Fußball - FC Badenia Hirschacker beendet Jubiläumsjahr / Sportliche Heimat des Vereins wird drei Jahrzehnte die B-Klasse / Derzeit gehört das Team der A-Klasse an Training findet am Anfang bei US-Amerikanern statt

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wy
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Ein Mannschaftsbild des FC Badenia Hirschacker aus dem Jahr 1984. © Nowey

Von 60 Jahren Vereinsgeschichte, auf die der FC Badenia Hirschacker zurückblicken kann, verbrachte der Klub 53 Spielzeiten in der B-Klasse. Die Geschichte des FC Badenia ist eng verknüpft mit der Entwicklung der einstigen Siedlung Hirschacker.

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Am 7. August 1959 wurde dort der Fußball-Club Badenia von etwa 35 Personen, darunter auch zwei US-Amerikanern, ins Leben gerufen. Die US-Streitkräfte der ehemaligen Panzerkaserne Schwetzingen erlaubten anfangs die Benutzung ihres Sportplatzes. Nach der Aufnahme in den Badischen Fußball-Verband am 6. April 1960 konnte die einstige Privatmannschaft am Spielbetrieb der Aktiven-Mannschaften zur Saison 1960/1961 teilnehmen. Die Aufnahme in die B-Klasse sollte genau genommen für 30 Jahre die sportliche Heimat des FC Badenia werden.

Platz neun in Premierensaison

In der Premierensaison landete die Mannschaft in der 14er-Staffel mit neun Siegen, einem Unentschieden und 14 Niederlagen auf dem 9. Tabellenrang. Das änderte sich lange Zeit nur geringfügig. Erst mit Beginn der 1970er Jahre klopfte der FC Badenia vehement an das Tor zur A-Klasse. Doch gleich viermal innerhalb von fünf Jahren ging die Mannschaft als Vizemeister ins Ziel, verpasste damit den Aufstieg. 1972/1973 landete der Verein punktgleich hinter dem 1. FC Alemannia Rheinau und bekam in einem Entscheidungsspiel die Aufstiegschance. Die Rheinauer siegten jedoch mit 3:2.

Ein Jahr später schloss der FC Badenia hinter dem ESV Blau-Weiß Mannheim auf dem undankbaren zweiten Rang ab. 1974/1975 kostete ein 0:7 beim direkten Konkurrenten VfL Hockenheim den Spitzenplatz, den stattdessen die Rennstädter einnahmen.

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14 Siege, fünf Unentschieden und nur eine Niederlage reichten auch 1977 nicht, um aufzusteigen. Erneut ging es in ein Entscheidungsspiel, dieses Mal hieß der Gegner DJK Schwetzingen. Nach dem 2:2 nach Verlängerung im ersten Spiel ging die DJK im Rückspiel mit 2:1 als Sieger vom Platz.

Für den FC Badenia hieß die weitere Zukunft erneut 13 Jahre Dasein in der B-Klasse. 1987/1988 wurde der Tiefpunkt erreicht – mit dem vorletzten Tabellenrang.

Niederlage im Entscheidungsspiel

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Ein Jahr später kam Hirschacker dann aber wieder auf den zweiten Platz und ging in ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg. Erneut war der Gegner, dieses Mal der MFC 08 Lindenhof, stärker und siegte mit 3:2.

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1990 sorgte eine Neugliederung im Mannheimer Kreisfußball dafür, dass Platz drei für den Aufstieg des FC Badenia in die A-Klasse reichte. Aus einer wurden nun zwei A-Liga-Staffeln und aufgefüllt wurde „von unten“. Vier Jahre lang kämpfte der FC Badenia gegen den Abstieg, 1994 ging es dann als Tabellenletzter zurück in die B-Klasse.

Hirschacker reihte sich dort aber umgehend oben ein und nach zwei vierten Plätzen buchten die „Hirsche“ mit zwei Punkten Vorsprung auf den FC Germania Friedrichsfeld die Meisterschaft in der Spielzeit 1996/1997. Der Ausflug in die A-Klasse geriet jedoch zum Fiasko. Erst am 15. Spieltag gelang mit einem 1:1 beim SC Olympia Neulußheim der erste Punktgewinn der Saison. Das Torverhältnis zur Saisonhalbzeit lautete 5:48. Am 23. Spieltag klappte der erste Saisonsieg. Ugur und Duhm trafen für den FC Badenia zum 2:1 beim Straßenbahner SV Mannheim.

Der zweite Saisonerfolg erfolgte am 28. Spieltag – der Abstieg war bereits besiegelt – mit dem 2:0 gegen die SG Oftersheim II.

Apollon wird Untermieter

Keiner sollte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass es anschließend für weitere 20 Jahre zurück in die B-Klasse gehen sollte. Anfang der 2000er Jahre bekam der FC Badenia für einige Jahre mit dem griechischen Klub Apollon Schwetzingen einen Untermieter.

Seit 2010 ist der KSC Schwetzingen zweiter Nutzer des Sportgeländes am Eiskellerweg. In der Saison 2006/2007 konnte der FC Badenia gar eine zweite Mannschaft in den Spielbetrieb der C-Klasse melden – das Team belegte am Ende den zwölften Rang.

Im Sommer des vergangenen Jahres, pünktlich zu den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 60. Geburtstag, gelang den „Hirschen“ unter Trainer Dennis Hardung abermals die Rückkehr in die A-Klasse.

Ein unerwarteter Spieler-Exodus führte aber in der Sommerpause fast zum Erliegen des Spielbetriebs. In der A-Liga haben die Gelb-Schwarzen bis zur Winterpause einen Nichtabstiegsplatz erreicht. wy