Ausstellung (im Interview)

Reilinger Künstlerin Stephanie Dörrmann: Von unbeschwerter Leichtigkeit

Die Künstlerin Stephanie Dörrmann ist wahrlich nicht einer bestimmten Kunstrichtung zuordenbar. Nun zeigt sie ihre Kunst im „Ambiente und Art“ in Oberhausen-Rheinhausen.

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Pressemitteilung Dörrmann
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Ihre Werke lässt Stephanie Dörrmann gerne im Mixed-Media-Stil entstehen. © Dörrmann

Oberhausen-Rheinhausen. Die Künstlerin Stephanie Dörrmann ist wahrlich nicht einer bestimmten Kunstrichtung zuordenbar. Wie ein Chamäleon passt sich ihre Malerei ihren äußeren Einflüssen an. So erschafft sie mit ihren unterschiedlichen Stilen regelrecht Stilbrüche.

Knapp ein Jahr nach dem Erfolg ihrer ersten Ausstellung dürfen sich Kunstinteressierte auf ein erneutes Treffen freuen, denn bei einer weiteren Ausstellung am Samstag, 19. November, zeigt die in Reilingen wohnende Künstlerin im „Ambiente & Art 2.0“ in Oberhausen-Rheinhausen ihre Werke.

Wir haben die Künstlerin getroffen und bereits einen ersten Blick auf ihre neuen zeitgenössischen Bilder erhaschen dürfen. Kunstwerke, die nicht nur dem Auge Halt geben, sondern alle Sinne wahren Glücks berühren.

Die Ende 2021 stattgefundene Ausstellung war Ihre erste. Haben Sie dadurch neue Aufträge erhalten und so Ihr Hobby zum Beruf gemacht?

Stephanie Dörrmann: Die Ausstellung vergangenes Jahr war für mich ein voller Erfolg. Vor allem weil sie mich mutiger werden ließ und ich so in neue Sphären eintauchen konnte. Ich probiere mich beispielsweise über die sozialen Medien aus – schicke so meine Kunst um die Welt. Und ja, ich habe hierdurch bereits das ein oder andere Gemälde verkauft. Es ist und bleibt allerdings vorerst ein Hobby – wie sich meine Malerei jedoch perspektivisch entwickelt und ob Berufung zum Beruf wird, das überlasse ich gerne dem Schicksal. Rückblickend war 2022 das erste „normale“ Jahr seit Beginn der Corona-Pandemie und dennoch voller neuer einschneidender Ereignisse, die bis heute aktuell sind. So ist Corona als Topsuche in Google sicherlich den Stichworten „Ukraine-Krieg“ und „Inflation“gewichen.

Stephanie Dörrmann stellt ihre Werke in Oberhausen-Rheinhausen aus. © Stephanie Dörrmann

Wirken sich gesellschaftliche und möglicherweise auch privaten Veränderungen in Ihrer Malerei aus?

Dörrmann: Selbstverständlich stimmen mich unschöne Ereignisse wie Corona, Ukraine-Krieg oder die Inflation nachdenklich und sie sind immer wieder Thema bei Treffen mit Freunden und Familie. In meiner Malerei finde ich jedoch viel Ruhe und Kraft und ein Stück weit ist das meine „eigene Welt“. Einfluss auf meine Malerei haben allerdings eher private als gesellschaftliche Veränderungen. Die Liebe hat mein künstlerisches Credo nachhaltig verändert. Mit noch größerer beflügelter Leichtigkeit als sonst, malt es sich besser. Damit hat mich die Malerei aufs Neue in den Bann gezogen.

Sehr schön, welchen Bezug hat Ihr Partner zur Malerei?

Dörrmann: Bisher keinen, jedoch konnte ich ihn dazu motivieren mit einem gemeinsamen Gemälde kreativ zu werden. Das war für uns beide spannend und gleichermaßen witzig, weil wir hierbei klare Regeln aufgestellt hatten. Bei Musik und einem Glas Wein oder zwei (lacht), haben wir auf einer großen Leinwand alle 30 Minuten die Seiten gewechselt. Jedem von uns stand dabei alles andere frei – Motiv, Farbe, Techniken und selbst das Übermalen war kein Tabu. Und wenn Sie sich fragen, was dabei rauskam – etwas Großartiges.

Wird das gemeinsame Bild ebenfalls ausgestellt und steht es zum Verkauf?

Dörrmann: Ausgestellt wird es auf jeden Fall – ob wir es zum Verkauf freigeben, steht noch nicht fest. Es hat für uns einen hohen ideellen Wert. Käuflichkeit ist sicherlich eine Sache des Preises.

Was macht Ihnen am meisten Spaß und was würden Sie sagen, ist Kernaussage Ihrer Malerei?

Dörrmann: Ich erschaffe gerne Kunstwerke im Mixed-Media-Stil. Mit den auf großformatigen Leinwänden geschriebenen und gezeichneten Figuren und Symbolen möchte ich eine Welt auf der Leinwand erschaffen, in der Unbeschwertheit und Leichtigkeit herrschen und Regeln zum Teil auch untergraben werden. Das Schöne an der Kunst ist, dass sie ein Prozess, ein Experiment, eine Entdeckung ist. Sowohl für mich als Künstlerin als auch für den Betrachter. Sie liefert keine Antworten, sondern wirft Fragen auf. Bei meiner Malerei geht es immer darum Emotionen zu objektivieren. Ich lasse durch Farbe Gefühle sprechen. Momentan spiele ich mit abstrakten Formen, die ich in verschiedene Themenkomplexe ineinander verschmelzen lasse. Es lassen sich so in einem Bild mehrere Elemente erkennen – Ikonen der Neuzeit, Comic Figuren, Medien. Gleichermaßen spannend finde ich das Arbeiten mit verschiedenen Materialien und Techniken.

Was kann man sich darunter vorstellen?

Dörrmann: Ich bediene mich umfassend aller Farbtöne, teils kräftig und intensiv oder zurückhaltend und subtil. Ich spiele mit buntem Leder, Stoffen, Verpackungsmaterialien, Zeitschriften, Farben aus Spraydosen oder Glitter. Ich bin immer offenen Blickes unterwegs: Bunte Chipstüten aus dem Ausland, bedruckte bunte Kleidungsstücke oder Werbeslogans und Fotos in Zeitschriften, denen ich mit dem Cutter auf den Leib rücke – all diese Dinge werden mit viel Farbe zu meiner Kunst.

Ihre Ausstellung haben Sie Passion getauft. Was verbinden Sie damit?

Dörrmann: Viele Dinge gehen im Alltag einfach unter, jeder ist gehetzt und macht vieles beiläufig oder verschwendet die Zeit mit Dingen, die man nicht mag, anstatt sich für die schönen Dinge mehr Zeit zu nehmen. Dem kann ich vollen Raum geben – weil ich leidenschaftlich gerne male.

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