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Klimawandel - Wir sind selbst für die Katastrophen verantwortlich und sollten endlich die politischen Konsequenzen daraus ziehen Wann wird man je verstehen?

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Im Jahr 1962 sang Marlene Dietrich „Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben?“ Das 1955 im Original vom Amerikaner Pete Seeger geschriebene weltbekannte und zeitlose Antikriegslied „Where have all the flowers gone?“ gilt als das Lied der Friedensbewegung und hat an Aktualität nichts verloren.

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Der Refrain befasst sich mit der Frage: Wann wird man je verstehen? Soll sagen, dass der Mensch immer wieder dieselben Fehler macht und nichts, aber auch gar nichts aus der Vergangenheit gelernt, hinterfragt oder auf bestimmte Situationen reagiert hat. Adaptiert man den Song auf die heutige Zeit, Lage und Situation, lässt er viele neue, nachdenkliche Interpretationsmöglichkeiten und Sichtweisen zu.

„Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben … was ist geschehen?“: Immer mehr verursacht der Mensch irreparable Umweltsünden und begeht, fast unbemerkt, einen schleichenden Genozid. Durch den Einsatz von Schädlings- und Unkrautbekämpfungsmitteln, den sogenannten Pestiziden, die überwiegend dem Schutz von Nutzpflanzen dienen sollen, werden das Trinkwasser, unsere Äcker und Böden und damit auch der Mensch verseucht. Mittlerweile wurden Reste dieser Pflanzenschutzmittel in vielen Lebensmitteln nachgewiesen. Die toxischen und pathologischen Folgen für den Menschen sind nicht absehbar, werden aber gerne von den Herstellern verharmlost beziehungsweise negiert. Es ist bekannt, dass Pestizide das Insekten- und Artensterben in einer noch nie dagewesene Dimension und Schnelligkeit vorantreiben und somit das Gleichgewicht unseres Ökosystems in eine nicht wieder gut zu machende Weise schädigen.

Zu den größten Umweltschädigern gehört der CO2-Ausstoß. Er ist vor allem für die verpestete Luft, die Erderwärmung und alle mit ihr verbundenen katastrophalen Auswirkungen verantwortlich. Wie das beschleunigte Schmelzen von Eisbergen, die Erhitzung von Seen und Meeren, was bedeutet, dass viele Fische und Korallen (aus-)gestorben sind. Aber auch der viele Plastikmüll bringt unsere Ozeane und Umwelt völlig aus dem Gleichgewicht. Die Rodung beziehungsweise Abholzung – speziell des Urwaldes in Brasilien – ergänzt diese schaurige, katastrophale Entwicklung.

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„Sag mir wo die (Mädchen) Menschen sind, wo sind sie geblieben … was ist geschehen?“ Nach einem neuen UN-Bericht sind Unwetterkatastrophen eindeutig durch den Menschen verursachten Klimawandel bedingt. Wetterbedingte Gefahren nehmen als Folge des Klimawandels an Häufigkeit und Intensität zu. In Folge eines sich schnell verändernden globalen Klimas fordern Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, extreme Temperaturen, Dürren und die damit verbundenen Hungersnöte, Hurrikans und Stürme immer mehr Menschenleben. Generalsekretär Petteri Taalas von der Weltwetterorganisation WMO (World Meteorological Organization) wies darauf hin, dass die jüngsten rekordverdächtigen Hitzewellen in Nordamerika eindeutig mit der globalen Erwärmung zusammenhängen.

Er zitierte eine kürzlich durchgeführte Analyse, die besagt, dass der durch Treibhausgasemissionen verursachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit einer Hitzewelle um mindestens 150 Mal erhöht hat. Er betonte, dass kein Land gegen solche Veränderungen immun sei und sagte, es sei zwingend, mehr in die Anpassung an den Klimawandel zu investieren, unter anderem durch die Stärkung von Frühwarnsystemen für verschiedene Gefahren (Quelle: https://unric.org/de/klimawandel23072021/). Erst stirbt die Natur, dann der Mensch! „Sag mir, wo die Soldaten sind, wo sind sie geblieben … was ist geschehen?“ Mit dem Abzug der Alliierten aus Afghanistan, endet nach 20 Jahren einer der verlogensten Kriege der Gegenwart. Er hinterlässt Chaos, ungeahntes Leid, menschliche Tragödien. Die Sinnhaftigkeit dieses Krieges wird immer mehr zu Recht in Frage gestellt. Der militärische Einsatz kostete zig tausenden Zivilisten und Soldaten das Leben. Allein 59 Bundeswehrsoldaten wurden getötet, viele verwundet oder traumatisiert. Wieder zeigt sich, dass jeder Krieg, wie immer er auch „begründet“ wird, nur Tod, Leid, Elend, Zerstörung bringt und dabei Soldaten „verheizt“ werden. Das beste Beispiel dafür ist Afghanistan.

„Wann wird man je verstehen?“ Unsere Existenz, unser Leben und System sind bedroht. Wie lange wollen Politik, Wirtschaft, aber auch jeder von uns selbst noch tatenlos diesem Treiben zusehen? Also aufgewacht. Am 26. September ist Bundestagswahl. Dann hat der Wähler das Wort. Vielleicht kommt dann für den einen oder anderen das böse Erwachen und er hätte sich gewünscht, „je (wesentliches) verstanden zu haben“.

Thomas Proft, Schwetzingen

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