Fußball-Kreisliga - Reilinger Coach Rittmaier fehlt Hoffnung Saison bleibt ausgesetzt

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mjw/Bild: Fischer
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Patrick Rittmaier ist nun wirklich nicht dafür bekannt, dass er es schleifen lassen würde. Der Spielertrainer des Kreisligisten SC 08 Reilingen weiß, wie es ist, sich quälen zu müssen. Einst kickte er in der Talentschmiede des Karlsruher SC. Dort, im Nachwuchs der Profis, gab es an ihn ganz andere Anforderungen. Nun gesteht er aber im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er in seiner Laufbahn als Fußballer noch nie über einen so langen Zeitraum die Füße hochgelegt hat. „Ich habe seit November nichts mehr gemacht. Natürlich kann man daheim Krafttraining machen, aber man geht morgens aus dem Haus, wenn es dunkel ist, und abends ist es dann wieder dunkel, wenn man nach Hause kommt. Da fehlt einem die Motivation“, beichtet er.

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Inzwischen hat er sich berappelt. Mit dem Jahreswechsel überwand er seinen inneren Schweinehund. Er verfolgt die Trainingspläne, die auch den Spielern ausgehändigt wurden, wieder intensiv. Ein Ende der Zwangspause ist aber immer noch nicht in Sicht und Rittmaier glaubt auch nicht daran, dass sich das zeitnah ändern wird. „Es kann nur gespielt werden, wenn alle geimpft sind. Die Situation hat sich ja im Vergleich zum Zeitpunkt des Abbruchs nicht verändert. Dann hätten wir auch einfach weiterspielen können“, findet er deutliche Worte.

Mehr Zeit für den Nachwuchs

Da aber zunächst die Risikogruppen an der Reihe sind, hat er wenig Hoffnung: „Es ist unheimlich schwierig, die Situation einzuschätzen. Ein Ende der Unterbrechung ist nicht absehbar. Wenn sich die Pause noch eine Weile hinzieht, dann bin ich auch gespannt, wie man die Hinrunde überhaupt zu Ende bekommen möchte.“ An die Umsetzung einer Auf- und Abstiegsrunde verschwendet der SC-Coach noch gar keinen Gedanken.

Es gibt aber auch die positiven Seiten, die der ruhende Ball mit sich bringt. Die beiden Kinder hatten an den Wochenenden noch nie so viel Zeit mit Papa Patrick Rittmaier, wie in diesen Zeiten. Zwar freut der zweifache Vater sich über die gemeinsamen Stunden, glatt läuft aber auch nicht alles. „Das Homeschooling kostet Nerven“, erklärt er.

Schwierige Kaderplanung

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Einfach ist aber auch die Kaderplanung nicht. Viele Spieler sind bei Vertragsgesprächen vorsichtig geworden, wollen erst einmal abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Deswegen gibt es in Reilingen noch keine personellen Neuigkeiten zu vermelden. Rittmaier, der mit seiner Mannschaft nach sieben Spielen zehn Punkte auf dem Konto hatte, meint dazu: „Die Gespräche finden alle telefonisch statt. Das ist nicht schön, aber es muss eben so sein. Zusagen haben wir bisher noch nicht.“

Auch Abgänge gibt es bei den 08ern noch nicht zu vermelden. „Bei uns im Verein ist es häufig so, dass die ältere Generation aufhört. Da kommen wir nicht drumherum. Viele Routiniers sagen aber, dass sie unter den gegebenen Umständen ihre Laufbahn nicht beenden möchten und hängen noch ein Jahr dran. Das war schon nach der abgebrochenen Vorsaison so. Mir ist aber auch klar, dass man das Karriereende nicht immer hinauszögern kann, denn älter werden wir ja trotzdem“, sagt Rittmaier.

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Immerhin gibt es aus dem Sponsorenpool keine negativen Nachrichten. Trotz der schwierigen Situation ist bei den Reilingern noch kein Unterstützer abgesprungen und nicht zuletzt aus diesem Grund geht auch Patrick Rittmaier weiter positiv durch das Leben: „Wir wollen alle wieder spielen und müssen einfach geduldig sein. Das Wichtigste ist doch ohnehin, dass wir gesund bleiben.“ mjw/Bild: Fischer