Ausstellung

„Phantastische Pilze“ als bunte Protagonisten in der Schwetzinger Schlosskapelle

Der Künstler Martin Becker sorgt mit seinen naturverbundenen Werken beim Kunstverein für eine ganz eigene Ästhetik.

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zg
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Die neue Ausstellung: „Phantastische Pilze“ zeigt die Werke von Martin Becker, die interessante Assoziationen zulassen. © Kunstverein

Schwetzingen. Im Fokus der neuen Ausstellung in der Schwetzinger Schlosskapelle steht ein eigensinniger Waldbewohner: der Pilz. Axel Eiflinger ließ sich von dessen außergewöhnlichen Ästhetik inspirieren. Ob „Stinkmorchel“ oder „Krause Glucke“ – die bunte Vielfalt verleitete ihn dazu, auch eigene Kreationen zu schaffen. Die malerische Umsetzung von Künstler Martin Becker wird vom Donnerstag, 24. November, an bis zum 18. Dezember in der Schlosskapelle zu sehen sein.

Der Kunstverein Schwetzingen präsentiert in Kooperation mit dem Museum Blau einzigartige Pilz-Gemälde von Künstler Martin Becker. Als Grundlage für seine fantasievollen Ölskizzen dienten ihm die Ideen des Heidelberger Autors Axel Eiflinger. Dieser machte sich die besondere Ästhetik der Pilze zunutze und beschrieb sie auf kreative Weise. Die oftmals bizarre Erscheinung dieser Lebewesen verleitete ihn dazu, sich auch eigene Kreationen auszudenken.

Ausstellung in der Schwetzinger Schlosskapelle

Bei der Vernissage in der Schlosskapelle am Freitag, 25. November, um 18.30 Uhr begrüßt Erik Schnatterer, der Vorsitzende des Kunstvereins, die Besucherinnen und Besucher. Anschließend gibt Dr. Dietmar Schuth, künstlerischer Leiter, eine Einführung. Die originellen Ölmalereien von Martin Becker werden parallel zum Kurfürstlichen Weihnachtsmarkt vom 24. November bis 18. Dezember ausgestellt.

Martin Becker ist kein Unbekannter in Schwetzingen. Während seines Studiums an der damaligen Freien Kunstschule Rhein-Neckar in Mannheim war er einige Jahre als Aufbauassistent für den hiesigen Kunstverein tätig. Für gewöhnlich malt er romantische Motive wie Eismeere, einsame Häuser und stimmungsvolle Landschaften im Stil des frühen 19. Jahrhunderts. Für Axel Eiflinger erweiterte er jedoch sein Repertoire um die bunte Welt der Waldbewohner – daraus entstanden ist eine einzigartige Zusammenarbeit, die reale und auch erfundene Pilze romantisch inszeniert.

Ausstellung in der Schwetzinger Schlosskapelle: Von der Idee zum Bild

Pilze gehören zu den faszinierendsten Lebewesen der Natur. Ihre biologische Vielfalt hat den Heidelberger Autor Axel Eiflinger, selbst ein passionierter Pilzesammler, inspiriert, sich mit diesen oft bizarren Lebewesen zu beschäftigen, und das nicht nur kulinarisch. Besonders interessieren den gelernten Kunsthistoriker die ästhetisch oft sehr ansprechenden Wuchsformen. Hinzu kommen die Namen der Pilze, die die deutsche Sprache zum Teil sehr strapazieren und kuriose Wortschöpfungen darstellen.

Darüber hinaus verbirgt sich hinter vielen Pilzen eine interessante Kulturgeschichte, denn Pilze wurden seit alters her als Droge oder Heilmittel konsumiert, zu Leder verarbeitet oder als Zunderschwamm genutzt. Im Rahmen der ökologischen Bewegung wurden einige dieser alten Traditionen neu belebt. Oft erzählen Pilze vom einfallsreichen Leben armer Leute vergangener Zeiten wie auch häufig von einem heute vergessenen Aberglauben.

Diese Welt der Pilze ist also so ideenreich, dass sich der Autor anregen ließ, real existierende Pilze neu zu benennen und fantasievoll zu beschreiben und darüber hinaus eigene Pilze neu zu erfinden. Alle Texte sind im Stil seriöser Pilzbücher geschrieben und mykologisch korrekt und glaubhaft formuliert. Martin Guido Becker hat diese durchaus humorvollen Texte lustvoll in kleinen, sehr malerischen Ölskizzen illustriert und so ein wahrlich phantastisches Pilzbuch geschaffen, das nun in der Schlosskapelle als Ausstellung ausgebreitet wird.

Der Kunstverein Schwetzingen schließt sein Jubiläumsjahr in Kooperation mit dem Museum Blau mit den „Phantastischen Pilzen“ in der Schlosskapelle ab. 

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