Fußball

SV Sandhausen-Fanbeauftragter als Botschafter bei der EM

Timm Merten ist für die Anhänger des SV Sandhausen da – und jetzt bei der Fußball-Europameisterschaft auch für ganz viele andere.

Von 
Maximilian Wendl
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SVS-Gechäftsführer Volker Piegsa (r.) sieht die Berufung von Timm Merten (l.) als EM-Fanbotschafter als Auszeichnung. © SVS

Sandhausen. Wenn an diesem Freitag die 16. Fußball-Europameisterschaft mit der Partie Türkei gegen Italien in Rom angepfiffen wird, dann geht auch bei Timm Merten das Daumen drücken los. Der Fanbeauftragte des Zweitligisten SV Sandhausen ist einer von sechs Club-Vertretern, der in das Team der Fanbotschaft des Deutschen Fußball-Bundes berufen wurde. Bedeutet: Bei der EM wird sich Merten als ehrenamtlicher Helfer um die Belange der Zuschauer kümmern, er wird sich im Austausch mit den Botschaften befinden, wenn mal ein Ausweis verloren geht, und außerdem repräsentiert er die Schwarz-Weißen auf höchster Ebene.

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„Diese Aufgabe nimmt in meiner bisherigen Arbeit im Fanwesen einen besonderen Platz ein“, sagt Merten. „Es ist eine große Herausforderung und ich freue mich darauf, sie im Team mit meinen Kollegen zu meistern.“ Neben ihm sind unter anderem auch Helfer des FC Bayern München, vom TSV 1860 München, der SG Dynamo Dresden und des 1. FC Nürnberg dabei.

Wobei: Ganz sicher vor Ort ist Merten noch nicht, denn nur wenn die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw das Achtelfinale erreicht, erfüllt sich sein Traum, für den er sich beworben hat. In der Vorrunde sind zunächst noch andere Vertreter im Einsatz. „Ich denke, meine Berufung ist ein Zeichen der Wertschätzung, die der SVS sich erarbeitet hat“, findet Merten und auch sein Vorgesetzter Volker Piegsa ist glücklich. Der Geschäftsführer sagt zur Berufung, die er als Auszeichnung für den selbst ernannten Zwerg der 2. Liga interpretiert: „Wir freuen uns sehr darüber, dass die Arbeit der Fanbetreuung beim SV Sandhausen durch die Berufung von Timm Merten in die Fanbotschaft des DFB gewürdigt wird. Die Nominierung ist für Timm auch eine Bestätigung seiner beeindruckenden Arbeit in den vergangenen Jahren. Seit er für den SVS arbeitet, konnte er gemeinsam mit seinem Team die Fanarbeit kontinuierlich weiterentwickeln – auch und insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie.“

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Anette Zietsch
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Mertens Arbeit hat sich durch die Situation der vergangenen Monate stark verändert. In Zeiten, in denen die Stadien leer bleiben müssen und die eigentliche Aufgabe wegfiel, ging es für ihn und seine zwei Mitstreiterinnen Juliane Hoppart und Frauke Weidhase darum, Alternativen zu finden. Das Ziel war es, dass die Fans nicht den Draht zum Club verlieren. „Wir mussten Lösungen finden. Der gesamte Verein hat einen Weg eingeschlagen, auf dem die Fans mitgenommen werden. Die komplette Vereinsführung begegnet dem Fanwesen mit einer hohen Wertschätzung und nur deswegen können wir in der Fanbetreuung viele Dinge umsetzen. Das zeichnet die Fanarbeit beim SV Sandhausen aus.“

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Merten geht derweil fest davon aus, dass er bei der möglichen Achtelfinalpartie, die je nach Platzierung in der Vorrunde in Budapest, Sevilla, Bukarest oder London stattfinden würde, dabei sein wird. Dort beginnt dann die Arbeit.

Rund um die Uhr im Einsatz

„Wir werden als Team der Fanbotschaft einen Tag vor dem jeweiligen Achtelfinale vor Ort sein, ein Büro im Hotel aufbauen, den Kontakt zu den bereits angereisten Fans, aber auch der deutschen Botschaft im jeweiligen Land suchen und aufnehmen, uns am Stadion mit den Gegebenheiten vertraut machen und unseren 24/7-Service für die Fans einrichten“, beschreibt Merten den Tagesablauf und ergänz außerdem: „Unsere Hauptaufgabe ist es, als Vermittler für Fans aufzutreten, wenn Probleme entstehen – beispielsweise, wenn ein Personalausweis verloren geht oder falsche Eintrittskarten im Umlauf sind. Es gilt dabei, schnell Lösungen zu finden. Da wir allesamt viel Erfahrung in Sachen Fanarbeit haben und wissen, wo wir jeweils die richtigen Anlaufstellen finden, sehe ich mich gemeinsam mit meinen Kollegen für den Einsatz sehr gut gewappnet.“

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Für ein paar Tage steht beim Schleswig-Holsteiner nun also nicht der SVS im Fokus, sondern die EM. Zum ersten Mal in der Geschichte findet sie in elf verschiedenen Großstädten statt und mit ein bisschen Glück ist auch der SVS in Person von Timm Merten bei diesen außergewöhnlichen Titelkämpfen dabei. Bis dahin konzentriert er sich übrigens nicht nur auf das Daumendrücken, sondern auch darauf, sich von einer Knieoperation bestmöglich zu erholen. Schließlich möchte er die Stadionstufen nicht im Schneckentempo erklimmen.

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Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.