Im Porträt - Ulrike Auffarth sitzt für die Grüne Liste im Gemeinderat / Sie hat schon öfter kandidiert – jetzt hat es geklappt / Nahverkehr ist eines ihrer Herzensthemen Sie möchte das Rathausdach begrünen

Von 
Saskia Grössl
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Plankstadt. Ulrike Auffarth brauchte ein wenig Zeit, um ihre Wahl in den Gemeinderat zu verdauen. „Ich bin seit 25 Jahren bei der Grünen Liste dabei und kandidiere, war also schon öfter auf der Liste“, erklärt sie, „diesmal hat es zu meinem Schock geklappt. Das hat mich, wenn man mein Alter in Betracht zieht, doch erstaunt.“ Aber vielleicht haben es die Wähler ja so gesehen: Nicht nur junge Leute für die frischen Ideen sind wichtig, sondern eben auch die Älteren mit ihrer Erfahrung.

Einer ihrer Lieblingsplätze ist der Teich im heimischen Garten. Dort kann Ulrike Auffarth entspannen – wenn nicht so viel zu tun ist. © Grössl
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Der Weg in die Politik hat für Ulrike Auffarth schon früh angefangen – über die Friedensbewegung. Damals hat sie in einer Anstalt für Epileptiker eine Ausbildung zur Krankenschwester bei den Diakonissen in Kork bei Kehl gemacht. „Die Zivildienstleistenden waren dort sehr politisch“, erinnert sich Auffarth zurück. Später hat sie in einer Wohngemeinschaft gelebt, die recht links eingestellt war.

Zur Person: Ulrike Auffarth

Ulrike Auffarth ist am 2. Januar 1947 geboren.

Sie lebt seit 1984 mit ihrem Mann Bernd Schmid-Auffarth in Plankstadt.

Die beiden haben einen Sohn und eine Tochter, die aber weiter weg wohnen. grö

So einige Stationen hat die 72-Jährige hinter sich gebracht, bevor sie in Plankstadt gelandet ist. Aufgewachsen ist sie in Mannheim, ihre Schulzeit hat sie in der Bruchsaler Gegend verbracht. Nach ihrer Ausbildung und einer Zeit in Frankfurt kam sie ans Lanz-Krankenhaus in Mannheim. Dort machte sie auch ihr Abitur am Abendgymnasium und schloss ein Studium der Soziologie, Pädagogik und pädagogischen Psychologie an.

In der Prüfungszeit des Studiums kam dann ihr Sohn zur Welt, später noch eine Tochter. Ihr Mann Bernd Schmid-Auffarth ist im Vorstand der Grünen Liste. Seit 1984 leben die beiden in der Gemeinde. „Wir haben hier ein eigenes Haus gefunden, vorher kannten wir dieses Plankstadt gar nicht“, verrät Ulrike Auffarth.

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Ihre Mutter kam aus Pommern, der Vater aus Jena und deren Einfluss war schon groß, wie die 72-Jährige erklärt. „Meine Mutter hat plattdeutsch mit uns gesprochen und die Mentalität hat mich schon geprägt“, meint sie. Mit ihrem Mann war sie auch öfter in Ostdeutschland zu Radtouren unterwegs. „Manche mögen die Menschen dort naiv nennen, ich finde sie ehrlich“, so Auffarth.

Natur ist gebeutelt

Gleichwohl – die Heimatgemeinde liegt ihr natürlich am Herzen, wie auch ihr politisches Engagement verrät. So hat sie auch einige Herzensthemen, die sie in den nächsten fünf Jahren im Gemeinderat angehen möchte. „Man merkt doch derzeit deutlich, wie stark die Natur durch den Klimawandel gebeutelt wird“, findet die 72-Jährige klare Worte. Daher möchte sie sich gerne für mehr Grün in der Gemeinde einsetzen. Eine der Maßnahmen wäre aus ihrer Sicht die Begrünung des Flachdachs des geplanten Rathausneubaus.

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Auch mehr Solaranlagen und eine Regenwassernutzung in den Neubaugebieten würden aus ihrer Sicht eine Erleichterung für die Natur bringen. Dafür geht sie gerne mit gutem Beispiel voran: Seit 1985 hat ihr Haus eine Solaranlage für die Wassererwärmung. Auch eine Photovoltaikanlage für die Stromgewinnung soll jetzt dazukommen.

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Ein weiteres wichtiges Thema ist für sie der öffentliche Nahverkehr, den sie gerne verbessern würde. Auch eine Straßenbahnverbindung könnte sie sich vorstellen. Manches hätte sie gerne anders gelöst, etwa, dass eine gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Gemeinde bezahlbaren Wohnraum im Antoniusquartier schafft. Die Gemeinde ist nämlich gerade auf der Suche nach einem Investor, der die Gemeindegebäude baut. „Außerdem hätte ich gerade in Anbetracht der benötigten Kinderbetreuungsplätze gut gefunden, wenn mehr zeitlicher Abstand zwischen Antoniusquartier und Kantstraße Nord liegen würden.“ Und was ist ihr Wunsch für die Sitzungen? „Dass das Gegeneinander etwas nachlässt und man sich um Sachthemen kümmert“, wünscht sie sich.

Aber auch außerhalb der Politik engagiert sie sich in der Gemeinde, hat beispielsweise vom Integrationskreis aus ein Schulkind aus Bosnien betreut. Außerdem singt sie im evangelischen Kirchenchor und hilft jedes Jahr beim Basar mit. Wenn sie nicht im Ehrenamt unterwegs ist, arbeitet sie aber auch gerne im Garten, der auch einiges an Obst und Gemüse abwirft. Auch das Haus ist mit vielen Topfpflanzen schön grün. Basteln, nähen und lesen stehen ebenfalls ganz oben auf ihrer Liste.

Redaktion Redakteurin, zuständig für Plankstadt