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Stil: Müssiggang

Mode für kreatives Nichtstun

Von 
Anne Kathrin Doerr
Lesedauer: 
Das Label verwendet ausschließlich Materialien, deren Produktion nicht schädlich ist © Sebastian Weindel

Das Mannheimer Modelabel "Müssiggang" von Nina Metelskaya-Neben richtet sich an Frauen, die zuhause für sich selbst schön sein möchten. ILMA traf die Designer des Labels zum Interview.

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Nina, deine Firma heißt Müssiggang. Wie kam es zu dem Namen?

Die heutige Welt ist ziemlich schnell. Es geht darum, alles schneller zu machen, schneller zu essen, schneller zu arbeiten. Deshalb ist es wichtig, etwas für sich selbst zu tun: Innezuhalten, nachzudenken, zu beobachten. „Kreatives Nichtstun“ nenne ich das. Und das bedeutet für mich Müssiggang. Loungeware, Kleidung zum Entspannen, passt dazu, denn das Zuhause ist der Ort, an dem wir entspannen können.

Welche Produkte bietet Müssiggang?

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Derzeit gibt es gestrickte Shorts und Pullover. Nach und nach sollen auch Produkte wie Shirts und Hosen in das Programm aufgenommen werden. Auch Mode für Männer und für Babys ist geplant – und schmeichelnde Schnitte für große Größen wird es geben. Außerdem werden wir weitere Stoffe einführen – beispielsweise Seide oder Kaschmir.

Und für wen ist die Loungeware gedacht?

Die Zielgruppe für die aktuellen Produkte sind Frauen, die gerne Zeit zu Hause verbringen – und die für sich selbst schön sein möchten. Ich finde es sehr wichtig, vor allem für sich selbst schön zu sein und sich wohlzufühlen.

Seit wann gibt es Müssiggang?

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Ich habe im Sommer 2014 mit der Vorarbeit begonnen, Recherche betrieben und Messen besucht. Im Sommer 2015 waren die ersten Musterstücke fertig und ich habe die GmbH gegründet.

Was hast du vor Müssiggang gemacht?

Ich habe Wirtschaftswissenschaften in Moskau und BWL in Düsseldorf studiert. Danach habe ich bei Risikokapitalfonds gearbeitet und das Potential von Startups bewertet. So habe ich Startups aus verschiedenen Branchen kennengelernt, viel über Unternehmen gelernt und gewartet, bis ich bereit war, selbst ein Unternehmen zu gründen.

Warum bist du als Wirtschaftswissenschaftlerin in die Modebranche eingestiegen?

Momentan befindet sich die Bekleidungsbranche im Wandel. Die neuen Trends bieten Designern, die anders denken, viele neue Möglichkeiten.

Wie sieht der Wandel aus?

Vielen Kunden ist es nicht mehr egal, woher die Kleidung stammt und wie die Mode produziert wird. Es ist ihnen wichtig, dass die Natur im Gleichgewicht bleibt.

Wie erfüllt Müssiggang diese Kundenwünsche?

Wir verwenden ausschließlich Materialien, deren Produktion nicht schädlich ist. Auf den Produktseiten finden Kunden Landkarten, auf denen sie sehen können, woher die Stoffe kommen und wo sie verarbeitet werden. Wir geben Auskunft über jeden Produktionsschritt. Kunden sehen sogar, wo die Etiketten herkommen. Ich finde es schön, die Geschichte zu jedem Kleidungsstück zu kennen und zu erfahren, wie viele Menschen an dem Kleidungsstück gearbeitet haben. Das wertet die Produkte auf. Ich möchte aber niemandem den Nachhaltigkeitsgedanken aufdrängen. An erster Stelle steht bei mir, ästhetische und schöne Kleidung zu machen.

Wie können Kunden bei Müssiggang einkaufen?

Die Modebranche wandelt sich momentan stark vom Einzelhandel zum Online-Geschäft. Modemarken werden ihre Produkte mehr und mehr über eigene Online-Shops direkt an den Kunden verkaufen. Trotzdem finde ich wichtig, dass das Einkaufserlebnis nicht zu kurz kommt. Loungeware von Müssiggang gibt es zwar ausschließlich online – jedoch mit vielen Produktfotos, damit die Kunden schon vor der Bestellung genau wissen, wie das Kleidungsstück aussieht. Falls es dann doch nicht gefällt, ist der Rückversand, wie auch bereits der Versand, kostenfrei. In Mannheim können Kunden die Kollektion auch in meinem Showroom im C-Hub anschauen.

Entwirfst du die Kleidung eigentlich selbst?

Ich überlege mir, wie das Kleidungsstück aussehen soll und wähle die Stoffe aus. Danach arbeite ich mit Designstudenten zusammen.

Warum hast du Müssiggang eigentlich in Mannheim gegründet?

Es gibt mehrere Dinge, die Mannheim und Müssiggang gemeinsam haben. Mannheim ist eine Stadt voller Überraschungen. Und Mannheim ist eine Stadt voller Energie. Die meisten hat ein bestimmter Grund hierher geführt – der Job zum Beispiel oder die Liebe. Nach einer Zeit ist man dann aber überrascht, wie unerwartet schön die Stadt ist. Auch die Energie spürt man an vielen Orten in Mannheim – beispielsweise im Jungbusch. Auch Müssiggang ist voller Überraschungen und voller Energie. Deshalb ist Mannheim die perfekte Stadt für das Unternehmen. Außerdem ist Mannheim eine sehr offene Stadt. Auch Müssiggang ist offen. Wir mögen den Dialog mit unseren Kunden sehr.

Volontariat Anne Kathrin Doerr ist seit Dezember 2015 Volontärin beim "Mannheimer Morgen". Während ihres Studiums der Germanistik, Sozialkunde und Bildungswissenschaften (Staatsexamen) an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und unmittelbar im Anschluss daran arbeitete sie unter anderem bei der Kindernachrichtensendung logo! (ZDF), der Tageszeitung "Die Rheinpfalz", der "Pirmasenser Zeitung" sowie dem Gastromagazin "Espresso" und engagierte sich bei Campusradio Mainz. Als Autorin schrieb sie das "LEO Pfälzer Hüttenbuch", das im März 2016 bei der Pfälzischen Verlagsanstalt erschienen ist. Ein Auszug daraus wurde in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Die Pfalz" gedruckt.

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