Pumpwerk - Die ZAP-Gang bringt die Massen zum Jahresauftakt in Wallung / Schweißtreibende Tanzübung im rappelvollen Kulturhaus / Party bis nach Mitternacht Mit Vollgas in den Feiertag gerockt

Von 
Volker Widdrat
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Wie immer bestens aufgelegt: Die ZAP-Gang weiß, wie sie ihre Fans in Bewegung bringt. © Norbert Lenhardt

Es war schon empfohlen: Die Fans sollten früh da sein, weil das Konzert in den vergangenen Jahren immer ausverkauft gewesen ist. Und so war es dann auch. Das Pumpwerk platzte beim Dreikönigsrock der ZAP-Gang aus allen Nähten. Wer kein Ticket mehr ergattert hatte, musste verzichten – eine Abendkasse gab es nicht. Die sechs Musiker aus Wiesloch begrüßen das neue Jahr am liebsten mit einer zünftigen Rock- und-Pop-Party im Kulturtempel der Rennstadt. Es war eng, heiß und laut.

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Vielleicht gerade deshalb ist das traditionelle Dreikönigstreffen für viele Besucher ein absolutes Muss, um im neuen Jahr gleich auf Touren zu kommen. Seit bald drei Jahrzehnten „zappen“ sich die Jungs durch alle musikalischen Stilrichtungen von Rock über Pop, Blues, Soul und Reggae bis zu Country.

Für die Party im Pumpwerk hatten die beiden Frontsänger Walter Batzler und Torsten Baier, Ralf Hopp (Gitarre), Carsten Weisbrod (Keyboard), Peter Supp (Bass) und Jochen Ille (Schlagzeug) einen begeisternden Mix aus modernen Hits und bekannten Klassikern im Gepäck.

Bodenturnen auf der Bühne

„Hockenheim, geht’s euch gut?“, fragte Torsten Baier das Stimmungsbarometer ab. Die Menge antwortete mit einem unüberhörbaren Chor: „Ja!“ „Let me entertain you“ von Robbie Williams lautete das Versprechen des Abends, das auch umgehend eingelöst wurde. Beim Country-Klassiker „Ring of fire“ von Johnny Cash zeigten sich die Fans textsicher. Die Band jubelte über die vielen Freunde des gepflegten Tanzsports, auf der Bühne zeigte Torsten Baier erste Bodenturneinlagen. Wer endlich sein Wunschgetränk ergattert hatte, durfte wieder in die Menge zurück und kam gerade recht zum Abrocken bei „White wedding“ von Billy Idol.

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„Alles geben, bis das Licht angeht und das letzte Lächeln den Saal verlässt“, gibt die ZAP-Gang auf ihrer knallbunten Homepage als Motto aus. Dass das gelingt, dafür sorgen die beiden Solosänger ebenso wie Ralf Hopp mit seinen rasanten Gitarrensoli und Carsten Weisbrod mit seinem furiosen Tastenspiel am Keyboard. Der wuchtige Bass von Peter Supp und Trommelartist Jochen Ille setzen dem Sound die Krone auf.

Als „You shook me all night long“ von AC/DC durch das Pumpwerk dröhnte, gab es längst kein Halten mehr. Mit „Black Betty“ von Ram Jam ging es unermüdlich weiter, bevor eine entspannte Nummer die für Band und Publikum verdiente Pause einläutete: Nina Hagens Song „Ich glotz’ TV“, im Original von den Tubes, wurde wunderbar auf ZAP-Gang-Art interpretiert. Nach der kurzen Erholungsphase kam von der Bühne die Aufforderung, weniger zu reden und dafür mehr zu tanzen. Das mussten die Zapper nicht zweimal gesagt werden.

Tief in der Hitkiste gekramt

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Die Hüften rotierten noch mehr zu den Hits „Shout“ von Tears for Fears und „Sex on fire“ von Kings of Leon – und mehr Liebe zog ins Pumpwerk ein. Freudenschreie, Gegröle und beste Wünsche für das neue Jahr wurden an Freunde und Bekannte weitergereicht. Billy Idols Hit „Rebel yell“ forderte „more, more, more“. Und die Feierbiester im Pumpwerk bekamen noch mehr auf die Ohren. Die ZAP-Gang kramte ein paar alte Platten raus. „Roxanne“ von der Rockgruppe „The Police“ kannte jeder – die Menge jubelte sich in Ekstase. Wer Abnehmen als Vorsatz fürs neue Jahr gefasst hatte, bekam den passenden Song dazu geliefert: „Under pressure“ von Queen. Aber bloß nicht beim Kampf gegen die Pfunde unter Druck setzen lassen! Es wurde Zeit für die Spezialisten von Luftgitarren-Nummern wie „Whole lotta Rosie“ von AC/DC. Das kostete manche nicht wenig Schweiß im überhitzten Pumpwerk.

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Bei „Live is Life“ von Opus und „We will rock you“ vom unvergessenen Freddie Mercury brauchten nur die ersten Töne angespielt zu werden und schon nahm die Meute die Fährte auf. Mit dem „Flashdance“-Klassiker „Maniac“ und dem Riesenhit „Relax“ von Frankie goes to Hollywood reiste die ZAP-Gang noch einmal zurück in die 1980er Jahre.

Erst weit nach Mitternacht entließ der Dreikönigsrock die erschöpften, aber glücklichen Fans ins neue Jahr.

Freie Autorenschaft Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.