Trainersuche: Interimslösung doch ein Modell von Dauer?

Von
mjw
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So geheimnisvoll kennt man Mikayil Kabaca normalerweise nicht. Bei jeder Frage nach dem Prozess bei der Trainersuche wich der Sportchef des Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen am Donnerstag aus. Weder das Anforderungsprofil wollte Kabaca genauer skizzieren noch den Zeitplan. Auch nicht, ob Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits, die am Samstag einspringen werden, mehr als nur eine Interimslösung sein könnten.

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„Es ist alles möglich. Das Duo genießt das vollste Vertrauen“, sagte Kabaca. „In erster Linie beschäftigen wir uns mit dem Spiel beim SC Paderborn (Spielbeginn: 13 Uhr), aber es wäre natürlich fatal, wenn wir nicht unsere Hausaufgaben machen würden.“

Vieles deutet daraufhin, dass das Duo auch nach dem Duell bei den Ostwestfalen weiter auf der Bank sitzen wird. Vom Ergebnis möchte Kabaca das aber nicht abhängig machen. „Wenn man 90 Minuten ein gutes Spiel abliefert, aber dann in der Nachspielzeit einen unglücklichen Elfmeter kassiert, dann stellt das nicht alles auf den Kopf.“

Dennoch hofft der Sportliche Leiter, dass die Mannschaft durch die zweite Trainer-Freistellung in dieser Saison endlich wachgerüttelt ist. Er sagt weiter: „Die Mannschaft ist in der Pflicht. Wir hoffen, dass neue Impulse freigesetzt werden. Wir sind uns sicher, dass im Team ausreichend Qualität steckt. Das haben die Jungs zuletzt in den ersten Halbzeiten häufig gezeigt. Allerdings konnten wir unseren Vorsprung nie über die Zeit bringen.“

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Der Trainer weiß aber auch, dass die Entlassung von Michael Schiele am Montag die letzte Patrone der Verantwortlichen war, um eine missratene Saison doch noch zu retten. „Michael ist an den Ergebnissen gescheitert. Er hat etwas bewegen können, aber die Ergebnisse sind ausgeblieben. Es geht jetzt nicht um einzelne Personen, sondern um den Verein und darum, schnellstmöglich wieder in die Spur zu finden“, wurde sowohl am Montag als auch im Vorgespräch des Paderborn-Spiels betont.

Kleppinger und Kulovits kennen den Verein bestens. Sie strahlen Ruhe aus, stehen aber auch für Autorität und Erfahrung. Können sie der Mannschaft einen positiven Schwung mitgeben, werden sie den Club wahrscheinlich auch weiter betreuen. Aber die Lage am Hardtwald bleibt jedoch bislang noch undurchsichtig. mjw