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Handball - Abwärtstrend bei Unparteiischen-Teams hält seit längerer Zeit an / Pandemie hat Situation verschlimmert / BHV-Vizepräsident sieht dringend Handlungsbedarf

Verband schlägt Alarm: Schiedsrichter-Lage ernst

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Im Handball herrscht Schiedsrichtermangel. Deswegen werden künftig häufiger vereinseigene Kräfte pfeifen. © Nix

„Ohne Schiedsrichter funktioniert kein Handball“, bringt Ulrich Schuler, Vizepräsident Schiedsrichterwesen des Badischen Handball-Verbands (BHV), die aktuelle Situation auf den Punkt. Seit längerer Zeit zeigt sich ein Abwärtstrend bei den Schiedsrichter-Teams, die für Partien im BHV-Bereich zur Verfügung stehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Pandemie wirke sich in diesem Punkt zusätzlich negativ aus.

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Nachfolgende Ligen werden wie folgt durch den BHV-Landeskader ...

Nachfolgende Ligen werden wie folgt durch den BHV-Landeskader besetzt: Badenligen Männer und Frauen je 16 und 12 Mannschaften = 14 Spiele am Wochenende; Verbandsligen Männer und Frauen je 14 und 12 Mannschaften = 13 Spiele am Wochenende; Spiele der männlichen BW-Oberliga der A- und B-Jugend soweit möglich = etwa zehn Spiele am Wochenende.

Im Bezirk Rhein-Neckar-Tauber sollen in der Männer- und Frauen-Bezirksliga 4 sowie der männlichen und weiblichen E-Jugend vereinseigene Schiedsrichter pfeifen. Im Bezirk Alb-Enz-Saal sind es sogar acht Spielklassen. ali

Schuler sagt mit Blick auf den kurz bevorstehenden Saisonstart 2021/22: „Die Lage wird immerhin etwas kompensiert, da in der neuen Runde ein veränderter Modus ausgetragen wird, wodurch in Summe weniger Spiele ausgetragen werden. Langfristig besteht jedoch dringender Handlungsbedarf, sofern es – wie wir alle hoffen – wieder eine reguläre Spielzeit gibt.“

Nur eingeschränkte Verfügbarkeit

Aktuell stehen 17 Schiedsrichter-Teams für BHV-Spiele auf Landesebene zur Verfügung. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit lassen darauf schließen, dass im Saisonverlauf weitere Teams ausfallen. Zusätzlich sind in den Teams einige aktive Spieler vertreten, deren Verfügbarkeit an den Wochenenden nicht immer, oder nur eingeschränkt gegeben ist.

Verschärft wird die Problematik, da aus den höheren Spielklassen nicht mit Unterstützung für den BHV zu rechnen ist. In der Baden-Württemberg-Oberliga sind fünf BHV-Schiri-Teams am Start, in der 3. Liga drei, die mit 82 Gespannen bis zu 76 Begegnungen am Wochenende zu besetzen hat, und eines steht im Bundesligakader.

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All diese wenig erfreulichen Voraussetzungen haben die Verantwortlichen für das Schiedsrichterwesen im BHV sowie auf Bezirksebene dazu veranlasst, sich intensiv damit auseinanderzusetzen und Fakten zu schaffen, die eine möglichst effektive Einsetzung der Gespanne ermöglicht. „Diese Festlegung sieht vor, dass in der neuen Saison im Schnitt nur 27 Spiele in den beiden Baden- und Verbandsligen ausgetragen werden“, erläutert Schuler.

Der BHV-Vizepräsident Schiedsrichterwesen hält deshalb fest: „Für den BHV ist es erforderlich, dass sämtliche andere Ligen ab den Landesligen durch Schiedsrichter aus den beiden Bezirken Alb-Enz-Saal und Rhein-Neckar-Tauber besetzt werden.“

Auswirkung auf untere Ligen

Der Schiedsrichtermangel wirkt sich auf die unteren Ligen noch schwerwiegender aus. Es wird in der derzeitigen Situation nicht möglich sein, alle Spielklassen mit neutralen Schiedsrichtern zu besetzten.

Sollten weitere Begegnungen von den Schiedsrichtereinteilern nicht besetzt werden können, werden sowohl die Heim- als auch die Gastmannschaft spätestens am Donnerstagabend von der spielleitenden Stelle informiert. Dann müssen diese Spiele ebenfalls von vereinseigenen Schiedsrichtern geleitet werden.

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Vereinseigene Schiedsrichter mit eingetragenen Freiterminen dürfen keine Spiele leiten, die durch vereinseigene Schiedsrichter zu besetzen sind. Spielrückgaben ohne Freitermine, um vereinseigene Spiele zu leiten, sind nicht zulässig. Eventuell kurzfristige Einteilungen haben in jedem Fall Vorrang und können nicht mit Hinweis auf zu leitende vereinseigene Spiele abgelehnt werden.

„Müssen zusammenarbeiten“

Schuler erläutert die großen Anstrengungen, die von Verbandsseite unternommen werden, um den Schiedsrichter-Rückgang aufzuhalten: „Spiele, die freitags bis 15 Uhr nicht besetzt werden können, werden am jeweiligen Wochenende ohne neutrale Schiedsrichter-Ansetzung erfolgen. Die Ansetzer werden die Staffelleiter informieren, die dann ihrerseits die Mannschaften, beziehungsweise Verantwortlichen in Kenntnis setzen. Letztlich ist nur ein konzertiertes Vorgehen sinnvoll. Und dafür müssen wir zusammenarbeiten, damit wir unseren geliebten Sport weiter betreiben können.“

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