2. Fußball-Bundesliga

SV Sandhausen kämpft in Kiel gegen den Auswärtsfluch an

Von 
Maximilian Wendl
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Daniel Keita-Ruel und der SV Sandhausen wollen sich in Kiel gegen den Vereinsnegativrekord von neun Auswärtsniederlagen nacheinander stemmen. © DPA

Sandhausen. Der SV Sandhausen kämpft in der 2. Fußball-Bundesliga nicht nur gegen den Abstieg, sondern auch gegen einen Vereinsnegativrekord. Neun Auswärtsniederlagen nacheinander gab es vorher noch nie. Auch bei der SpVgg Greuther Fürth konnten sich die Schwarz-Weißen trotz ordentlicher Leistung nicht belohnen. Einen neuen Versuch unternimmt das Team der beiden Trainer Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits im Nachholspiel des 30. Spieltags am Dienstagabend bei Holstein Kiel (Spielbeginn: 18.30 Uhr).

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Neben der Negativbilanz in der Fremde drängt sich nach der Partie im Frankenland noch ein weiterer Wert auf. 22 Punkte hat der SVS nach einer Führung noch aus der Hand gegeben. Nur der 1. FC Nürnberg hat mit 27 Zählern noch häufiger einen Vorsprung hergeschenkt. Kleppinger sagte dazu am Montag: „Wir dürfen die Augen vor diesen Werten nicht verschließen, sie sprechen eine deutliche Sprache. Als Trainerteam versuchen wir aber, die positiven Dinge in den Vordergrund zu rücken und ich bin mir sicher, dass dies Früchte tragen wird. Wir wollen endlich etwas Zählbares nach Hause bringen.“

Bei den heimstarken Kielern, die sich im Aufstiegskampf befinden, dürfte Sandhausen ein schwieriges Unterfangen bevorstehen. Kleppingers Hoffnung besteht darin, dass die 0:5-Pleite im Pokal-Halbfinale am vergangenen Samstag gegen Borussia Dortmund bei den Störchen Spuren hinterlassen hat. „Wenn man so vorgeführt wird, so kenne ich es aus meiner aktiven Zeit, dann macht man sich nach so einem Spiel schon seine Gedanken. Da spielt es keine Rolle, ob der Gegner Dortmund hieß und einer der besten Clubs Deutschland ist“, meint der 63-Jährige. „Ich bin mir sicher, dass sie das erst einmal verarbeiten müssen. Allerdings kann ich nicht beurteilen, in welcher Weise sie dies tun.“ Kiels Coach Ole Werner widerspricht: „Das sind zwei verschiedene Wettbewerbe. Wir werden keine bleibenden Schäden mit in die nächsten Spiele nehmen.“

Der SVS konnte etwas ausspannen und die Akkus aufladen. Nach zuvor sechs Spielen in sechs Tagen nach der Corona-bedingten Quarantäne hatte das Trainerduo nun Zeit, die Mannschaft optimal vorzubereiten. „So konnten wir auch im taktischen Bereich mal wieder etwas mehr machen. Wir müssen weiter Rücksicht auf die Spieler nehmen, aber dank unserer guten Trainingssteuerung und mit Hilfe des Adrenalins, das auf dem Platz dazukommen wird, werden wir es auch in Kiel wieder hinbekommen, an unsere Grenzen zu gehen.“

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In personeller Hinsicht wird sich das Aufgebot nicht verändern. Robin Scheu ist nach seiner Schulter-Operation zwar wieder ins Einzeltraining eingestiegen, ein Einsatz käme aber noch zu früh. Auch Besar Halimi und die langzeitverletzten Profis Rick Wulle und Patrick Schmidt fehlen weiterhin.

Bei den Störchen stehen Stefan Thesker, Mikkel Kirkeskov nach Verletzungen sowie Aleksandar Ignjovski und Ioannis Gelios nach Corona-Erkrankungen noch nicht wieder zur Verfügung.

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Wieder einsatzfähig ist dafür Alexander Mühling (geb. Bieler). Der frühere Sandhäuser dürfte wohl auch wieder direkt in der Startformation stehen. Während Mühling mit den Nordlichtern mit dem vierten Heimsieg in Serie einen neuen Vereinsrekord anpeilt, geht es für die Gäste darum, den Fluch in der Fremde endlich loszuwerden. Allerdings: In Kiel hat der SVS bislang noch nie einen Dreier einfahren können.                mjw

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Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.