Abstimmung - Der Naturschutzbund Deutschland ruft zur Wahl des „Vogel des Jahres 2021“ auf – wir geben Entscheidungshilfe Wen würden Sie zum Vogel des Jahres 2021 wählen?

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red
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Stadttauben © Helge May

Region. Dieses Mal sind die Bürger gefragt. Jedes Jahr bestimmt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) einen Vogel des Jahres – und macht damit auf eine besonders interessante oder gefährdete Art aufmerksam. 2021 können statt einer Fachjury Vögelfreunde unter www.vogeldesjahres.de online abstimmen. Zehn Kandidaten wurden zuvor ebenfalls demokratisch nominiert. Wir erklären mit Hilfe der Vogelexperten Thomas Picke und Uwe Heidenreich, was sie titeltauglich macht – und wo sie im Horan-Gebiet zu finden sind.

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Stadttaube

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Was sie auszeichnet: Viele Stadtbewohner sind genervt von ihrem Flattern und ihrem Kot. Aber dass die Stadttaube die meisten Nominierungsstimmen bekommen hat, beweist, dass die Menschen sie akzeptiert haben. Schließlich ist sie auch ein Meister der Anpassung: Ihre Vorfahren waren Felsentauben, die das Hochgebirge gegen die Steinberge der Städte tauschten.

Status in Hockenheim: Häufig im innerörtlichen Bereich anzutreffen, zum Beispiel am Kraichbach im HÖP-Gebiet oder in Altlußheim im Kreuzungsbereich Rheinhäuser Straße/Hauptstraße.

Rotkehlchen

Was es auszeichnet: Der kleine Singvogel mit der orangeroten Brust ist ein Sympathieträger. Rotkehlchen beobachten gerne im Garten arbeitende Menschen. Denn sie wissen: Wo ein Zweibeiner wühlt, fallen Insekten und Würmer ab.

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Status in Hockenheim: In den Kleingartenanlagen und „verwilderten“ Gärten. Sie lieben Hecken und Gebüsch. Am Besten sind sie in der laublosen Zeit zu sehen, kommt bei entsprechendem Futter (Weichfutter) auch an Futterstellen. Im Gegensatz zu fast allen anderen Vögel singt es auch im Winter – und zwar Weibchen wie Männchen.

Amsel

Was sie auszeichnet: Ehemals ein scheuer Waldvogel, hat sich die Drossel eingerichtet in der menschlichen Umgebung, ein typischer „Kulturfolger“. Ihren melodiösen, flötenden Gesang vor allem zur Dämmerung gibt’s gratis dazu.

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Status in Hockenheim: War vor der Usutu-Virus-Epidemie häufiger zu sehen. Am späten Abend sieht und hört man sie noch auf den hohen Baumspitzen das Abendlied singen.

Feldlerche

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Was sie auszeichnet: Als Frühaufsteherin hat die Lerche schon Shakespeare inspiriert. Ihren Namen kennt jeder. Doch weil die Kulturlandschaft immer aufgeräumter, Insekten immer rarer sind, hat sich ihr Bestand in Deutschland seit den 80er Jahren mehr als halbiert.

Status in Hockenheim: „Sehr, sehr stark zurückgegangen“ sei die Zahl der im Flug singenden Feldlerche auch hier, sagen die Nabu-Experten. Wichtig ist, die Anleinpflicht der Hunde in der Feldflur zu beachten und nicht mit dem Auto die landwirtschaftlichen Wege zu nutzen. Immer wieder werden Feldlerchenfenster von den Landwirten unserer Region angelegt.

Goldregenpfeifer

Was ihn auszeichnet: Dieser Exot sieht mit seinem Federkleid wirklich aus, als sei er in einen goldenen Regen geraten. Dass er es auf die Liste der Nominierten geschafft hat, hat er wohl dem Schriftsteller Sasa Stanisic zu verdanken. Der hat in den sozialen Netzwerken eine Kampagne für seinen Lieblingsvogel geführt.

Status in Hockenheim: Fehlanzeige. Der Goldregenpfeifer brütet in Skandinavien und verbringt die Winter an europäischen Küsten. Im Horan-Gebiet sind die Vögel allenfalls auf dem Durchzug zu sehen.

Blaumeise

Was sie auszeichnet: Sie wirken immer etwas hyperaktiv und können untereinander ziemlich ruppig sein. Doch den Blaumeisen mit ihren leuchtenden Farben und ihrer pummeligen Gestalt kann das niemand übel nehmen.

Status in Hockenheim: Bevorzugt in Kleingärten und entlang des Kraichbachs im Bereich des Stiegwiesenparks. Eine Bakterienerkrankung hat im Frühjahr viele Vögel getötet.

Eisvogel

Was ihn auszeichnet: Mit der türkisblauen Oberseite und dem orangenen Bauch ist der „fliegende Edelstein“ ein Hingucker – und ein Botschafter für sauberes Wasser, in dem er Fische im Sturzflug erbeutet.

Status in Hockenheim: Entlang des Rheins, den Altrheinarmen, wasserführenden Gräben und Bächen immer wieder zu sehen. Er liebt das HÖP-Gebiet am Kraichbach und ist zum „Shooting-Star“ geworden.

Haussperling

Was ihn auszeichnet: Er tschilpt im Hof, brütet am Dach und frisst am Futterhaus. Der gesellige Spatz rückt dem Menschen gerne auf den Pelz – und zwar auf sehr charmante Weise.

Status in Hockenheim: Im Großbestand zurückgehend. Innerorts in den Park- und Gartenanlagen meistens in Gruppen unterwegs und nicht zu überhören. Da er ein typischer „Kulturfolger“ ist, ist er auch auf lebendige Gärten angewiesen. Befestigte Vorgärten – zum Parken umgestaltet – oder die Steinwüsten der Schottergärten nehmen ihm die Lebensgrundlagen. An Futterstellen ist der Spatz häufig zu sehen.

Kiebitz

Was ihn auszeichnet: Der Vogel mit der auffälligen „Holle“ auf dem Kopf braucht dringend Hilfe: Frühes Mähen und intensiver Maschineneinsatz haben dazu geführt, dass der Bestand des Wiesenbrüters seit 1980 um 93 Prozent eingebrochen ist.

Status in Hockenheim: Im Hockenheimer Rheinbogen gibt es immer wieder vereinzelte Bruten, welche auch von Nabu-Aktiven zusammen mit den Landwirten „betreut“ werden.

Rauchschwalbe

Was sie auszeichnet: Sie ist Frühlingsbotin, Freiheitssymbol und ein Familienvogel: Verwandte brüten und ziehen gemeinsam. Bei den Weibchen sind übrigens Männchen mit besonders langen Schwanzfedern am beliebtesten – weil sie sich als die eifrigsten Versorger des Nachwuchses erwiesen haben.

Status in Hockenheim: Nach ihrer Rückkehr aus dem Süden nur dort zu finden, wo es noch bäuerliche Strukturen gibt – etwa im Bereich der Aussiedlerhöfe im Horan-Gebiet.

Info: Bis zum 19. März können Sie hier abstimmen.

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