Humor in harten Zeiten

Matthias Mühleisen begrüßt den Optimismus des Oberbürgermeisters

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Matthias Mühleisen
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Vom Captain Kirk zum Zirkusdirektor – schön, dass Marcus Zeitler in finanziell düsteren Zeiten den Humor nicht verliert und sich bemüht, dem nüchternen Thema Haushaltseinbringung etwas Pepp zu verleihen. Schließlich wird die Situation in den kommenden Jahren nicht wesentlich besser werden, selbst wenn sich die Fehlbeträge ab 2025 zumindest halbieren.

Und seinen Optimismus hat der Oberbürgermeister offensichtlich ausgebaut, denn eine Zirkusvorstellung mit ausgelaugten Akrobaten klingt zumindest weniger bedrohlich als ein auf ein Schwarzes Loch zusteuerndes Raumschiff Hockenheim.

Die hartnäckig positive Stimmung ist insofern berechtigt, als dass die Stadt die Lage tatsächlich großteils nicht selbst verschuldet hat und im großen Chor mit anderen Kommunen auf die Einhaltung des Prinzips „Wer bestellt, der bezahlt“ pocht. Der Kinderbetreuungsbereich mit permanent wachsenden Verpflichtungen für Städte und Gemeinden droht sonst zum Fass ohne Boden zu werden.

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Berechtigt ist aber auch die Selbstkritik, dass die Stadt in den Jahren vor Zeitlers Amtsantritt zu wenig gegen den Investitionsstau unternommen hat und nun auch dafür bezahlt. Dass dazu enorme Mehrausgaben kommen, die durch Krieg und Corona verursacht werden, kann keiner verhindern.

Dass trotz aller Schwierigkeiten erfreuliche Projekte möglich sind, zeigt der Spatenstich für den Skatepark. Die Anlage als Herzensprojekt des Jugendgemeinderats setzt ein positives Signal an alle, die ungeachtet der Situation mit gemeinsamem Engagement Hürden überwinden wollen.

Redaktion Redakteur im Bereich Hockenheim und Umland sowie Speyer