Beratung

Brühler Arbeitsgruppe "Erneuerbare Energien" informiert über Photovoltaikanlagen

Aktiv am Klimaschutz mitwirken: Bei einer offenen Sprechstunde in der Bücherei informieren sich Bürger über das Thema Photovoltaikanlagen und werden ausgiebig bearten - auch zu Balkonkraftwerken.  

Von 
Volker Widdrat
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Hans Kasper (r.) und Helmut Sprengel (2. v. l.) von der Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien“ informieren in der offenen Sprechstunde in der Bücherei über sogenannte Balkonkraftwerke und geben Tipps zu einer CO-neutralen Stromerzeugung im eigenen Haushalt. © Widdrat

Brühl. Der Andrang wird immer größer. Der Beratungsbedarf nimmt immer weiter zu. Zum Termin im vergangenen September kamen drei Interessenten auf die Terrasse der Gemeindebücherei, nun waren es schon über 40 Bürgerinnen und Bürger, die sich am Freitagabend im Foyer zum Hallenbad und im Vorraum zur Bücherei über das Thema Photovoltaikanlagen beziehungsweise Balkonkraftwerke informieren ließen.

Die Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien“ hatte bereits am Donnerstagabend in der Arbeitsgemeinschaft Klimaschutz im Rathaus getagt. In der offenen Sprechstunde einen Tag später, immer am ersten Freitag des Monats von 17 bis 18 Uhr, standen Nico Reffert, Klaus Triebskorn, Hans Kasper, Helmut Sprengel und Stefan Weymann den interessierten Einwohnern aus Brühl und Rohrhof Rede und Antwort.

"Erneuerbare Energien" in Brühl: Pflicht seit Januar

Auch ein sogenanntes Balkonkraftwerk konnte direkt vor Ort besichtigt werden. In Baden-Württemberg gilt seit Januar vergangenen Jahres die Photovoltaikpflicht für Neubauvorhaben. Ab diesem Januar lautet die Forderung: Wer sein Dach grundlegend saniert oder ein Gebäude aufstockt, muss eine Photovoltaikanlage installieren.

In der Regel muss es eine Modulfläche von 60 Prozent der geeigneten Dachflächen sein. Eine weitere Neuerung: Das im Dezember verabschiedete Jahressteuergesetz enthält wesentliche Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von Photovoltaikanlagen.

Die Anschaffung ist künftig ohne Mehrwertsteuer möglich. Die Betreiber kleiner Photovoltaikanlagen werden von der Einkommensteuer befreit, sowohl für neue wie auch für bestehende Anlagen.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien“ geben Tipps für den ersten Schritt in Richtung Solarenergie. Mit Solarmodulen für Balkon oder Terrasse kann jeder einen Beitrag zu einer CO2-neutralen Stromerzeugung im eigenen Haushalt leisten. Benötigt werden ein oder zwei Solarpanels, Wechselrichter, Stecker und optional Powermeter, um die Stromerzeugung zu beobachten. Die errechneten Anschaffungskosten liegen bei 800 bis 1000 Euro für eine 600-Watt-Anlage. Die Ersparnis kommt auf 200 bis 300 Euro pro Jahr.

Die Anlage ist bis 600 Watt genehmigungsfrei, muss allerdings beim Marktstammdatenregister und dem Netzbetreiber gemeldet werden. Mieter sollten ihren Vermieter vorher fragen. Wohneigentümer brauchen die Genehmigung ihrer Hausverwaltung.

Wie viel Strom ins Haus kommt ist abhängig vom Wetter, Einstrahlungswinkel, Art und Größe des Solarmoduls und eventueller Beschattung. Die Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien“ besteht aus Nachbarn aus Brühl und Rohrhof und der näheren Umgebung. Die Mitglieder machen ihre Arbeit freiwillig und ohne eigene finanzielle Interessen. Die Hufeisengemeinde fördert eine Minianlage von 600 Watt – das entspricht zwei Modulen mit jeweils 300 Watt – mit einmalig 60 Euro.

"Erneuerbare Energien" in Brühl: Aktiv mitwirken

Die Gemeindeverwaltung ruft zudem zur Erstellung des Klimaschutz- und Energieleitbildes, auf. „Im Brühler Klimaschutzleitbild sollen die wichtigsten Zielsetzungen für eine nachhaltige kommunale Klimaschutz- und Energiepolitik in der Gemeinde Brühl verankert werden“, so die Klimaschutzmanagerin Birgit Sehls. Interessierte Bürger haben die Möglichkeit, an der Erstellung des kommunalen Leitbildes aktiv mitzuwirken.

Der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung laden alle an diesem Thema Interessierten in der Brühler Bevölkerung zu einem Workshop „Klimaschutz- und Energieleitbild“ am Donnerstag, 2. Februar, um 18.30 Uhr in das Rathaus ein.

Freier Autor Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.

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