Kunstverein - Eindrucksvolle Holzskulptur von Armin Göhringer wird im HÖP aufgestellt / Bürger konnten alle Schritte der Entstehung vor Ort beobachten Geburt des Hockenheimer Kunstwerks mitverfolgt

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gsp/hee
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Bei den Planungen des Kunstvereins wurde vor zwei Jahren der Gedanke neu diskutiert, mit einem Projekt auch den Entstehungsprozess eines Kunstwerks sichtbar zu machen, und diesen Prozess die interessierte Bevölkerung miterleben zu lassen. Spannend und machbar erschien das bei einer Skulptur aus Holz: Handwerkliches Können und die Umsetzung der Idee des Künstlers gehen hier eine Symbiose ein, heißt es in einer Mitteilung des Kunstvereins.

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Die frühere Vorsitzende des Kunstvereins, Gisela Späth, nahm daher Kontakt zu dem Bildhauer Armin Göhringer auf, dessen Arbeiten 2005 vom Kunstverein in der Stadthalle präsentiert worden waren. In der Regel fertigt Göhringer seine Skulpturen in seinem Atelier an, aber er gab die Zusage, in Hockenheim vor Ort zu arbeiten, wenn der Kunstverein den entsprechenden Baumstamm besorgen und akzeptable Arbeitsbedingungen organisieren würde.

Feierstunde wird nachgeholt

Gisela Späth und Armin Göhringer im Gespräch vor der auf den Balken ruhenden, fertiggestellten Skulptur. © Späth

Mit dieser Zusage begann für den Kunstverein die Planung des umfangreichen Projekts. Nach Fertigstellung des Kunstwerks soll nun die Skulptur am Weg von der Mittleren Mühlstraße zum Gelände des Hochwasserschutz-und Ökologieprojekts (HÖP) aufgestellt und als Geschenk des Kunstvereins an die Stadt Hockenheim übergeben werden, wobei eine öffentliche Feierstunde zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden soll.

Und doch wurde schon jetzt das Projekt zu einem Erfolg. Ein mit sechs Metern beeindruckend langer und eineinhalb Tonnen schwerer Eichenstamm wurde über ein Sägewerk angekauft und zwischengelagert. Die Stadt gab ihr Einverständnis für die Aufstellung auf ihrem Gelände. Gemeinsam mit interessierten Bürgern sowie Angestellten des Bauamts wurde der Platz für die Aufstellung im HÖP-Gelände gefunden. Für die künstlerische Entstehungsphase war ein Ort in der Stadtmitte angedacht, damit möglichst viele Bürger diesem Ereignis beiwohnen könnten, was aber leider nicht realisierbar war. Letztlich erschien ein stadteigenes Grundstück in Talhaus als geeignet. Ein Statiker wurde für die Berechnung einer sicheren Aufstellung beauftragt und danach das Angebot eines Metallbauers eingeholt.

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Im Oktober letzten Jahres begann die öffentlich aktive Phase. Interessierte Bürger konnten das Abladen des langen Eichenstamms und die ersten Sägeschnitte, das Entfernen des Splintholzes mit der Kettensäge, miterleben. Spannend für die Zuschauer war auch die nächste Phase, zugleich die langwierigste Arbeit für den Bildhauer: das Herausarbeiten der Details mit feinen Sägeschnitten. „Sein virtuoser Umgang mit Kettensäge und dem Material Holz zeigt, dass ihm dieser Werkstoff wie kein anderer auf den Leib geschnitten ist“, so die Mitteilung des Kunstvereins.

Die Titel seiner Kataloge wie „Zwischentöne“, „Lichtlöcher“, „Bruder Holz“ oder „Riskante Grenzgänge“ spiegeln die künstlerische Entwicklung von Armin Göhringer und seinen Bezug zum Material, deuten auf eine Wesensverwandtschaft von Natur und Mensch hin. Waagrechte und senkrechte Schnitte, ohne dass sie den Stamm durchschneiden, erfordern höchste Konzentration. „Jeder zu weit geführte Schnitt zerstört das komplizierte Konstrukt der sich überschneidenden Linien“, so der Künstler. Die Skulptur von Armin Göhringer mit Lichtlöchern und filigranen Stegen, ein abstraktes Gebilde oder Symbol für den Baum, für Wachstum mit Licht und Wasser? Für die längere Haltbarkeit bekam die Skulptur zum Schluss einen Holzschutzanstrich mit Leinöl und Manganoxid.

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Das Betonfundament wurde inzwischen am zukünftigen Standort fertiggestellt, der Metallfuß für eine sichere Befestigung gefertigt und die Kernbohrung in das harte Holz der Skulptur mit viel Mühe geschafft.

Aufstellung mit Kran

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Jetzt lagert die Skulptur in einer Zimmerei bis zum Abtransport zum vorgegebenen Standort und zur Aufstellung mit einem Kran. Dies soll in Kürze im HÖP-Gelände unter Einhaltung der einschlägigen Regeln passieren. Damit wird das Geschenk des Kunstvereins an die Stadt überantwortet. Damit bekommt das HÖP neben den vielen kleinen bemalten Kunstwerken aus Stein ein Werk eines Künstlers, dem der Werkstoff Holz auf den Leib geschnitten ist.

„Der Kunstverein Hockenheim möchte Begeisterung und Engagement für Kunst in der Stadt und darüber hinaus wecken. Interessierte sind eingeladen, sich an Initiativen des Vereins zu beteiligen, ehrenamtlich aktiv zu werden und gegebenenfalls dem Verein beizutreten“, heißt es abschließend in der Mitteilung des Kunstvereins.

Info: Weitere Infos zum Kunstverein gibt es unter www.kunstvereinhockenheim.de, zum Künstler unter www.armin-goehringer.de

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