Schaut man sich aber unsere Bilanz bei Gegentoren an, so stellt man fest, dass wir den Weg zum Anstoßpunkt im Durchschnitt alle 68 Minuten antreten. Wir stehen uns in gewissen Situationen durch Unachtsamkeiten und Inkonsequenz im Zweikampfverhalten selbst im Weg. Dies abzustellen, sehe ich als meine dringlichste Aufgabe an.

Was machen Sie im Training anders als Ihr Vorgänger und wo legen Sie den Schwerpunkt?

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Logan: In meinem bisherigen Fußballerdasein habe ich in jedem Fußballverein, beginnend bei meinem Jugendverein SSV Vogelstang über fünf Stationen bis hin zum SV 98 Schwetzingen, immer von den jeweiligen Trainern viel lernen können. Alle mit verschiedenen Schwerpunkten im Training, der Mannschaftsführung und Spielanlagen. Die gesammelten Eindrücke und Erfahrungen versuche ich jetzt, unserer Mannschaft weiterzugeben, und möchte die Trainingsinhalte von Spieltag zu Spieltag auch auf dem Platz wiedererkennen.

Der Schwetzinger Mannschaft wird einiges Potenzial zugeschrieben, das aber meist nicht voll ausgeschöpft wird. Wie wollen Sie das ändern?

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Logan: Dass die Mannschaft Potenzial hat, steht außer Frage. Meine Hauptaufgabe ist es, unseren Jungs klarzumachen, wie sie ihr Potenzial als Mannschaft abrufen können. Jeder Einzelne von uns muss die drei Punkte einer Partie voll im Visier haben und auch zu Hundertprozent wollen. Dazu gehört auch, sich Woche für Woche im Training neu zu beweisen und den respektvollen Umgang untereinander zu pflegen. Mannschaftsdienlichkeit, ordentliche Spielvorbereitung, Disziplin und Herzblut für den Verein zu zeigen, sind Dinge, die ich einfordere.

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Die größte Baustelle ist die hohe Fehlerquote speziell im Spielaufbau. Wie entgegnen Sie dem?

Logan: An diesem Manko arbeiten wir explizit im Training: Spielzüge mit vorgegebenen Optionen, je nach Gegnerverhalten. Uns nach Erkennen bestimmter Spielsituationen einen gedanklichen Vorsprung verschaffen, als Passgeber und Passempfänger. Timing, Kommandosprache, gegenseitiges Coachen und sofortiges Verteidigen nach Ballverlust sind ebenfalls ganz wichtige Faktoren und tragen dazu bei, unser Spiel noch mehr zu kontrollieren.

Der SV 98 ist auf der Suche nach einem neuen Trainer. Würden Sie gerne die Verantwortung weiterhin übernehmen?

Logan: Ich weiß, dass sich für den Trainerposten beim SV 98 einige beworben haben. Doch bisher stehe ich noch in der Verantwortung, die ich sehr ernst nehme. So lange mir der Verein und die Mannschaft ihr Vertrauen ausspricht, möchte ich den Job weiter ausführen. Alles andere wird sich zeigen.

Am Samstag steht das Derby gegen Eppelheim an. Wie schätzen Sie die neue Lage nach dem Rücktritt des Eppelheimer Trainers Timo Staffeldt ein?

Logan: Was ein Trainerwechsel bewirken kann, ist bekannt. Unsere Mannschaft ist gewarnt und wird den Gegner nicht nach seinem derzeitigen Tabellenstand messen, denn angeschlagene Boxer sind bekanntlich gefährlich. Wir konzentrieren uns aufs Spiel und unsere Stärken und müssen sicher bis zum Schluss alles geben, um die angestrebte volle Punktzahl einzufahren.

Freie Autorenschaft Lothar Fischer ist ein Kenner in Sachen Fußball in der Region.