Carl-Theodor-Schule lehrt Nachhaltigkeit – diesmal ganz virtuell

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zg
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Eine spannende Kooperation gibt es jetzt zwischen dem Heidelberger Zentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung (kurz: BNE-Zentrum) der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Universität mit regionalen Partnerschulen wie der Schwetzinger Carl-Theodor-Schule. Aus dem „Kooperationscluster Nachhaltigkeit“ werden Studierende zu Nachhaltigkeitsexperten ausgebildet. Die Kooperation baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit mit Schulen und Lehrkräften im Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf.

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Das Seminar „Nachhaltigkeit lehren lernen“ wird jedes Semester in Zusammenarbeit zwischen dem BNE-Zentrum der Pädagogischen Hochschule und dem Geographischen Institut der Universität (bis Sommersemester 2020 in Zusammenarbeit mit dem Heidelberg Center for the Environment) für Studierende in lehramtsbezogenen Studienfächern beider Hochschulen. Die Studierenden erhalten eine grundlegende Ausbildung zu Themen der Nachhaltigkeit, Kompetenzen und Inhalten von BNE und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungstrends oder Herausforderungen wie dem Klimawandel. Die Kenntnisse hierzu werden über interaktive Lehr-Lern-Formate, wie Rollenspiele oder Gruppendiskussionen vermittelt und reflektiert. Die Studierenden sollen dadurch in die Lage versetzt, sich intensiv mit nachhaltigkeitsrelevanten Themen und deren Vermittlung in der Schule auseinanderzusetzen. Dazu bauen sie innerhalb der Seminartage Kompetenzen auf und entwickeln eigene Ideen zur Durchführung einer Schulstunde zu einem Nachhaltigkeitsthema. Das teilt die Carl-Theodor-Schule in einer Presseerklärung mit.

Maßgeschneiderte Konzepte

Anschließend erarbeiten die Studierenden in Kleingruppen Unterrichtskonzepte zu ausgewählten Aspekten, maßgeschneidert für eine Klasse in einer der Partnerschulen. Die Konzepte werden im Seminar präsentiert und in Abstimmung mit den Lehrkräften der Schulen vor Ort und der Seminarleitung konkretisiert. Schließlich führen die Studierendenteams ihre Konzepte, begleitet durch die betreuende Lehrkraft, in einer Schulstunde ein.

„Die langjährige Zusammenarbeit der Carl-Theodor-Schule mit dem Kooperationscluster BNE ist eine echte Bereicherung für unsere Schülerinnen und Schüler. Im Seminarkurs „Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt“ beispielsweise, der alljährlich in der Jahrgangsstufe eins unseres Wirtschaftsgymnasiums angeboten wird, erhalten unsere Schüler durch die Einsätze der Studenten wertvolle Einblicke in die wissenschaftliche Arbeitsweise im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. Gelungen ist aus meiner Sicht, dass die Stunden auf die Themen der Schüler zugeschnitten werden. Es kam in den vergangenen Jahren auch zu Patenschaften, bei denen Studierende den Kontakt zu Schülern aufrechterhielten und ihnen beratend bei ihren Recherchen zu Themen der Nachhaltigkeit zur Seite standen“, berichtet die begleitende Lehrerin Gisela Heinzelmann.

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Im Wintersemester 2020/2021 fand das Seminar unter erschwerten Pandemiebedingungen statt. Die Studierenden erprobten ihre Unterrichtsstunden zu Themen wie Postwachstumsökonomie oder Plastik im Meer digital über verschiedene Videokonferenztools an den Schulen. Auf diese Weise konnten sie erste Erfahrungen im Bereich der digitalen Lehre und des Homeschooling sammeln. Darüber hinaus waren sie technischen Herausforderungen gegenübergestellt. Dennoch war die Kooperation für alle Seiten erfolgreich: Lehrkräfte, Schüler und Studierende profitierten von der Abwechslung im Pandemiealltag und der Erfahrung eines virtuellen und interaktiven Lehr-Lern-Formats.

Für die Studierenden stellt das Seminar die Möglichkeit dar, das Gelernte anzuwenden und unter Realbedingungen die praktische Umsetzung im Unterricht zu erproben. Das umfangreiche Feedback von Dozierenden, Lehrkräften, Studierenden und Schülern stellt einen Mehrwert dar und beleuchtet die Leistung der Studierenden aus unterschiedlichen Perspektiven. Das Unterrichten in einer Partnerschule vermittelt über die universitäre Lehre hinausgehende praktische Impulse im Hinblick auf das Zeitmanagement, digitale Formate im Schulalltag und die Umsetzung einer eigenen Idee.

Praxisorientierung geübt

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„Im Seminar ,Nachhaltigkeit lehren lernen’ werden von den Lehramtsstudierenden Fragen der nachhaltigen Entwicklung und deren Vermittlung hochschulübergreifend erarbeitet und im Unterricht praxisorientiert umgesetzt. Auf diese Weise wird der Erfolg der langjährigen Kooperation sichtbar“, erläutert Prof. Dr. Alexander Siegmund, Geschäftsführender Direktor des BNE-Zentrums. Die Bedingungen während des Wintersemesters zeigten aber die Herausforderungen und Schwierigkeiten des digitalen Unterrichtens. Die Onlinelehre läuft „deutlich anonymer“ ab und „erschwert es, die Begeisterung aufseiten der Schüler zu wecken“, berichten Teilnehmer.

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Trotz der herausfordernden Umstände fällt das Fazit von Gisela Heinzelmann positiv aus: „Durch dieses Format wird Nachhaltigkeit nicht nur fächerübergreifend vermittelt, sondern auch institutionsübergreifend: Schule, Pädagogische Hochschule und Universität kooperieren. Das war und ist für mich als Lehrkraft so zukunftsweisend, dass auch die Pandemie mit dem Gebot des Fernlernunterrichts nicht verhindern konnte, entsprechende Stunden den Studierenden anzubieten. Daher stehe ich gerne als beratende Lehrerin den Studierenden bei der genauen Planung ihres Unterrichtseinsatzes zur Seite und gebe ihnen zusammen mit meinen Schülerinnen und Schülern Feedback.“

Das Seminar wird auch in den kommenden Semestern fester Bestandteil des Lehrveranstaltungsangebots an beiden Hochschulen sein und erweitert damit stetig den Kreis von Botschafterinnen und Botschaftern der Nachhaltigkeit. zg

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