Gemeinderat in Ketsch - Tarek Badr übernimmt Rolle als Fraktionssprecher / Nachrücker Jens Rebmann verpflichtet Gerhard Jungmann verabschiedet

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Marco Brückl
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Verabschiedung auf Abstand: Bürgermeister Jürgen Kappenstein (l.) hat Gerhard Jungmann die Dankesurkunde der Gemeinde Ketsch für zwei Jahrzehnte Gemeinderatsarbeit überreicht. © Wolfgang Schwindtner

Ketsch. Den großen Bahnhof zum Abschluss hat er sich verdient – daran ließen alle Redner keinen Zweifel: Gerhard Jungmann wurde im Gemeinderat verabschiedet. Der Fraktionssprecher der SPD hatte darum gebeten, nach 20 Jahren ausscheiden zu dürfen – er könne sich dem Amt aus Zeitgründen nicht mehr derart widmen, wie es eigene Ansprüche eigentlich verlangten (wir berichteten).

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„Es fühlt sich schon komisch an“, sagte der 60-Jährige unserer Zeitung. Doch nun kann er sich nicht zuletzt mehr um die Familie kümmern. Mit seiner Frau Helga hat er zwei Töchter, Jessica (29) und Jasmin (26) – Erstere macht sich aktuell selbstständig, dabei kann die Unterstützung des Vaters nicht schaden.

„Im Gemeinderat werden die Weichen für die Entwicklung unserer Gemeinde gestellt. Dies bedeutet ein ausgesprochen hohes Maß an besonderer Verantwortung unseres Gremiums für die örtliche Gemeinschaft und für das Zusammenleben hier in unserer Gemeinde. Daran zu erinnern, ist mir gerade heute ein besonderes Anliegen. Denn heute steht ein Mann in unserem Blickpunkt, der diese Aufgabe in den letzten 20 Jahren sehr erfolgreich bewältigt hat“, sagte Bürgermeister Jürgen Kappenstein.

Gerhard Jungmann habe die Neutralität verkörpert, die man sich von einem Kommunalpolitiker wünsche und erhoffe. „Sein hilfreiches Mitwirken und Mitarbeiten bei der Findung von Lösungen bei schwierigen kommunalen Entscheidungen, seine weitreichenden Vorschläge zur Verbesserung so manch kritischer Situation und nicht zuletzt seine offene und beständige Haltung gegenüber allen Kolleginnen und Kollegen, auch über die Parteigrenzen hinweg, machten ihn zu einem echten Vorzeige-Gemeinderat. Dafür herzlichen Dank von uns allen.“ Jungmann bekam von Bürgermeister Jürgen Kappenstein die Ehrennadel und eine Stele des Gemeindetags Baden-Württemberg.

„Hausbar bleibt erhalten“

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„Als wir 1999 das erste Mal gemeinsam auf der Liste der SPD antraten, da waren wir noch die zweite Garde hinter Lokalgrößen wie Benno Becker, Peter Hippeli, Helga Bock, Birgit Rapp, Manfred Weik, Jürgen Kohl und Heinrich Fuchs“, sagte Fraktionskollege Tarek Badr, „2001 bist Du dann für Manfred Weik nachgerückt und warst seit 2003 als Fraktionssprecher das Gesicht der Fraktion“. Zum Glück bleibe Jungmann – und seine Hausbar – dem Ortsverein erhalten, eine Lücke in der Fraktion hinterlasse er dennoch, betonte Badr.

Jungmann erhielt für seine Modellbaupassion einen Gutschein – er solle einen Miniatur-Wahlkampfstand der SPD mit einplanen.

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Bereits in der letzten Sitzung des Rats im Dezember hatte Thomas Franz, der als ehemaliger Fraktionschef der CDU jahrelang mit Jungmann zusammengearbeitet hatte, seinen Kollegen gewürdigt: „Ich hätte dagegen gestimmt“, sagte Franz in Richtung Jungmann und meinte den entsprechenden Ratsbeschluss zu dessen Ausscheiden – Franz hatte bei dieser Sitzung nicht dabei sein können. Es sei eine „super Zusammenarbeit“ gewesen, ein Kamerad gehe von Bord.

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„Mit dir verlässt viel Kompetenz und Erfahrung den Gemeinderat“, sagte Alexandra Scalia (Grüne) zu Gerhard Jungmann. Nur Lob und Anerkennung gab es von Heino Völker für die Freien Wähler. Und der junge Chris Brocke (FDP) dankte, denn er habe die meiste Zeit seines Lebens von den Entscheidungen Jungmanns profitiert.

Für Gerhard Jungmann wird Tarek Badr die Rolle des Fraktionssprechers übernehmen. Und Jens Rebmann ist der Nachrücker, der die Fraktion der SPD wieder auf fünf Ratsmitglieder bringt. Der 35-Jährige wurde sogleich auf sein Amt verpflichtet.