Börse - Dax-Konzerne schütten nach Einbruch 2020 wieder mehr aus Leichte Erholung bei Dividenden

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Rolf Obertreis
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Frankfurt. Trotz Corona werden die 160 in den hierzulande wichtigsten Börsenindizes vertretenen Unternehmen für das vergangene Jahr rund 44,7 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Das sind knapp fünf Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr, berichtet die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in ihrer aktuellen Dividendenstudie. Vergangenes Jahr war die Gesamtsumme noch um 18 Prozent eingebrochen.

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BASF folgt bei der Gesamtausschüttung im Dax nach Allianz auf Rang zwei. © dpa

„Die Ausschüttungsquote, also der Teil des Gewinns, der an die Anteilseigner ausgeschüttet wird, hat in den Auswahlindizes mit im Schnitt 42 Prozent wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht“, sagt DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Dies zeige, dass die Unternehmen wieder positiver nach vorn schauten. Die Ausschüttung sei ein „echtes Zeichen der Stärke“. Dividenden-Krösus ist auch in diesem Jahr der Münchner Allianz-Konzern, der rund vier Milliarden Euro an seine Eigentümer ausschüttet. 9,60 Euro hat die Allianz wie auch im vergangenen Jahr gezahlt.

Dahinter rangiert unter den 30 großen im Deutschen Aktienindex Dax gelisteten Konzernen BASF mit gut drei Milliarden Euro bei einer Dividende von 3,30 Euro wie 2020. Siemens dagegen schüttet mit 2,975 Milliarden Euro bei einer von 3,90 auf 3,50 gesenkten Dividende gut zehn Prozent weniger aus. Zwar erhöht die Hälfte der Dax-Firmen die Dividende. Aber deutliche Abschläge etwa bei BMW und Bayer und der Komplett-Ausfall bei Continental oder auch der Deutschen Bank lassen die Dividendensumme im Dax nur leicht um 0,4 Prozent auf 34,3 Milliarden Euro steigen.

Großteil fließt ins Ausland

Der Gesundheitskonzern Fresenius bleibt das einzige Unternehmen, das seit 25 Jahren die Dividende in jedem Jahr erhöht hat. Bei Fresenius Medical sind es 24 Jahre. Bei weiteren zwölf Unternehmen sind es zwischen zehn und 19 Jahre, bei SAP etwa elf Jahre mit kontinuierlich höherer Ausschüttung. Umgekehrt hat SAP mit weiteren elf Unternehmen in den vergangenen 25 Jahren die Dividende nie gesenkt.

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Nach Angaben von DSW-Geschäftsführer Tüngler ist es wichtig, dass die Dividende von den Unternehmen auch tatsächlich verdient und nicht aus der Substanz bezahlt werde. „Ein Ärgernis bleibt, dass nach wie vor ein Großteil der Ausschüttungen ins Ausland fließt. Es wäre wünschenswert, wenn mehr Deutsche zumindest einen Teil ihres Geldes in Aktien anlegen. Dann würden auch hierzulande mehr Sparer von den Ausschüttungen der deutschen Aktiengesellschaften profitieren.“ Studien zufolge liegen mehr als 55 Prozent der Aktien der 30 Dax-Konzerne in ausländischen Händen. Damit fließen in diesem Jahr von der Dividendensumme von 34,3 Milliarden Euro fast 19 Milliarden Euro ins Ausland. Für deutsche Privatanleger bleiben bei einem Anteil von circa 17 Prozent an den Dax-Firmen nur rund 5,8 Milliarden Euro.

Korrespondent Seit mehr als 20 Jahren arbeite ich für den Mannheimer Morgen und für andere wichtige Regionalzeitungen wie den Tagesspiegel/Berlin, die Badische Zeitung/Freiburg, die Südwest Presse/Ulm und den Münchener Merkur als Wirtschaftskorrespondent in Frankfurt. Banken, Europäische Zentralbank, Bundesbank, Börse und in Frankfurt ansässige Unternehmen wie Lufthansa und auch Verbände wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA zählen zu meinen Schwerpunkten. Daneben auch die Luftfahrt. Zudem befasse ich mich über die KfW Bankengruppe und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit Fragen der Entwicklungszusammenarbeit.