Geschäftsleben Der letzte Blumengärtner der Region

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jd
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Blick auf das am östlichen Ortsrand gelegene Gartenbaugelände. Links vorne ist das repräsentative Wohngebäude zu erkennen. Im Hintergrund sind die imposanten Gewächshäuser aufgereiht. © Keim

Reilingen. In seinen Gewächshäusern war der erhoffte Frühling meist schon in den ersten Januarwochen erwacht. Vor Frost geschützt, wuchsen in der Gärtnerei von Uwe Keim in der Walldorfer Straße jährlich abertausende von farbenfrohen Primeln und Violen heran. Zuletzt waren etwa 100 000 Frühlingsblüher pro Saison aus seinem Betrieb in den Handel gegangen. Jetzt hat der einzig noch im Verwaltungsraum verbliebene Erzeuger von Frühlingsblumen seinen Betrieb am östlichen Ortsrand von Reilingen eingestellt. „Schweren Herzens“, wie der 58-jährige Gärtnermeister einräumt.

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Eine notwendig werdende Umstrukturierung sowie kostenaufwendige energetische Verbesserungen würden sich in seinem Alter nicht mehr lohnen, so Uwe Keim. Ohnehin fehle es an einer Zukunftsperspektive.

Nachwuchs fehlt

Denn heutzutage wäre kaum noch ein junger Mensch bereit, sich in seinem Beruf zu qualifizieren. Generell sei die Marktsituation für einen kleineren Gärtnereibetrieb immer schwieriger geworden. Dazu hätten nicht nur Baumärkte, sondern auch die großen Gartencenter beigetragen.

Uwe Keim hatte den renommierten Gartenbaubetrieb mit einer verglasten Gewächshausfläche von rund 3500 Quadratmeter vor drei Jahrzehnten von den Voreigentü-mern Ilse und Adolf Röth übernommen und bis zum heutigen Tag fortgeführt.

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Zugleich verwandelte er mit viel Geschick und Ideenreichtum das nach einem Brand wieder aufgebaute angrenzende Wohnhaus samt dem ehemaligen Ladengeschäft zu einem sehenswerten, baulichen Kleinod. jd