Badenia - Michael Jung gewinnt den Klassiker in Mannheim und lobt das Turnier

Eine Hundertstel entscheidet

Von 
Sibylle Dornseiff
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Mannheim. Vielseitigkeits-Olympiasieger Michael Jung aus Horb hat beim 57. Maimarkt-Reitturnier erstmals die „Die Badenia“ gewonnen. Im Großen Preis der MVV war er auf der 13-jährigen Stute fischerChelsea in 41,85 Sekunden genau eine Hundertstel schneller als Olympiakader-Mitglied Maurice Tebbel (Emsbüren) auf Don Diarado. (41,86). Dritter wurde der Schwede Douglas Lindelöw auf Casquo Blue (43,22).

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Der Sieger der „Badenia“: Michal Jung mit fischerChelsea. © pix

Jung gehört seit Jahren zum Stammpersonal im MVV-Stadion, doch nie zuvor machte er es so spannend. Er legte im Herzschlagfinale des Stechens nach einer bravourösen Runde vor. Tebbel zog ebenso grandios nach, hatte aber mit dem im Reitsport knappsten Ergebnis das Nachsehen. „Den Klassiker Badenia zu gewinnen, ist mega“, strahlte der Sieger. „Wenn man gewonnen hat, findet man zwar meistens alles super, aber hier war wirklich alles toll: die Bedingungen, der Parcours, die Pferde. Vielen Dank für das Turnier.“

Die Badenia

Endergebnis: 1. Michael Jung/fischerChelsae, Horb, 0/41,85 Sec; 2. Maurice Tebbel/Don Diarado, Emsbüren, 0/41,86; 3. Douglas Lindelöw/Casquo Blue, Schweden, 0/43,22; 4. Kendra Claricia Brinkop/Kastelle Memo, Neumünster, 0/43,46; 5. Christian Ahlmann/Mandato van de Neerheide, Marl, 0/44,79; 6. Wilm Vermeir/Jacmotte, Belgien, 0/45,09; 7. Ludger Beerbaum/Mila, Riesenbeck, 0/45.81. sd

„Das ist mega“

Da durfte sich auch MVV-Vorstandsvorsitzender Georg Müller angesprochen fühlen: „In Mannheim stimmen drei Dinge: Die Reiterelite, die reiten will, das Gelände und die Beharrlichkeit von Peter Hofmann. Da sprach alles dafür, die Badenia stattfinden zu lassen. Und wenn dann auch noch ein Badener gewinnt – Herz, was willst du mehr.“

Um den kräftigen Windböen keine Angriffsflächen zu bieten und auch den Hindernissen Halt zu geben, hatte Turnier-Chef Hofmann jede Menge Sandsäcke organisiert. Das war notwendig und zahlte sich auch aus.

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Abwürfe im der „Badenia“ angemessenen Parcours von Christa Jung mit Höhen bis 1,60 m gab es dagegen schon. Im ersten Umlauf der 36 Konkurrenten auch einen einzigen bei Lokalmatador Richard Vogel (RV Mannheim, 4 Fehler) und seinem elfjährigen Wallach Floyo. Der Traum von einer weiteren Badenia-Platzierung nach Rang vier 2019 war zwar zu Ende, doch die Auszeichnung als bester Reiter des gesamten Turniers dürfte Trost genug gewesen sein. Auch, dass seine Lebensgefährtin Sophie Hinners gleich zu Beginn der Prüfung auf dem 13-jährigen Wallach Vittorio die erste von letztlich 14 Nullrunden hinlegte. Sie gehört – wie Vogel – dem deutschen U-25-Kader an, arbeitet bei Dietmar Gugler in Pfungstadt und fand sich in hoch dekorierter internationaler Gesellschaft.

Auch David Will, Badenia-Sieger von 2013 und Geschäftspartner von Vogel im Gut Dagobertshausen bei Marburg, blieb nach 16 Fehlern auf Primus Vom Neumühler Hof nur das Daumendrücken für Sophie Hinners im Stechen. Doch es nützte nichts, eine Stange fiel, sie wurde Elfte (4/44,56).

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Im Brose-Preis, der letzten Prüfung der Youngster-Tour, zeigte Richard Vogels Carlchen zum dritten Mal sein großes Potenzial in Mannheim. Nach den Plätzen eins und zwei in den ersten beiden Tour-Teilen wurde der achtjährige Wallach erneut Zweiter und erhöhte die Anzahl der Podestplätze seines Reiters auf acht (3/3/2) – die Grundlage für den Preis als bester Reiter.

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Im Stechen der zehn „Fehlerlosen“ des ersten Umlaufs war der 24-jährige Vogel in 36,79 Sekunden nur eine halbe Sekunde langsamer als David Will. Der gewann auf dem ebenfalls achtjährigen Carthage in 36,21 sec.

Im Spring-Pokal der Altersklasse U 25 nutzte Lokalmatadorin Hannah Schleef die Chance, beim Finale der vierteiligen Serie im Rahmen des CHIO in Aachen dabei zu sein. Die 22-Jährige, die Bereiterin im Stall von Tina Deurer ist und seit einem Jahr zum RV Mannheim gehört, hatte eine gute Taktik gewählt. Im ersten Durchgang, der noch nicht zur Qualifikation zählte, wurde sie Achte. Mit dem Sieg auf Perry in der zweiten Prüfung holte sie die ersten Punkte.

Im Mannheimer Finale mit Drei-Sterne-Niveau meisterte der zehnjährige Wallach sowohl den ersten Umlauf als auch das Stechen mit null Fehlern. Rang fünf (40,99 Sekunden) hinter Sönke Fallenberg/Chakira (PSV Wessenhorst, 36,62 sec) und Cedric Wolf/Chicitito (Meckenheimer RC, 37,25) brachten weitere Zähler und das Final-Ticket für Aachen.

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