Im Gespräch - Bürgermeister Gunther Hoffmann blickt auf ein Jahr voller Aufgaben / Sport- und Kulturhalle auf dem Weg / Arztpraxis kommt in die Ortsmitte Neue Chance fürs Gebiet „Zeppelin West“

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Andreas Wühler
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Die Gebäude der neuen Ortsmitte sind seit geraumer Zeit fertig, nun füllt sich das Zentrum mit Leben. Während in dem linken Gebäudekomplex die Volksbank eine Heimat gefunden hat, soll in den nächsten Wochen ins Erdgeschoss des rechten Gebäudes eine Arztpraxis einziehen. Im Gebäude A des Alten Schulhauses (rechts zu sehen) sollen die Gemeindebücherei, der Jugendtreff Point und der Heimatverein für Leben sorgen. © Lenhardt

Neulußheim. Für viele der Projekte, die in diesem Jahr angepackt werden sollen, hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr die Signale auf Grün gestellt, auch wenn es oftmals nur Grundsatzentscheidungen waren, die nun in konkrete Pläne umgewandelt werden, wie Bürgermeister Gunther Hoffmann (Bild) im Gespräch mit unserer Zeitung das Arbeitspensum 2021 umreißt.

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Diese Aussage mag auf viele Themen zutreffen, auf eines auf keinen Fall – den Bebauungsplan Zeppelinstraße West. Im Jahr 2017 gestartet, nahm das Vorhaben schnell Fahrt auf und im vergangenen Jahr galt es nur noch eine Hürde zu überwinden – die sogenannte Zahlungsvereinbarung. Mit ihr stimmen alle am Verfahren beteiligten Grundstückseigentümer, ob die Gemeinde, Privatpersonen oder Erbengemeinschaften – in der Summe 22 Parteien – den getroffenen Regelungen hinsichtlich der Erschließungskosten zu.

Wende bei „Zeppelinstraße West“

Und dann drohte das Aus – zwei Verfahrensbeteiligte verweigerten ihre Unterschrift. Weshalb der Bürgermeister verärgert in einem Gespräch mit unserer Zeitung das Ende des Verfahrens ankündigte (wir berichteten am 4. Dezember). Es habe, so Hoffmann, keinen Sinn, den Bebauungsplan weiter zu verfolgen. Doch auf unseren Bericht hin kam die Kehrtwende – eine der beiden noch ausstehenden Parteien revidierte ihren Beschluss und stimmte der Kostenvereinbarung zu.

Bleibt noch eine Partei, die nicht gewillt ist, ihre Unterschrift zu leisten. Was für Hoffmann nun wiederum kein Problem ist – das betreffende Grundstück lasse sich ohne Probleme aus dem Umlegungsverfahren ausklammern. Deshalb werde er dem Gemeinderat nun vorschlagen, die Planungen ohne die ausstehende Partei voranzutreiben.

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Mit anderen Worten – 21 Verfahrensbeteiligte werden von dem geplanten Baugebiet Zeppelinstraße West profitieren, das nun aus der Umlegung gehende Grundstück soll hingegen für immer ausgeschlossen bleiben.

Während die neue Sport- und Kulturhalle im Fokus des Jahresplans steht – schon weil sie das größte Vorhaben der Gemeinde der vergangenen Jahre ist – und Hoffmann guter Dinge ist, in Jahresfrist deren Einweihung feiern zu dürfen, „dann hoffentlich mit einem großen Fest, mit den Vereinen und Besuchern“, laufen die Pläne für die Kornstraße erst an. Der Wille des Gemeinderates ist es, den Straßenabschnitt vor den dann zwei Hallen und der Schule neu zu planen, sodass die Sicherheit für die Schulkinder einerseits erhöht wird, das bisherige Provisorium andererseits einer auch optisch ansprechenden Lösung Platz macht.

Straßen im Süden überplanen

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Stichwort Straßenplanung: In diesem Jahr soll die Verkehrssituation im Süden der Gemeinde neu gedacht werden. Im Mittelpunkt stehen dabei der südliche Verlauf der Waghäuseler Straße, die Berliner Straße und eben die Kornstraße in ihrem unteren Bereich. Erstellt werden sollen zwei voneinander unabhängige städtebauliche Konzepte, die dennoch aufeinander Bezug nehmen und die versuchen, den verschiedenen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden.

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Hoffmann kann sich vorstellen, in die Planungen für den südlichen Abschnitt der Waghäuseler Straße, die recht breit dimensioniert ist, früher dem Durchgangsverkehr mit als Hauptachse diente, das Entree des Sportgeländes zu integrieren. Der neue Kabinentrakt des SC Olympia ist fertig, kann demnächst eingeweiht werden. In diesem Zusammenhang kann sowohl der Eingangsbereich zum Sportgelände als auch der Platz davor in die Planungen für die Waghäuseler Straße einbezogen werden.

Zurück zur Kornstraße, in der noch eine weitere Baumaßnahme ansteht – die Erweiterung des Gerätehauses der Feuerwehr. Hoffmann hofft auf eine zügige Vorgehensweise. Derzeit sei die Verwaltung damit beschäftigt, eine adäquate Unterbringungsmöglichkeit für die Wehr zu finden. Diese muss während der Bauzeit in ein Ausweichquartier, dennoch soll die Einsatzbereitschaft gewährleistete sein, kein leichtes Unterfangen.

Der besagte Straßenabschnitt wird den Rat in der ersten Jahreshälfte noch aus anderen Gründen beschäftigen: Hoffmann will das Farbkonzept für die neue Sport- und Kulturhalle im Rat beschließen lassen und bei der Lußhardtschule sollen die Sommerferien genutzt werden, um die Räume mit LED-Licht und mit Akustik-Decken auszustatten.

In der Ortsmitte wird demnächst die Arztpraxis eröffnet und ein großes Fragezeichen steht für Hoffmann hinter der Frage, wie es mit dem Vereins- und Kulturleben in der Gemeinde weitergehen soll. Im Rathaus versuche man derzeit einen Jahresplan zu erstellen, doch niemand wisse genau, was stattfinden könne und zu welchem Zeitraum.

Von der Februar-Sitzung des Gemeinderates erhofft sich der Bürgermeister eine Entscheidung über die Frage, welche Firma bei der Sanierung der Carl-Benz-Straße zum Zuge kommt. Wenn dies feststeht, will er mit dieser auf die Anwohner zugehen und einen Plan des Bauablaufs erstellen. Die angedachte Sanierung des Hauptwasserkanals steht nicht mehr zur Debatte, Untersuchungen hätten gezeigt, dass sie nicht notwendig sei. Nur ein Schacht muss erneuert werden.

Zweite Förderleitung geplant

Die Arbeiten an der Wasserleitung hätte der Zweckverband Wasserversorgung übernommen, dem sie gehört und dessen Vorsitzender derzeit Hoffmann ist. Nun kann sich der Verband auf eine andere Aufgabe konzentrieren, von der die Region profitieren wird: Es soll eine zweite Förderleitung zu den Brunnen gebaut werden, was sich auf die Versorgungssicherheit auswirkt.

Viele Aufgaben für ein Jahr. Hoffmann ist zuversichtlich, alles packen und finanzieren zu können. Zwar seien die durch die Corona-Pandemie bedingten Ausfälle im Haushalt teilweise ausgeglichen worden, doch die Mehrausgaben erheblich gestiegen, sorgt sich der Bürgermeister um die kommunalen Finanzen. Immerhin – die Geräte zur Umgestaltung des Messplatzes sind bestellt und auch beim Thema E-Car-sharing laufe alles nach Plan, Mitte des Jahres könnte die Station vor dem Rathaus in Betrieb gehen.

Redaktion Zuständig für die Verwaltungsgemeinschaf