Handball - Nach dem Kantersieg gegen Tatabanya sind die Löwen am Donnerstag gleich gegen Trebnje gefordert / Am Sonntag in Berlin „Laufeinheit“ vor Spitzenspiel

Von 
Thorsten Hof
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Mannheim. Acht Spiele in drei Wochen – der Februar hat es nach der WM-Pause für die Rhein-Neckar Löwen durchaus in sich. Gerade die Partien in der European League nutzt Trainer Martin Schwalb da gerne, um die Kräfte zu verteilen. Nur auf Rechtsaußen fehlen dem Coach momentan die Alternativen. Alexander Petersson ist nach Flensburg gewechselt, die Nachwuchskräfte Kaspar Veigel und Elias Scholtes haben mit Verletzungen zu kämpfen. Auch deshalb hängt derzeit alles an Patrick Groetzki, der nun schon fünf Partien in Folge über 60 Minuten durchhalten musste.

Auch bei Patrick Groetzki kam gegen Tatabanya trotz aller Belastung die Spielfreude zurück. © Sörli Binder
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„Mal ein paar Minuten auf der Bank durchzuatmen wäre in so einer Woche auch mal ganz schön“, sagt der Rechtsaußen mit einem Schmunzeln und merkt mittlerweile wie auch Kapitän Uwe Gensheimer ein bisschen die Muskulatur. „Aber wenn man ein gutes Spiel hinlegen kann, dann bringt das auch viel Selbstvertrauen für die nächsten Begegnungen – und das ist mir fast wichtiger und lieber“, versucht der 31-Jährige das Positive aus der Dauerbelastung mitzunehmen. Und als „gutes Spiel“ konnte Groetzki das 37:30 gegen Grundfos Tatabanya durchaus verbuchen. Mit sechs Toren war der für die WM in Ägypten nachnominierte Nationalspieler gemeinsam mit Linksaußen Jerry Tollbring bester Werfer beim klaren Sieg gegen die Ungarn und konnte mit seinem Teamkollegen den phasenweise blutleeren Eindruck beim jüngsten 32:34 in Göppingen wieder etwas gerade rücken. Schließlich war es vor allem die kämpferische Einstellung, an der es in der Partie bei den Schwaben ein wenig gemangelt hatte. Gegen die Ungarn waren die Löwen dagegen vom Start weg hellwach.

Noch Luft nach oben

„Die Grundeinstellung, die du für ein Europapokal-Spiel brauchst, die haben wir von der ersten Minute an gezeigt“, war auch Trainer Schwalb mit der Vorstellung grundsätzlich einverstanden, sah aber auch Verbesserungsbedarf, um gegen einen besseren Gegner nicht wieder in Bedrängnis zu kommen. „Der Halbzeitstand von 20:13 hört sich zwar komfortabel an, aber den hätten wir noch besser gestalten können. Aber wir haben zu viele freie Möglichkeiten verworfen“, fand Schwalb zielgenau das Haar in der Suppe und sah auch im zweiten Durchgang durch die Wechsel und den klaren Vorsprung bedingt Luft nach oben.

„Wir haben die Führung dann verwaltet. Das war jetzt kein Riesen-Glanzstück in der zweiten Halbzeit. Ich bin froh, dass wir’s gewonnen haben. Machen wir einen Haken dran“, sagte der 57-Jährige, der schon wieder den nächsten European-League-Auftritt am Donnerstag (17 Uhr, SAP Arena) gegen den slowenischen Vertreter RK Trimo Trebnje und natürlich auch das Spitzenspiel am Sonntag in Berlin im Hinterkopf hatte.

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„Jetzt werden wir das analysieren und schauen, was wir für Donnerstag für Alternativen entwickeln, um auch da wieder ein gutes Spiel abliefern können“, erläuterte Schwalb seine durchaus treffenden Ideen, wie etwa Jerry Tollbring die Rolle von Andy Schmid im Einleiten der zweiten Welle übernehmen zu lassen.

Richtungsweisende Partie

Schließlich werden am Donnerstag gegen die flinken Slowenen wieder frische Beine wie die von Tollbring gefragt sein, was auch Patrick Groetzki auf der anderen Flügelseite bewusst ist. „Mit Trebnje kommt ein Gegner, für den wir die Laufschuhe dabei haben müssen. Die werden wieder über 60 Minuten Gas geben“, erwartet der Linkshänder einen ebenso intensiven Schlagabtausch wie in der vergangenen Woche beim 35:29 in Slowenien.

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„Aber wenn wir unsere Taktik und unsere körperliche Präsenz durchziehen, dann sollte das positiv enden“, ist sich Groetzki sicher, der aber schon weiterdenkt. „Am Sonntag steht eine ganz wichtige Partie für uns gegen den Tabellennachbarn an, der auch das erste Liga-Spiel im neuen Jahr verloren hat. Das ist schon etwas richtungsweisend“, ist dem Rechtsaußen bewusst. „Wenn wir da die Punkte mitnehmen, können wir an Platz drei dranbleiben und das muss unser Ziel sein – aber dafür muss dann in Berlin auch sehr viel passen“, weiß Groetzki. Denn der Februar hat es für die Rhein-Neckar Löwen nicht nur was die Belastung betrifft in sich, sondern kann auch erste Weichen stellen.

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Redaktion Sportredakteur, Schwerpunkte SV Waldhof, Rhein-Neckar Löwen.