Technischer Ausschuss - Rat bringt Planung für Neugestaltung der Hauptstraße auf den Weg „Riesenchance für Ortskern“

Von
Volker Widdrat
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Für das Sanierungsgebiet „Hauptstraße II“ vergibt der Ratsausschuss die Planungs-leistungen für die Neugestaltung des Bereichs um die Schutzengelkirche. © Widdrat

Brühl. Das neue Quartier für Betreutes Wohnen in der Hauptstraße ist im Oktober 2017 eingeweiht worden. Die Wohnanlage gegenüber der katholischen Kirche hatte das Gesicht des alten Ortskerns noch einmal grundlegend verändert. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt ging es nun um die Neugestaltung der Hauptstraße im Bereich der Schutzengelkirche.

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Bereits 2014 hatte die Gemeinde mit einem Entwicklungskonzept begonnen, in dem die aktuellen Bestands- und Analysedaten zusammengetragen wurden. Die Schwerpunkte für das Sanierungsgebiet „Hauptstraße II“ wurden unter anderem durch eine Bürgerbeteiligung entschieden. So sollen als vordringliche Entwicklungsmaßnahme das Kirchengelände und der Abschnitt der Hauptstraße umgestaltet werden.

Dadurch sollen auch die Aufenthaltsqualität und die fußläufige Verbindung zwischen Kirchen- und Hauptstraße verbessert werden. Der Platz vor der Kirche solle künftig zum Verweilen einladen und ein Treffpunkt im alten Ortskern der Hufeisengemeinde werden, so der Vorschlag der Verwaltung.

2015 hatte man dazu mit der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE) einen Beratungsvertrag für das Sanierungsgebiet abgeschlossen. Die darin übertragenen Leistungen umfassen auch die Neugestaltung der Hauptstraße und das Umfeld der katholischen Kirche.

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„Der Platz um die Schutzengelkirche und der Abschnitt der Hauptstraße weisen funktionale Mängel und freiräumliche Defizite auf, die im Zuge der Ortskernsanierung mit entsprechenden Fördermitteln des Landes behoben werden können. Hierzu wird die Erarbeitung eines Gestaltungskonzeptes erforderlich, auf dem die Freiflächenplanung zur Neugestaltung anschließend aufbaut“, hieß es dazu in dem vorgelegten Beschlussvorschlag.

Skizzenhafte Entwürfe

In einer vorgeschalteten Ideenphase soll die KE verkehrliche und technische Vorgaben aufgreifen und eine skizzenhafte Darstellung liefern. Nach der Auswahl der gestalterischen Grundelemente wie Oberflächen, Begrünung, Möblierung und Beschilderung sollen die diese Skizzen zu einem Gestaltungskonzept ausgearbeitet werden. Das Konzept soll anschließend die Grundlage für die weitere Planung bis zur Ausführung sein. Die Planungskosten belaufen sich für die Ideenphase auf rund 10 100 Euro und für das Gestaltungskonzept auf etwa 21 500 Euro. Weitere Kosten werden nach dem tatsächlichen Aufwand zu den Stundensätzen in Rechnung gestellt.

Zeitfenster bis April 2024

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Der Bewilligungszeitraum für das Sanierungsgebiet läuft zum 30. April 2024 ab, vorausgesetzt es wird keine Verlängerung beantragt. „Deshalb sollten wir jetzt in die weiteren Planungen auf guter Basis einsteigen“, meinte Bürgermeister Dr. Ralf Göck und bat um Zustimmung. Wolfram Gothe (CDU) war ebenfalls dafür, sich für den Bereich Gedanken zu machen, „wo es künftig hingehen soll – auch mit dem Pfarrzentrum“.

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„Endlich wird die lange geplante Umgestaltung in Angriff genommen“, meinte Heidi Sennwitz (FW): „Hier soll ein attraktiver Ort der Begegnung entstehen, bei dem Konzept sollten alle mithelfen.“ Gabriele Rösch (SPD) fragte nach einem Zeitplan und welcher Grund und Boden im Eigentum der Kirche und der Gemeinde sei. Man habe anfangs darüber mit der Kirche gesprochen, antwortete Göck, eine Entscheidung gebe es aber noch nicht, deshalb auch diese Ideenfindungsphase: „Wir wissen noch nicht, wie alles wird. Zuerst müssen wir die Kommunalentwicklung beauftragen.“

Dr. Peter Pott (GLB) sah eine „Riesenchance für den Ortskern“. Wenn es Fördermittel gebe, sei das noch viel besser: „Wir sollten das durchziehen.“ Uwe Schmitt (CDU) beurteilte das Vorhaben eher skeptisch. Ihm sei nicht klar, warum man das Projekt gerade jetzt in Angriff nehmen müsse, es sei noch einige Zeit bis 2024. „Wir sollten das Sanierungsgebiet zu Ende bringen, die Hauptstraße ist ja schon Stück um Stück umgesetzt worden“, erklärte Claudia Stauffer (FW).

Der Ausschuss war letztlich aber einstimmig für die Beauftragung der KE für die Planungsleistungen zur Neugestaltung der Hauptstraße und des Kirchenbereichs.

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