Im Interview - Katrin Schneider über das womöglich richtungsweisende Spiel der Ketscher Bären gegen Wildungen Wiedersehen mit ehemaliger Ziehmama

Von
Maximilian Wendl
Lesedauer:

Sich gegen einen Drittligisten im Pokal Selbstvertrauen zu holen, hat nicht funktioniert. Am Samstag sind die Kurpfalz-Bären aus Ketsch in der Handball-Bundesliga gegen den Tabellennachbarn HSG Bad Wildungen gefordert (Anwurf: 18 Uhr). Im Interview spricht Trainerin Katrin Schneider über das Achtelfinale im DHB-Pokal gegen die Neckarsulmer Sport-Union und das besondere Wiedersehen mit Vipers-Trainerin Tessa Bremer.

Bären-Trainerin Katrin Schneider und Lara Eckhardt im Gespräch – von einem richtungsweisenden Spiel gegen Bad Wildungen werden die beiden wohl nicht sprechen. © Lenhardt
AdUnit urban-intext1

Katrin Schneider, am Mittwochabend war die Auslosung für das Achtelfinale des DHB-Pokals. Wie haben Sie sie verfolgt und wie haben Sie das Los – ein Heimspiel gegen Neckarsulm – denn aufgenommen?

DHB-Pokal Achtelfinale

Ausgelost wurden folgende Begegnungen: Kurpfalz-Bären – Neckarsulmer Sport-Union; TSV Nord Harrislee – VfL Waiblingen, SV Union Halle-Neustadt – HSG Bensheim/Auerbach, Buxtehuder SV – TuS Metzingen, HSG Blomberg-Lippe – Thüringer HC, Borussia Dortmund – TSV Bayer 04 Leverkusen, HSG/DJK Marpingen / SC Alsweiler – Frisch Auf Göppingen, SG 09 Kirchhof – SG BBM Bietigheim.

Die Achtelfinal-Begegnungen sind für Samstag und Sonntag, 2. und 3. November, vorgesehen. mjw

Katrin Schneider: Um ehrlich zu sein, habe ich die Auslosung gar nicht verfolgt und das Los erst mitbekommen, als ich per WhatsApp informiert wurde. Ich bin natürlich erst einmal froh, dass wir ein Heimspiel haben und ich denke, es dürfte ein interessantes Kampfspiel werden.

Ein kurzer Blick zurück auf den knappen 26:25-Erfolg in der zweiten DHB-Pokalrunde gegen den Drittligisten HSG Gedern/Nidda. Wie fiel die Aufarbeitung des Pokalspiels aus?

AdUnit urban-intext2

Schneider: Es war wichtig, die Partie so schnell wie möglich abzuhaken. Jede Spielerin hat sich allerdings in der Videoanalyse nochmals mit dem Spiel und der eigenen Leistung auseinandergesetzt. Das Pokalspiel ist somit aus dem Kopf verbannt und wir stecken schon mitten in den Vorbereitungen für das Heimspiel gegen Bad Wildungen.

Wie sieht es in personeller Hinsicht aus? Zuletzt hatte Lena Feiniler passen müssen.

AdUnit urban-intext3

Schneider: Bei ihr müssen wir noch etwas abwarten. Ich möchte da auch kein Risiko eingehen. Die Gesundheit geht vor und das Risiko der Verschlimmerung ist meist größer. Daher werden wir die Woche mal sehen, wie sie auf gesteigerte Belastung reagiert

AdUnit urban-intext4

Sollte Lena Feiniler am Samstag tatsächlich nicht zur Verfügung stehen: Wie schwer wiegt der Ausfall der Kreisläuferin?

Schneider: Jede Spielerin, die aus gesundheitlichen Gründen ausfällt, schwächt uns natürlich – egal, ob im Angriff oder in der Abwehr. Aber ich muss sagen, dass Elena Fabritz ihre Sache am vergangenen Wochenende sehr gut gemacht hat und die Lücke super schließen konnte.

Mit Bad Wildungen kommt nun eine Mannschaft nach Ketsch, die bisher auch noch kein Erfolgserlebnis feiern durfte. Im HSG-Lager spricht man von einem richtungsweisenden Spiel, sehen Sie das auch so?

Schneider: Als richtungsweisend würde ich das Spiel jetzt nicht betiteln. Natürlich ist Wildungen auch mit 0:6-Punkten gestartet, die HSG verfügt aber über eine gute Mannschaft mit vielen jungen Spielerinnen, die über 60 Minuten Vollgas geben und erfahrenen Spielerinnen, die in heiklen Phasen das Spiel in die Hand nehmen. Ich denke, es wird ein wirklich schnelles Spiel und ich bin gespannt, was wir entgegensetzen können.

Mit Trainerin Tessa Bremer haben Sie in ihrer aktiven Zeit in Trier zusammengespielt. Wie wichtig ist Ihnen diese Verbindung?

Schneider: Sie war eine Art Ziehmama für mich. Sie hatte immer Tipps für junge Spielerinnen parat und hat immer versucht, alle ein Stück weiter nach vorne zu bringen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Als Mitspielerin konnte man sich immer auf sie verlassen und sie hatte stets ein offenes Ohr. Jetzt als Trainerin gegen sie anzutreten, wird eine neue Erfahrung für mich.

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.