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Hilfsaktion

Plankstadter packen in Sinzig mit an

Von 
Catharina Zelt
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Sabine und Joe Herrmann organisieren die Fahrt nach Sinzig. Schon bei den Aktionen in Oftersheim und Brühl – hier auf dem Bild zu sehen – haben sie geholfen. © Lamade

Plankstadt. Berge von Geröll, kaputte Fahrbahnen, Schutt und Schlamm – nach der Flutwelle herrschen Verwüstung und Chaos im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler. Besonders hart getroffen hat es auch die Stadt Sinzig. Zwölf Menschen sind dort in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung ertrunken. Innerhalb einer Minute drang das Wasser bis zur Decke; jede Hilfe kam zu spät.

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Nachdem in der Stadt am Mittelrhein das Wasser nun zurückgegangen ist, heißt es jetzt vor allem aufräumen. Keller müssen leer geschippt, Zufahrten für Hilfsgüter frei geräumt und Häuser von klebrigem Schlamm befreit werden. Dafür braucht es vor allem eins: viele Hände, die tatkräftig mit anpacken. Mit anpacken und vor Ort helfen – das wollen auch Sabine und Joe Herrmann aus Plankstadt.

Schon bei den Hilfsaktionen in Oftersheim und Brühl (wir berichteten) waren sie mit einem 40-Tonner mit von der Partie, jetzt planen sie eine weitere Aktion. 200 freiwillige Helfer fahren dazu am Samstag, 24. Juli, mit Stiefeln, Schubkarren, Besen, Handschuhen und Schaufeln nach Sinzig, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. „Ich habe vier Busse gebucht, die uns am Samstag um 6 Uhr morgens nach Sinzig bringen“, erklärt Joe Herrmann. Er hofft, dass er das Geld für das Mieten der Busse durch Spenden wiederbekommt. Abends gegen 20 Uhr geht es dann von Sinzig wieder zurück nach Plankstadt. Sachspenden nehmen die Helfer auch mit nach Rheinland-Pfalz – allerdings nur Hygieneartikel und Verpflegung. Kleidung wird aktuell nicht gebraucht.

Herrmann steht in Kontakt mit der Kirchengemeinschaft in Sinzig, die die Aktion vor Ort koordiniert. Was genau die Freiwilligen dort erwartet, weiß der Plankstadter noch nicht. „Ein Problem sind die verstopften Zufahrtswege. Da werden wir wahrscheinlich beim Freiräumen helfen, so dass Hilfsgüter in die Stadt transportiert werden können“, berichtet er. „Die Rückmeldungen sind überwältigend.“ Etwa 100 Menschen haben sich bereits zum Helfen angemeldet und er ist optimistisch, dass weitere 100 aus Plankstadt und der Umgebung schnell gefunden werden. Diejenigen, die selbst nicht mitfahren können, helfen oft mit Geld- oder Sachspenden.

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Dazu haben Sabine und Joe Herrmann auch in der Krankengymnastik-Praxis Arne Knuth in der Luisenstraße 1 eine Spendenkasse aufgestellt. Wer einen kleinen Obulus beisteuern wolle, könne dies dort gerne tun. „Ich danke allen, die sich schon zum Helfen gemeldet oder gespendet haben“, fügt der Plankstadter hinzu.

Über 70-mal geteilt

„Vielleicht bin ich irgendwann einmal in einer ähnlichen Situation und brauche selbst Hilfe“, meint er. Leere Versprechungen seien schnell gemacht – er wolle aktiv mit anpacken. Und er ist bei Weitem nicht der einzige: Über 70-mal wird der Aufruf im Internet geteilt, die Solidarität und der Zuspruch in den Kommentaren des Facebook-Posts sind groß. Viele wollen schnell und unbürokratisch helfen und wie schon bei den Aktionen in Oftersheim und Brühl am vergangenen Wochenende Taten statt Worte sprechen lassen.

Denn auf diese Hilfe sind die Menschen in Sinzig angewiesen. Die Stromversorgung ist weiter labil, der Netzbetreiber bittet darum, den Strom sparsam zu nutzen. Weil die Temperaturen aktuell wieder steigen, soll außerdem beim Trinkwasser gespart werden. Wir werden von der Situation vor Ort und der Hilfsaktion weiter berichten.

Info: Interessierte Helfer können sich bei Joe Herrmann, Telefon 0173/8 30 04 58, melden.

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