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2. Fußball-Bundesliga - In Partie des SV Sandhausen gegen Ingolstadt kehrt Ex-Spieler Denis Linsmayer an alte Wirkungsstätte zurück

Wiedersehen gibt es schneller als gedacht

Von 
Maximilian Wendl
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Gerade einmal 27 Tage nach seinem Abschied kehrt Denis Linsmayer zum SV Sandhausen zurück. Mit dem FC Ingolstadt will der Mittelfeldspieler am Freitagabend den ersten Saisonsieg einfahren (18.30 Uhr) und gleichzeitig den alten Weggefährten einen Rückschlag verpassen. Kaum jemand kennt den SVS besser als Linsmayer, der acht Jahre lang das Trikot der Schwarz-Weißen trug. Sein Abgang sorgte am Hardtwald für Ärger, er brachte das Fass zum Überlaufen. Der Streit zwischen Anhängern und Vereinsführung eskalierte und legte dar, wie tief die Gräben sind.

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Linsmayer selbst möchte das nicht zu sehr an sich ranlassen und auch nicht großartig über die Art und Weise der Kommunikation vor seinem Abschied sprechen. Für ihn steht der Klassenerhalt mit dem eigenen Club an oberster Stelle. „Wir müssen versuchen, die drei Punkte zu holen. Was den Klassenerhalt angeht, ist Sandhausen in dieser Saison ein direkter Konkurrent. Ich weiß, was da auf uns zukommen wird. Es wird intensiv, ich erwarte viele Zweikämpfe, bin aber auch positiv gestimmt, wenn wir an die zuletzt gezeigte Leistung anknüpfen.“

„Er wird sein Wissen weitergeben“

Denis Linsmayer (l.) – hier bedrängt von Heidenheims Tim Kleindienst – kehrt nach Sandhausen zurück. Allerdings im Trikot des FC Ingolstadt. © dpa

Sein ehemaliger Trainer Gerhard Kleppinger glaubt indes nicht, dass es ein Nachteil ist, dass Linsmayer jetzt in anderen Farben aufläuft. „Das tangiert uns nicht, aber natürlich wird er sein Wissen weitergeben“, sagte der 63-Jährige. Neben Linsmayer ist übrigens auch Nils Röseler von Sandhausen zu den Schanzern gewechselt. Beide Spieler wurden beim SVS nicht mehr gebraucht. Für beide Spieler erhielt man aber auch keine Ablösesumme, weil man sich auf eine Auflösung des Vertrags einigte.

Dass aber auch beim Gegner im Hintergrund nicht alles passt, zeigt ein Interview des Aufstiegstrainers Tomas Oral und dem früheren Geschäftsführer Michael Henke. Unmittelbar nach dem Aufstieg kam es zur überraschenden Trennung. Die Protagonisten Henke und Oral schwiegen lange, doch jetzt meldeten sie sich zu Wort. Oral sagte in einem Interview beim Fernsehsender „Sport1“: „Es ist besser, getrennte Wege zu gehen, wenn zwei Parteien unterschiedlich denken. Nach meinem Wissensstand hätte die geplante sportliche Ausrichtung viele Kompromisse verlangt, die einzugehen waren wir nicht bereit. So bedauerlich dies für den FCI ist, so verständlich ist es auch: Fußball und Kompromisse sind kein homogenes Paar.“

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Unterschiedliche Vorstellungen

Henke ergänzte: „Mit dem Aufstieg konnte man sehen, dass wir es nicht so schlecht gemacht haben. Das war von vornherein das Ziel. Doch einen Tag nach dem Aufstieg stellte ich dann plötzlich fest, dass sich im Klub etwas verändert hat und neue Ideen aufgetaucht sind. Als dann auch noch die Trainerfrage ohne große Diskussionen im Raum stand, merkte ich, dass etwas auseinanderläuft, weil es unterschiedliche Vorstellungen gibt. Also nicht mit mir, dachte ich, weil ich Erfolg haben will, und ich bin mir ziemlich sicher, dass man so keinen Erfolg haben kann.“

Mit Linsmayer und Röseler als Stützen hat die FCI-Clubführung es immerhin schon einmal geschafft, arrivierte Kräfte an die Donau zu locken. Malte Metzelder, der beim FCI für die Kaderplanung zuständig ist, sagt: „Wir haben stets betont, dass wir bei unseren Neuzugängen mit Sorgfalt agieren, um unseren Kader sukzessive zu verbessern.“ Röseler will nach 25 Spielen und sieben Torbeteiligungen in Sandhausen wieder regelmäßig spielen: „Nach den sehr guten Gesprächen mit der sportlichen Leitung und dem Trainer war für mich schnell klar, dass ich ein Teil dieses familiären und doch modernen Vereins sein will. Die Schanzer sind als Aufsteiger sicherlich nicht so gestartet, wie man sich das gewünscht hat, doch ich sehe viel Potenzial beim FCI. Jetzt will ich mich schnellstmöglich im Team integrieren.“

Ihn führt der Angriff nur neun Tage nach seinem Abschied aus Sandhausen wieder zurück. So wie Linsmayer auch hält sich der Innenverteidiger aber nicht mit großen Sprüchen auf. Im Kampf um den Klassenerhalt zählen nur Punkte und deswegen sagt Röseler: „Es heißt für uns alle: Ärmel hochkrempeln und gemeinsam angreifen.“

Gewohnte Unterstützung

Und in Sandhausen ist nach dem Zwist auch wieder Ruhe eingekehrt. Nachdem sich bereits am Mittwoch die Vereinsführung geäußert hatte, verkündete nun die „Szene 1916“, ein Zusammenschluss mehrerer Fanclubs: „Nachdem wir bereits am Sonntag in Aue wieder organisiert auftraten, möchten wir auf diesem Wege mitteilen, dass wir auch in den kommenden Heimspielen für den gewohnten akustischen Support sorgen werden. Diese Entscheidung basiert maßgeblich auf der Erhöhung des Gästekontingents auf zehn Prozent der erlaubten Stadionauslastung – somit ist unser größter Kritikpunkt vom Saisonbeginn mittlerweile hinfällig. Wir freuen uns auf die Rückkehr zu einem organisierten Support.“ Der SVS kann diesen Rückhalt im Kampf um den Ligaverbleib gut gebrauchen.

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Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.

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