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Kandidatencheck zur Bundestagswahl

So beantwortet Grünen-Kandidatin Nicole Annette Heger die Fragen der Redaktion

Von 
red
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Nicole Anette Heger wünscht sich ein echtes umdenken und Handeln für den Klima- und Naturschutz um den Kindern und Enkeln eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen. Wie die Grünen-Kandidatin die 13 Fragen der Redaktion beantwortet.

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Nicole Annette Heger aus Waghäusel ist 51 Jahre alt und von Beruf IT-Qualitätsmanagerin. © Privat

1. Wenn ich per Knopfdruck sofort eines verändern könnte, dann wäre das …

Mein Wunsch wäre ein echtes Umdenken und Handeln für den Klima- und Naturschutz. Das wäre eine echte Chance für alle Menschen, Tiere und die Natur. Denn nur noch in den nächsten fünf Jahren haben wir die Chance Kipppunkte mit kluger Politik zu vermeiden und unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen.

2. Sollen Ihrer Meinung nach für Ungeimpfte stärkere Einschränkungen gelten als für Geimpfte?

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Einschränkungen sind in Baden-Württemberg bei steigenden Corona-Patientenzahlen beschlossen, Wir müssen aber noch viele Menschen motivieren, sich impfen zu lassen, damit die Infektionszahlen niedrig bleiben und keine weiteren Einschränkungen notwendig werden. Wenn wir eine Impfquote von über 80 Prozent erreichen wie in Dänemark, dann können auch bei uns alle Einschränkungen für alle fallen.

3. Welche Weichen müssen hinsichtlich der Entwicklung im Pflege- und Krankenhauswesen gestellt werden?

Alle Menschen brauchen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen und bedarfsgerechten Versorgung. Die Belange der Patienten und Patientinnen müssen Vorrang haben vor wirtschaftlichen Interessen. Und wir wollen die Arbeitsbedingungen von Therapeuten und Therapeutinnen, Hebammen, Ärzten und Ärztinnen und Pflegekräften attraktiver und familienfreundlicher gestalten. Gesundheitsschutz und Pflege brauchen einen größeren Stellenwert. Eine gerechte und solidarische Finanzierung durch eine Bürgerversicherung ist für uns die Voraussetzung dafür.

4. Wie sollen Renten und Pensionen inZukunft finanziert werden?

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Um das Rentenniveau zu sichern, wollen wir die Frauenerwerbstätigkeit unter anderem durch ein Rückkehrrecht in Vollzeit erhöhen. Bei Bedarf sollen die Steuerzuschüsse erhöht werden. In einem ersten Schritt zu einer Bürgerversicherung sorgen wir dafür, dass anderweitig nicht abgesicherte Selbstständige, denen sonst Altersarmut droht, und Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden. Die Riester-Rente soll durch einen öffentlich verwalteten Bürgerfonds ersetzt und in diesen überführt werden. Durch den Bürgerfonds profitieren die Menschen am Wertezuwachs der Wirtschaft.

5. Die Kultur und auch der Sport erleben seit vielen Monaten eine sehr schwierige Zeit. Wie stellen Sie sich die Förderung in diesen Bereichen in den nächsten vier Jahren vor?

Es muss mehr Kooperationen zwischen Bund, Ländern und Kommunen bei der Finanzierung von Kultureinrichtungen und Projekten geben. Kommunen und Träger kultureller Einrichtungen müssen finanziell unterstützt werden. Für eine vielfältige Kulturlandschaft muss es eine Absicherung geben. Kulturschaffende sollen für die Zeit der Corona-Krise mit einem Existenzgeld von 1200 Euro im Monat abgesichert werden. Die Künstlersozialkasse (KSK) muss finanziell gestärkt, Rechtssicherheit für die Mitgliedschaft in der KSK geschaffen und die freiwillige Weiterversicherung für Selbstständige in der Arbeitslosenversicherung vereinfacht werden. Sport hat eine große Rolle für das gesellschaftliche Zusammenleben. Das müssen wir fördern und bessere Rahmenbedingungen schaffen. Ideen und Energien müssen gebündelt und zusammen mit den Sportverbänden, Ländern, Kommunen und der Wissenschaft ein Entwicklungsplan Sport erarbeitet und umgesetzt werden.

6. Soll der Bund mehr Kompetenzen in der Bildungspolitik bekommen?

Wir müssen dafür sorgen, dass alle Kinder gleiche Bildungschancen bekommen. Das geht nur, wenn der Bund gemeinsam mit den Ländern gute Vorgaben erarbeitet und auch mit Geldern den Weg dahin unterstützt. Die Kooperationsmöglichkeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen muss verfassungsrechtlich gestärkt und so abgesichert werden.

7. Wie stellen Sie sich die Mobilität der Zukunft vor?

Wir brauchen in der Zukunft ein gut ausgebautes Schienennetz in Deutschland mit attraktiven Verbindungen. Der ÖPNV muss verlässlich, erreichbar in allen Orten und bezahlbar sein. An Verkehrsknotenpunkten soll man das Verkehrsmittel einfach wechseln können. Das Auto spielt im Individualverkehr in Zukunft eine geringere Rolle, es gibt weniger Fahrzeuge pro Haushalt auch in ländlichen Gebieten dank gutem ÖPNV und flächendeckenden Carsharing-Angeboten. Rufangebote ergänzen, wo regelmäßige Verbindungen nicht rentabel sind. Und viel mehr Menschen werden mit dem Fahrrad und Lastenrädern unterwegs sein, dafür gibt es überall gute Abstellmöglichkeiten und in den Innenstädten Fahrradparkhäuser.

8. Wie sehen Sie die Rolle Deutschlands in der Europäischen Union?

Als überzeugte Europäerin sehe ich Deutschland in einer zentralen Verantwortung für den Zusammenhalt und die Fortentwicklung der EU. Europapolitik muss wieder aktiv gestaltet werden mit klarem Wertekompass. Eine starke Zusammenarbeit mit unserem Nachbarland Frankreich und ein Zusammenspiel mit unseren europäischen Partnern ist dabei sehr wichtig. Herausforderungen bewältigen wir nur in einer starken Europäischen Union, die Handlungswillen und Handlungsfähigkeit zusammenbringt und die von uns BürgerInnen aktiv mitgestaltet wird. Fixstern für die Weiterentwicklung der Europäischen Union ist die Föderale Europäische Republik.

9. Welchen Weg möchten Sie in Bezug auf die Digitalisierung einschlagen?

Ich arbeite seit mehr als 24 Jahren in der Software-Branche. Daher weiß ich, dass Digitalisierung der Schlüssel zu einer modernen Gesellschaft und einer erfolgreichen Wirtschaft ist. Digitalisierung wird in alle Bereiche Einzug halten. Wir brauchen eine gute digitale Bildung schon an Schulen, Fortbildungsmöglichkeiten für alle Menschen und schnelles Internet auf dem Land und in der Stadt. Die Corona-Pandemie hat uns auch gezeigt, dass unsere Verwaltung in allen Bereichen digitalisiert werden muss und wir eine bessere Vernetzung von Behörden brauchen. Mit mehr barrierefreien E-Government-Dienstleistungen wollen wir die Verwaltung modernisieren und unnötige Bürokratie abbauen. Digitalisierung kann uns auch im Gesundheitsbereich helfen bei der elektronischen Akte oder der Telemedizin. Wichtig ist aber auch der Datenschutz, denn sensible Daten müssen geschützt, ein europäischer Standard muss festgelegt, eine europäische Cloud geschaffen werden.

10. Wie sollte Ihrer Meinung nach die Zuwanderungspolitik in den nächsten Jahren aussehen?

Wir brauchen ein modernes Einwanderungsgesetz, das neue Zugangswege für Bildungs- und Arbeitsmigration in jedem Bereich schafft mit transparenten, unbürokratischen und fairen Verfahren, das globale und regionale Notwendigkeiten berücksichtigt und flexibel auf die Bedarfe des Arbeitsmarktes reagiert. Es braucht eine Bildungsmigration über Stipendien und Ausbildungsvisa, genauso wie Voraussetzungen für eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis und die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen. Geflüchtete sollen die Möglichkeit zum Spurwechsel bekommen, der ihnen während Ausbildung, Studium und Arbeit mehr Rechtssicherheit und damit eine berufliche Perspektive ermöglicht. Wir unterstützen Betriebe, die Geflüchteten und Einwandern eine Chance auf Ausbildung und Beschäftigung geben, bei Bedarf durch Qualifizierung, Beratung und Begleitung. Der Schlüssel zu guter Integration ist die Sprache. Dafür muss es ein breites Angebot geben.

11. Falls es dazu kommen würde: Mit wem sollte Ihre Partei koalieren und mit wem auf keinen Fall?

Mit der AfD wird es in keinem Fall eine Koalition geben. Auch die Linke ist mit ihren Positionen in der Außenpolitik kein potenzieller Koalitionspartner. Hoffentlich gibt es am Ende eine Mehrheit für Parteien, die Klimaschutz, Wirtschaft und Soziales zusammen denken und mit uns zusammen erreichen wollen, dass wir das Pariser Klimaschutzziel einhalten und zukünftigen Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen können.

12. Was möchten Sie für Ihren Wahlkreis im Bundestag erreichen?

Bei meinen vielen Gesprächen mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern konnte ich schon über eine zukünftige Verkehrswende in den Gemeinden sprechen. Ein wichtiger Baustein ist ein gut ausgebauter, verlässlicher und bezahlbarer ÖPNV. Die Finanzierung darf aber nicht weiter Sache der Kommunen und Kreise sein. Wichtig ist zum Beispiel auch eine direkte Bahnverbindung von Schwetzingen nach Heidelberg. Auch bei der Bildung brauchen wir mehr finanzielle Unterstützung für die Schulträger, um die Zukunftsaufgaben wie Digitalisierung und Ganztagsschule auf solide Beine stellen zu können. Außerdem will ich eine Ausbildungsinitiative für Erzieherinnen und Pflegeberufe unterstützen, damit auch in unserer Region Kinder und ältere Menschen gut versorgt werden können. Außerdem sind mir die Kindergrundsicherung und Kinderrechte im Grundgesetz ein wichtiges Anliegen, was auch Kindern im Wahlkreis hilft.

13. Was ist Ihr Lieblingsplatz/-ort in der Region?

Der Schlossgarten in Schwetzingen – ganz besonders während der Kirschblüte.

 

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