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Kleintierzuchtverein

„Bitte kräh’ wenigstens einmal“ – Hahnenwettkrähen in Ketsch

Unsere Reporterin geht als Patin eines Zwerg-Italieners in den Wettkampf und wird bitter enttäuscht.

Von 
Laura Kaltschmidt
Lesedauer: 
In freudiger Erwartung beäugen Paten und Anhang die Hähne hinter dem Absperrband – nicht jede Hoffnung auf intensive Krählaute wird an diesem Nachmittag erfüllt. © Kaltschmidt

Ketsch. „Bitte kräh‘ doch wenigstens einmal!“ Dieser harmlose Fluch rutschte mir am vergangenen Sonntagvormittag beim Hahnenwettkrähen des Ketscher Kleintierzüchtervereins heraus. Im Vorfeld habe ich mir – inmitten zahlreicher Kinder und Eltern – einen Hahn herausgesucht, von dem ich glaubte, er würde besonders häufig krähen. Beim Wettkrähen ist die Lautstärke nämlich unwichtig. Viel eher geht es darum, auf einen Hahn zu setzen, der besonders kommunikativ ist und in den 30 Wettbewerbsminuten möglichst viele Kräher von sich gibt.

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15 Hähne standen zur Auswahl: „Unsere Züchter haben alle einen ihrer Hähne ausgewählt und zum Wettkrähen bereitgestellt“, erklärt zweiter Vorsitzender Sascha Gräble. Der Hahn, der mir sehr häufig zu krähen schien, war leider schon von einer anderen Person als Paten-Hahn erwählt worden. Ich musste also taktisch klug vorgehen: Ich entscheide mich für Hahn Nummer 12, einen Zwerg-Italiener, weil er in der Box direkt neben einem Schreihals stand. Ich war mir ganz sicher: Da stimmt er bestimmt mit ein.

Um eines vorwegzunehmen: Ich habe mich getäuscht. Spätestens als der Hahn sich zu Beginn des 30-minütigen Wettkampfes auf sein Gefieder legte und es sich bequem machte, war mir klar, dass das nichts werden kann. Mein Hahn hat tatsächlich nicht ein einziges Mal gekräht und das, obwohl sein Nachbar weiterhin kräftig mitkrähte. Das Zählen der Kräher übernahmen drei Mitglieder des Vereins.

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„Ich habe schon vor neun Jahren angefangen beim Zählen zu helfen“, sagt Lucy Dietz, die auch an diesem Tag als Zählerin hilft. Sie glaubt, dass Rasse und Größe des Huhns nichts mit dem Wettbewerbsergebnis zu tun haben: „Es ist stimmungsabhängig, wie viel ein Huhn kräht. Zum Glück stehen die Kinder sowieso immer dabei und rufen laut, wer gekräht hat“, lacht Dietz.

„Und dann keinen Mucks mehr“

Mit 64 gezählten Krähern lag das Vorwerk-Huhn mit der Startnummer 3 im gesamten Kampf weit vorne und kürte Lenia Dasch zu einer glücklichen Siegerin, die nicht nur tolle Preise, sondern auch eine Kuchenspende vom anliegenden Café Kaufmann erhalten hat. Die siebenjährige Mia hatte ebenso wenig Glück wie ich: „Als ich ankam, hat er noch gekräht und kaum ging die Stoppuhr los, hat er keinen Mucks mehr von sich gegeben!“ Sie bezweifle, dass dem Hahn das Krähen richtig beigebracht wurde und verrät, dass sie beim letzten Mal vor drei Jahren auch schon mit einem Trostpreis nach Hause ging. Trotzdem wird sie ihr Glück immer wieder versuchen, denn Spaß mache es trotzdem und die Trostpreise seien auch super. Neben dieser Siegerehrung mit Preisen für Groß und Klein sowie Urkunden für die Bestplatzierten wurde auch ein umfangreiches Mittagessen angeboten.

Trotz des eher kühlen Wetters füllte sich das Gelände über den Vormittag. „Unsere treuen Köche standen schon gestern Abend hier, um alles vorzubereiten“, so Gräble. „Demnächst veranstalten wir einen bayrischen Abend, deshalb hat es sich angeboten, die Gerichte heute auszuprobieren.“ Die Gesichter der Kinder und Eltern lassen vermuten, dass dieser Versuch gelungen ist. Die Veranstalter, die Küchenbesetzung, die Zählenden und alle Verantwortlichen, die im Hintergrund am Event mitarbeiten, haben tolle Arbeit geleistet, die sich gelohnt hat. Spaß hatten definitiv alle Kinder. „Ein Hahnenwettkrähen? Was eine verrückte Idee“, dachte ich im Voraus. Verrückt ja, aber auch spaßig und definitiv wert, es auszuprobieren.

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