Gemeinderat Die Erdbewegungen in Oftersheim werfen Fragen auf

Von 
Anette Zietsch
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Oftersheim. Der Tagesordnungspunkt „Anfragen“ nahm in der vergangenen Gemeinderatssitzung einigen Raum in Anspruch. Zunächst bat Herbert Gieser (CDU), die Verwaltung solle ein Auge auf den Golfplatz werfen. Bei den großen Mengen an Erdbewegungen handele es sich offenbar eher um eine Erdentsorgung als um eine Modellierung, wie es angekündigt war. Die gleiche Auffassung vertrat auch Michael Seidling (Freie Wähler), der außerdem nach dem Stand der Dinge in Sachen Bahnunterführung fragte. Da sei noch nichts passiert, bedauerte Bürgermeister Jens Geiß.

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Auch Silke Seidemann (Freie Wähler) berichtete von Aktivitäten rund um den Golfplatz: In einer halben Stunde seien ihr in dem Bereich zehn Laster entgegengekommen. Außerdem lägen trotz der acht Meter hohen Zäune Golfbälle im Wald.

Die Laster mit Erde, die rund um den Golfplatz unterwegs sind, werfen bei den Gemein-deräten Fragen auf. Die Verwaltung will sich darum kümmern. © Widdrat

Auf ihre weitere Frage, ob und wie es mit dem ehemaligen Rod & Gun Club weitergeht, antwortete der Bürgermeister, dass das Areal Eigentum des Bundes sei, der eine Renaturierung der Fläche beabsichtige. „Wir als Gemeinde haben da keine Einflussmöglichkeiten.“ Schließlich erinnerte die Gemeinderätin noch an ihre Anfrage aus der Dezember-Sitzung, als es um den Radweg in der Walldorfer Straße ging. Sie hatte damals nachgefragt, ob man dort unter Umständen eine Schranke montieren könnte, weil Radfahrer oft sehr schnell unterwegs seien. Geiß sagte, er habe sich die Situation angeschaut, die Verhältnisse seien aber eindeutig geregelt.

Ganztagsschule – nicht Neues

Kerstin Schnabel (Freie Wähler) sprach den Lärmaktionsplan an, der mit der Offenlegung am 1. Februar auf der Homepage sein sollte. Sie habe aber nichts gefunden. Ortsbaumeister Ernst Meißner entgegnete, dass das der Fall sei, er rutsche aber immer mal weiter nach unten. Ideen zum Lärmaktionsplan, ergänzte er, könne man schriftlich einbringen. Schnabels Nachfrage, ob es schon einen Bescheid auf den Antrag für die Ganztagsschule gibt, verneinte Jens Geiß: „Wir warten noch.“

Notbetreuung stark frequentiert

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Annette Dietl-Faude (CDU) erinnerte an eine länger zurückliegende Anfrage: „Wir haben ja mal gewünscht, dass wir regelmäßig über den Status Quo aller Rechtsstreitigkeiten informiert werden.“ Das werde in wenigen Tagen nachgereicht, versprach Geiß, ebenso die Alternativangebote zur Beschallung der Gemeinderatssitzung. Darüber hinaus wollte die Gemeinderätin noch wissen, wie es bei der Notbetreuung aussieht. Die werde, berichtete Hauptamtsleiter Jens Volpp, sehr stark frequentiert. Es gebe auch keine Voraussetzungen mehr seitens der Landesregierung, um die Notbetreuung in Anspruch zu nehmen. Einrichtungsabhängig liege die Auslastung einmal bei fast 100 Prozent, im anderen Fall bei 50 bis 70 Prozent.

Patrick Alberti (Grüne) gab die Beschwerde weiter, weil Bänke zwischen dem Friedhof und der B 291 abmontiert seien. Zwei Stück wurden, wusste der Bürgermeister, wegen eines Schadens abgebaut.

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Albertis Fraktionskollege Patrick Schönenberg erkundigte sich nach der Wlan-Ausstattung in den Schulen. Geiß entgegnete: „Wir sind dran“, konnte zeitlich aber keine Zusage tätigen. Schönenberg wollte vom Bürgermeister auch wissen, ob er die Entwicklung der Corona-Zahlen für Oftersheim nicht nur auf Facebook, sondern auch auf der Gemeinde-Homepage veröffentlichen könne. Der Rathaus-Chef will schauen, ob das möglich ist und verwies ansonsten auf das Dashboard des Rhein-Neckar-Kreises sowie auf unsere Zeitung. Die Zahlen werden hier täglich aktualisiert und sind immer auf unserer Startseite zu finden.

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Auch Jens Rüttinger (SPD) hatte mehrere Anfragen: „Warum kann man den Wahlschein für die Landtagswahl nicht über die Homepage der Gemeinde beantragen?“ Geiß versprach, das Ansinnen weiterzugeben. Dann ging es um den ehemaligen Trimm-dich-Pfad. Dort sei ein Zaun mitten auf dem Weg angebracht, so dass man ins Gestrüpp ausweichen müsse. Was es damit auf sich hat, interessierte er sich. Dem Bürgermeister war auch nichts bekannt, es könne sich unter Umständen um eine Maßnahme der Forstverwaltung wegen des Holzeinschlags handeln, war die Vermutung.

An Ostern bezugsfertig

Rüttinger mahnte auch an, es sei vereinbart worden, dass der Gemeinderat regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten im Rettungszentrum informiert werde. Ortsbaumeister Meißner legte dar, dass sich die Corona-Pandemie auch auf die Baumaßnahmen auswirke. Jedoch sei der Trockenbau weitgehend abgeschlossen, die Fliesen fast komplett verlegt. „Die Räumlichkeiten sind vor Ostern einzugsbereit“, stellte er in Aussicht, die Außenanlage soll – abhängig von der Witterung – Ende April fertig sein. „Dann kommt noch die Innenausstattung dran.“ Und dann wollte der SPD-Gemeinderat noch wissen, ob man – auch wenn es verkehrsrechtlich geregelt sei – Markierungen für Radfahrer anbringen könne, die oft zu schnell aus dem Wald in die Hockenheimer Straße und den Kuhbrunnenweg rauspreschen. „Das ist zwar wie in der Walldorfer Straße verkehrsrechtlich geregelt, aber es sollte deutlicher beschildert werden“, regte er an. Jens Geiß entgegnete, er wolle das vom Ordnungsamt noch mal anschauen lassen.

Aus Reihen der Zuschauer gab es zwei Wortmeldungen. Ein Bürger monierte die hohen Kosten für Niederschlagswasser in Oftersheim als „Abzocke“. In Schwetzingen seien die Kosten viel geringer, „dafür habe ich kein Verständnis“. Der Bürgermeister antwortete, dass er den Unmut verstehen könne. „Aber mit jeder Verabschiedung des Haushalts werden auch die Abwassergebühren verabschiedet. Alle Arbeiten in Kanälen schlagen sich nieder. Wir müssen kostendeckend arbeiten.“ Er bot an, die Wassergebührenberechnung zu übermitteln.

Und schließlich machte ein Elternbeirat der Kita Fohlenweide seinem Ärger Luft. „Wir hätten mehr Entgegenkommen erwartet“, sprach er die Elternbeiträge an, die trotz der pandemiebedingt verkürzten Öffnungszeiten gleichgeblieben waren. Die SPD-Fraktion und der Bürgermeister hätten immerhin auf die sachlich vorgebrachten Vorschläge reagiert, die anderen Fraktionen nicht. „Wenigstens eine Antwort wäre schön gewesen“, meinte er.

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Redaktion Lokalredaktion, zuständig für Oftersheim und Eppelheim