Handball - Mit dem 37:30 gegen ein überfordertes Grundfos Tatabanya starten die Rhein-Neckar Löwen standesgemäß in den Doppelschlag der European League Scheibenschießen zur Frustbewältigung

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Thorsten Hof
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Ein Stimmungsaufheller: Jesper Nielsen schlug mit den Rhein-Neckar Löwen das ungarische Team Tatabanya deutlich. © Binder

Mannheim. Wiedergutmachung für die 32:34-Niederlage in Göppingen konnte es bekanntermaßen keine geben, die Punkte in der Liga sind unwiederbringlich weg. Doch zum Auftakt in den European-League-Doppelschlag innerhalb von nur drei Tagen bewiesen die Rhein-Neckar Löwen immerhin, dass sie noch genug Spiel- und Lauffreude für die kommenden Aufgaben haben. Zwar wurde der ungefährdete Tabellenführer der Gruppe D beim 37:30 (20:13) gegen das weiter punktlose Schlusslicht aus Tatabanya nur in den ersten zehn Minuten ernsthaft gefordert, doch Siege sind schließlich am besten geeignet, um das Selbstbewusstsein wieder aufzupolieren. „In der ersten Halbzeit haben wir wirklich ein tolles Tempo gespielt. In der zweiten Halbzeit war dann etwas der Dampf raus. Aber insgesamt haben wir das Ding verdient gewonnen“, sagte Trainer Martin Schwalb nach der klaren Angelegenheit.

Handball Rhein-Neckar Löwen bezwingen Grundfos Tatabánya KC

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Die Löwen schonten in der Partie gegen die Ungarn Torwart Andreas Palicka, Ilija Abutovic und wie gehabt Romain Lagarde fehlten wegen muskulärer Probleme. Doch das fiel in dieser Partie nicht weiter ins Gewicht, weil die Badener mit dem beweglichen Innenblock Ymir Gislason/Jesper Nielsen von Beginn an viel aggressiver als noch am Sonntag agierten und auch die Fehler der Ungarn gleich bestraften. Zwei der Treffer bis zum schnellen 3:0 fielen aus dem Gegenstoß, Tatabanyas Coach Vladan Matic beantragte sofort die erste Auszeit. Doch das änderte nichts Grundlegendes an der Partie. Tatabanya hatte massive Probleme im Abschluss und in der Ballbehandlung, die Löwen zogen dagegen einsam ihre Kreise und bestraften die Fehlwürfe oder Ballverluste – abgesehen von ein paar verpassten Chancen zu Beginn – mit schnellen Ballpassagen. Nach dem 5:5 (10.) wurde es dann richtig bitter für die Magyaren, die für zehn Minuten kein Tor mehr erzielten. Ganz anders die Löwen, die mit einem 6:0-Lauf zum 11:5 (17.) konzentriert die Weichen stellten.

Rhein-Neckar Löwen: Katsigiannis, Gierse (ab 40.) Späth – ...

Rhein-Neckar Löwen: Katsigiannis, Gierse (ab 40.) Späth – Tollbring (6), Kohlbacher (1), Groetzki (6) – Nilsson (5), Schmid (2/2), Lagergren – Gislason (5), Nielsen (3), Ahouansou (5), Kirkeløkke (4), Patrail, Gensheimer (n.e.).

Grundfos Tatabanya KC: Bartucz, Konecny (n.e.) – Molnar, Sipos, B. Hornyak (6/2) – Zdolik (3), Gyori (3), Anscin (7) – Ilyes, Juhasz (5), Bozovic (1), Debreczeni (3), Nemes, Sunajko (2), P. Hornyak (2).

Strafminuten: Fehlanzeige – Bozovic (2), Sipos (2).

Beste Spieler: Tollbring – Bartucz, Hornyak. – Schiedsrichter: Denis Bolic/Christoph Hurich (Österreich).

Zuschauer: nicht zugelassen.

Über 15:7 und 19:11 ging das muntere Scheibenschießen bis zur Halbzeit weiter, Tatabanya gönnte sich bis dahin sogar den Luxus, zwei Siebenmeter mitten über das Tor zu werfen. So war dem ungefährdeten Tabellenführer der Gruppe D natürlich nicht beizukommen, beim Halbzeitstand von 20:13 war schon mehr als eine Vorentscheidung gefallen. „20 Tore waren da fast zu wenig, weil wir ein paar freie verballert haben, Das hätte nicht sein müssen“, sah Coach Schwalb dennoch Verbesserungsbedarf bei seinen Profis.

Nach dem Wechsel stelle der Coach auf Schichtbetrieb um, für Albin Lagergren durfte auf halbrechts jetzt Niklas Kirkeløkke ran. Auch Mait Patrail bekam Spielzeit, während Regisseur Andy Schmid das Geschehen von der Bank aus verfolgen durfte. Doch trotz der Wechsel machte der Favorit da weiter, wo er aufgehört hatte. Schnell war beim 23:13 der erste Zehn-Tore-Vorsprung hergestellt, nach 40 Minuten durfte dann Nachwuchsmann Niklas Gierse zwischen die Pfosten.

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An ihm lag es allerdings nicht, dass der Vorsprung nun etwas zusammenschmolz. In der Abwehr wurde nicht mehr so konsequent zugegriffen, im Angriff nicht geduldig genug auf die beste Chance gewartet. Beim 29:23 (47.) hatte Coach Schwalb genug gesehen und erinnerte sein Team nochmals an die Vorgaben. Die kurze Ansprache fruchtete, danach herrschten wieder klare Verhältnisse.

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Redaktion Sportredakteur, Schwerpunkte SV Waldhof, Rhein-Neckar Löwen.