Schreibwettbewerb

So funktioniert unser Schreibwettbewerb "Erzähl mir was"

Von 
Stefan M. Dettlinger
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© kmlmtz66/istock

Mannheim. Vielleicht klingt es etwas vermessen, das Motto der dritten Auflage unseres Schreibwettbewerbs „Erzähl mir was“. Wenn man – aus aktuellem Anlass – auf das Thema „Krieg und Frieden“ zu sprechen kommt, schwingt da sofort der Kosmos dieses „Überbuchs“ mit, das der russische Schriftsteller Leo Tolstoi geschrieben hat und das als einer der bedeutendsten Romane der Weltliteratur gilt. Und Tolstois „Krieg und Frieden“ ist dabei so vieles: Es ist historischer Roman über Russland im Krieg gegen Napoleon. Es ist ein röntgenartiger Blick in die russische Feudalgesellschaft in der Ära von Zar Alexander I. Es ist virtuose Darstellung persönlicher Schicksale und Studie bemerkenswerter Charaktere. Und nicht zuletzt ist es auch ein Buch, in dem man vieles lernt über Politik, Allianzen, Diplomatie und das entscheidende Militär, ohne das kein Krieg geführt wird – legendäre Schlachten, Niederlagen, Napoleons vergeblicher Ansturm gegen Russland und die elende Schlacht von Borodino inklusive.

Unermessliches Elend

Für uns aktuelle Erdenbürger ist „Krieg und Frieden“ aber seit jeher einfach auch ständige Realität. Irgendwo auf der Erde ist immer Krieg. Irgendwo auf der Erde ersehnen die Menschen nichts mehr als endlich Frieden, der uns in Europa seit nunmehr 77 Jahren zur Gewohnheit geworden ist. Präsenter sind er und eben auch der Krieg nun geworden, weil er in Europa und vor der Haustür der Europäischen Union geführt wird. Der Krieg rückt uns auf die Pelle.

Das ist der Ablauf

  • Die Geschichte: Ihre Erzählung hat zwischen 8000 und 9000 Zeichen (inkl. Leerzeichen).
  • Das Motto: Ihr Text hat in irgendeiner Form etwas mit der Thematik „Krieg und Frieden“ zu tun.
  • Das Einreichen: Schicken Sie Ihre unveröffentlichte Geschichte bitte als Textdokument in einer E-Mail (an: erzaehlmirwas@mamo.de) an die Redaktion. Nennen Sie mindestens Namen, Alter, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Bitte nur zur Not Papier verwenden und postalisch senden (Postfach 10 21 64, 68021 Mannheim). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Der Einsendeschluss: Ihre Erzählung muss bis Samstag, 25. Juni 2022, die Redaktion erreicht haben (sollten Sie postalisch einreichen, zählt der Poststempel vom 23. Juni).
  • Das Alter: Ihr Alter ist nicht relevant. Falls genügend Einsendungen von Menschen bis 15 Jahre eingehen, werden wir einen Kinder- und Jugendliteraturpreis ausgliedern.
  • Die Preise: Da wir mit der Verleihung der Preise im vergangenen Jahr (Verlängertes Schreibwochenende im Elsass, Besuch zum Stöbern in der Mannheimer Buchhandlung Bender, Büchergutscheine) einige Pandemieprobleme hatten, wollen wir in diesem Jahr erst mal die Coronalage abwarten und dann die Preise bekanntgeben.
  • Wie geht es weiter: Anfang Juli werden die von einer Jury ausgewählten zwölf Finalistinnen und Finalisten bekanntgegeben. Ab 23. Juli lesen Sie die Final-Storys dienstags, donnerstags und samstags in Ihrer Zeitung, auf der Homepage und bei Apple, Spotify und anderen Plattformen hören Sie sie auch als Podcast. Unsere Leserinnen und Hörer stimmen darüber ab, wer die sechs Preise bekommt. Bekannt gegeben werden sie dann Anfang September.

 

Noch Fragen? Bitte E-Mail an: erzaehlmirwas@mamo.de

 

Die Sehnsucht nach Wahrheit, Erkenntnis und Einsicht, nach Frieden, geretteten Menschenleben und überhaupt nach dem, was ein Land wie die Ukraine ausmacht, von der Landwirtschaft über die Infrastruktur bis hin zur Zivilisation und geistigen Kultur – diese Sehnsucht ist für viele von uns erdrückend groß. Wie unermesslich muss sie erst für die sein, die das Elend hautnah erleben!

Nach dem emotionalen „Hoffnung“ und dem lebenspraktischen „Zurück ins Leben“ wird jetzt also erstmals ein Thema Motto bei „Erzähl mir was“, das nichts mit der Pandemie zu tun hat. Sie scheint plötzlich auch ganz klein geworden zu sein in unseren Köpfen. Nun müssen sich aber die Geschichten, die wir suchen, keinesfalls mit der russischen Invasion in die Ukraine beschäftigen. Es ist nur gewissermaßen die zeitgeschichtliche Folie, vor der unser Team die Idee zu „Krieg und Frieden“ hatte. Krieg und Frieden gibt es überall, draußen in der real existierenden Welt, in den unstofflichen und irrealen Weiten des World Wide Web und natürlich tief in uns selbst – zwischen Menschen, die sich streiten, von einander scheiden, sich töten oder versöhnen und auf ewig lieben, was die fast religiöse Maximalform von Frieden darstellen dürfte.

Für alle Generationen

Und klar, niemand von uns ist auch ein Tolstoi. Er und sein rund 1200 Seiten starker Literaturkoloss sollen keinesfalls Messlatte sein für das, was auf acht- bis neuntausend Zeichen zu sagen ist – der Umfang also, den wir für „Erzähl mir was“ suchen. Das sind gerade mal rund sechs Seiten, ein halbes Prozent von Tolstois Romanepos. Deswegen sind wir sicher, dass wieder Hunderte von Ihnen mitmachen werden, vielleicht 14-Jährige wie im vergangenen Jahr Nora Antonic, die unsere Jugendsiegerin wurde, oder auch fast 80-Jährige wie Hans-Jochen Hüchting, der vor zwei Jahren gewann. Dass unser Wettbewerb derart generationenübergreifend werden würde, hat die Redaktion selbst überrascht.

Spannungen aus der Polarität

Nun aber sind Sie dran. Geschichte und Geschichten, Erlebnisse und Stories, also Literatur im Allgemeinen kann groß sein, wenn sie einfach Menschliches und Unmenschliches erzählt. Es geht nicht um Gedichte oder Sachtexte. Es geht um Ihre und Eure Erzählungen, die, erfunden oder gefunden, Spannendes, Positives oder Tragisches literarisch fokussieren. Krieg ist das Schrecklichste, ein paradiesischer Zustand der Frieden. Wir sind gespannt, welche Spannungen aus dieser Polarität erwachsen.

Ressortleitung Stefan M. Dettlinger leitet das Kulturressort des „MM“ seit 2006.

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