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3. Fußball-Liga - Beim 3:3 gegen VfL Osnabrück verpasst es SV Waldhof Mannheim, sich für leidenschaftliche Leistung zu belohnen

Spektakel fehlt nur die Krönung

Von 
Thorsten Hof
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Graue November-Sonntag haben eher selten das Potenzial, die Kulisse für gute Unterhaltung herzugeben, vor allem wenn sie wie an diesem Wochenende auf einen eher stillen Gedenktag fallen. Doch für die neutralen Fußball-Fans schien im Mannheimer Carl-Benz-Stadion zumindest für 90 Minuten die Sonne. Sechs Tore, zwei Foulelfmeter, Spannung bis in die Nachspielzeit – das Spitzenspiel des SV Waldhof Mannheim gegen den VfL Osnabrück bot alles, was von solch einer Begegnung erwartet werden durfte. Nach dem 3:3 (2:1) waren es dann aber erwartungsgemäß die Waldhöfer, die dem Unentschieden nach zweimaliger Führung etwas weniger abgewinnen konnten – zumal sie auf eigenem Platz auch die Chance verpasst hatten, nach Punkten zur drittplatzierten Braunschweiger Eintracht aufzuschließen.

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Beispielhaft für die blau-schwarze Gemütslage fasste es nach den 90 teilweise spektakulären Minuten Waldhofs dreifacher Torschütze Dominik Martinovic zusammen, der diesen Nachmittag als potenzieller Matchwinner natürlich ganz besonders hätte genießen können. „Wenn du das Spiel drehst und gegen so einen Top-Gegner in dieser Atmosphäre zu Hause nochmals mit 3:2 führst, willst du die Punkte natürlich da behalten“, trauerte der Angreifer dem Sieg ein wenig hinterher. „Aber Osnabrück ist ein eben sehr gutes Team und deshalb geht das am Ende dann auch in Ordnung“, musste sich der Mann mit dem Dreierpack irgendwie mit dem einen Zähler arrangieren und redete nicht lange drum herum, woran es am Ende haperte. „Auch wenn Osnabrück ein so gutes Team ist, dürfen wir zuhause keine drei Tore kriegen. Das dürfen wir nicht akzeptieren. Das stört mich ein bisschen und das ist bitter, weil wir eigentlich eine gute Mannschaft sind, was die Defensive angeht.“

Verdiente Führung der Gäste

Auch drei Tore von Dominik Martinovic, der hier von Marcel Costly (li.) bejubelt wird, reichten am Ende nicht für den Sieg gegen den VfL Osnabrück. © Pix

Auch in Sachen Reife war ein leichtes Plus für die Niedersachsen zu registrieren, die mit dem Nimbus der besten Auswärtsmannschaft von Beginn an unaufgeregt und mit viel Kontrolle agierten. So musste der SVW viel Aufwand betreiben, um überhaupt an den Ball zu kommen und auch die Führung des VfL war nicht unverdient, nachdem die „Veilchen“ zunächst in Gestalt von Aaron Opoku einen ersten Warnschuss an den Pfosten gesetzt hatten (9.) und Lukas Kunze später nach einem genauen Querpass von Außenverteidiger Omar Traoré präzise ins linke Eck traf (28.). SVW-Torhüter Timo Königsmann, der nach seiner Corona-Pause wieder als Nummer eins zwischen die Pfosten zurückkehrte, war da chancenlos.

Diese Führung gab den stabil auftretenden Gästen weiter Rückenwind, doch der SV Waldhof hatte schließlich Martinovic, der erst eine Kontersituation nach Joseph Boyambas Traumpass erfolgreich abschloss (36.) und dann auch den von VfL-Keeper Philipp Kühn an Boyamba verursachten Foulelfmeter zur Halbzeitführung versenkte. (43.).

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„Das war ein guter Nadelstich“, wusste auch SVW-Trainer Patrick Glöckner, das sein Team im ersten Durchgang nicht unbedingt die bessere Mannschaft war – und von Osnabrück noch einiges zu erwarten war. So war Ba-Muaka Simakalas 2:2 (65.) nach einer Ecke keine große Überraschung, nachdem der SVW zuvor Glück hatte, dass Schiedsrichter Richard Hempel den elfmeterreifen Kontakt von March Schnatterer mit Simakala übersehen hatte (56.). Weitaus deutlicher war da nur Kühns zweiter Fauxpas, als der VfL-Torhüter Gillian Jurcher abräumte und Martinovic zum zweiten Mal vom Punkt die Nerven behielt (76.). In einer temporeichen Schlussphase konnte aber auch Osnabrück nochmals nachlegen und erzwang das Eigentor durch SVW-Kapitän Marcel Seegert und damit den 3:3-Endstand, den VfL-Trainer Daniel Scherning zufriedener zurückließ als sein Gegenüber Patrick Glöckner.

„Dachte, das wäre abgestellt“

„Dieser Punkt ist viel wert, weil wir bei einer richtig guten Mannschaft einen Punkt mitnehmen“, attestierte Scherning seinem Team „eine brutale Moral“, während Glöckner sich wieder mit Themen beschäftigen musste, die eigentlich schon abgehakt sein sollten.

„Drei Gegentore zu kriegen ist für mich als Trainer schon ärgerlich, weil wir das eigentlich abgestellt hatten. Jetzt wieder – gerade bei einem Heimspiel – drei Tore zu kriegen, ist natürlich eher unangenehm. Deshalb nehmen wir den Punkt jetzt so mit wie er eben zustande gekommen ist und werden das alles gut aufarbeiten – und freuen uns trotzdem, dass wir von beiden Seiten ein gutes Fußballspiel in die offensive Richtung gesehen haben“, war auch für den 45-Jährigen am Ende nicht gleich alles grau in grau.

Redaktion Sportredakteur, Schwerpunkte SV Waldhof, Rhein-Neckar Löwen.

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