2. Fußball-Bundesliga - Kritik von Sandhausens Präsident „Wir werden niemals aufgeben“

Von 
Maximilian Wendl
Lesedauer: 

Dennis Diekmeier ist nun wirklich nicht als Offensiv-Waffe im Profi-Fußball bekannt. Der 31-jährige Kicker des SV Sandhausen musste 294 Spiele warten, ehe er sein erstes Tor im Vorjahr erzielen durfte. Trotzdem entschied sich Trainer Michael Schiele am Freitagabend dazu, den gelernten Rechtsverteidiger als hängende Spitze aufzustellen. Gebracht hat dieser Schachzug wenig, denn Diekmeier konnte das Angriffsspiel nicht ankurbeln und der SVS unterlag gegen den FC St. Pauli, einem direkten Mit-Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, mit 1:2 (0:0).

AdUnit urban-intext1

Der Coach sah sich in seiner taktischen Ausrichtung aber dennoch bestätigt: „Wir wollten sicher stehen und konsequent verteidigen. Das ist uns bis zu einem gewissen Zeitpunkt auch gelungen.“ Wobei die Schwarz-Weißen beim Gastspiel in Hamburg durchaus auch Glück hatten, dass sie nicht bereits im ersten Durchgang ins Hintertreffen gerieten. Unter anderem parierte Keeper Stefanos Kapino zwei Mal gegen die Angreifer des Kiez-Clubs.

St. Paulis Omar Marmoush (r.) und Sandhausens Nils Röseler im Zweikampf um den Ball. © dpa

Nach der Pause fielen die drei Treffer des Abends binnen sieben Minuten: Daniel-Kofi Kyereh und Guido Burgstaller waren für St. Pauli erfolgreich, ehe Kevin Behrens verkürzte. Sandhausen rannte zwar an, aber letztendlich stand unterm Strich einmal mehr die neunte Auswärtspleite im zehnten Anlauf zu Buche. Präsident Jürgen Machmeier sparte nicht mit kritischen Worten: „Von dem einen oder anderen Spieler war es einfach zu wenig. Wir bekommen wieder zwei Gegentore, die man so nicht bekommen darf. Auswärts zieht sich das wie ein roter Faden durch unsere Saison.“

Abschreiben möchte Machmeier seine Truppe aber noch lange nicht: „Wir werden es schaffen. In Sandhausen wird niemals aufgegeben. Dafür muss unsere Mannschaft stehen und wieder eine Trotzreaktion zeigen.“

Jetzt Derby gegen den KSC

AdUnit urban-intext2

In Derbys gegen den Karlsruher SC hat Sandhausen zuletzt allerdings selten gut ausgesehen und drei Niederlagen nacheinander kassiert. Nun ist der KSC, der am Samstag, 13. Februar, an den Hardtwald kommt (Spielbeginn: 13 Uhr), auch noch ordentlich in Form, was die Mission nicht unbedingt leichter macht. „Wir müssen an unseren Schwächen arbeiten und zu Hause wieder etwas holen. Wir haben immer noch alle Chancen in der eigenen Hand“, sagte Schiele, der künftig wahrscheinlich nicht mehr auf Diekmeier im offensiven Mittelfeld bauen wird. Der Kapitän verfügt über herausragende Flankenläufe, gestalterische Fähigkeiten als Kreativposten gehören allerdings nicht zu den Stärken Diekmeiers.

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.