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Wegen möglicher Gasmangellage

Stadtwerke und Verwaltung beschließen Energiesparmaßnahmen in Speyer

Die Stadtwerke und die Speyerer Stadtverwaltung beschließen konkrete Einsparungen und fordern auch die Bürger zum Mitmachen auf.

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Stadtverwaltung
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Blick im Sonnenuntergang bei dunkelblauem Abendhimmel in die bereits von Straßenlaternen beleuchtete Maximilianstraße in Speyer. Hinten das noch angestrahlte Altpörtel. © Klaus Venus

Speyer. Die Stadt Speyer und die Stadtwerke (SWS) reagieren mit Einsparmaßnahmen auf die drohende Gefahr einer Gasmangellage in Deutschland und Europa im kommenden Herbst und Winter.

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„Wir müssen jetzt handeln und möglichst viel Energie einsparen, um dazu beizutragen, dass die Gasspeicher zu Beginn der Heizperiode so gut wie möglich gefüllt sind – auch wenn, und das steht ja zu befürchten, die Gaslieferungen durch Nord Stream 1 weiter reduziert oder gar eingestellt werden. Für die Bürger, aber auch für uns als Gesellschaft bedeutet das zunächst in erster Linie Komforteinschränkungen, die unangenehm, aber verkraftbar sind“, erläutert Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler den Hintergrund. „Ich bitte die Bürgerschaft, diese Maßnahmen solidarisch mitzutragen und appelliere an jeden Bürger einen persönlichen Beitrag zu leisten und Energie zu sparen. In der Summe können wir so viel bewegen“.

Bis auf Weiteres werden demnach die Gebäudeaußenbeleuchtung historischer Gebäude wie des Altpörtels, der Alten Münze, des Rathauses, des Historisches Museums, des Wartturms sowie der Josefskirche, Gedächtniskirche und Dreifaltigkeitskirche abgeschaltet, so teilen die Stadtwerke mit. Das spart insgesamt rund 13 000 Kilowattstunden Strom im Jahr ein – falls die Abschaltung tatsächlich so lange laufen soll.

„Wir werden zudem die Sauna im Bademaxx vorübergehend ab Montag, 25. Juli, schließen. Zum Beheizen der Saunakabinen müssen wir Erdgas einsetzen, das wir dann einsparen können“, informiert Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Bühring. Hallenbad und Freibad sollen weiterhin geöffnet bleiben. Die Wassertemperaturen in den Freibadbecken waren bereits zur Eröffnung um zwei Grad abgesenkt worden. Aufgrund der hohen derzeitigen Tages- und Nachttemperaturen müssen die Becken im Hallen- und Freibad sowie die Innenräume im Hallenbad schon seit einigen Wochen nicht beheizt werden.

Guten Kompromiss gefunden

„Wir sind zuversichtlich, mit dieser Lösung einen guten Kompromiss gefunden zu haben. Zum einen sehen wir unsere gesellschaftliche Aufgabe und wollen die Wasserflächen – auch für Schwimmkurse und Schulsport – so lange wie möglich zur Verfügung stellen. Zum anderen müssen auch wir Stadtwerke selbst Energie einsparen. Wir appellieren ebenso an die Bevölkerung: Jede eingesparte Kilowattstunde bei Strom und Erdgas hilft, unsere gemeinsame Ausgangslage bei der Energieversorgung im kommenden Herbst und Winter zu verbessern. Jeder noch so kleine Beitrag trägt dazu bei, das große Ziel einer sicheren und unabhängigen Energieversorgung zu erreichen“, schließt sich Bühring dem Appell der Oberbürgermeisterin an.

Weiterhin haben Stadt und Stadtwerke den Maßnahmenkatalog zur Energieeinsparung des Deutschen Städtetags geprüft. Einiges daraus wurde oder wird bereits unabhängig von einem drohenden Gasversorgungsengpass umgesetzt. Beispielsweise ist die Straßenbeleuchtung nachts zwischen 22 und 6 Uhr bereits um 30 bis 50 Prozent leistungsreduziert. Auch die Ampelanlagen, die vor einigen Jahren sukzessive komplett auf energiesparende LED-Technik umgestellt wurden, werden nachts, je nach Verkehrswichtigkeit, zu verschiedenen Zeitpunkten zwischen 18 und 24 Uhr abgeschaltet und gehen erst in den frühen Morgenstunden wieder in Betrieb. Ausgenommen von dieser Regelung sind und bleiben aus Sicherheitsgründen lediglich die Haupteinfall-straßen sowie Unfallschwerpunkte.

An der Beleuchtung des Doms wird sich zunächst nichts ändern, teilte eine Sprecherin des Bistums mit: „Wir schauen uns die Sache an und treffen dann eine Entscheidung, die wir auch kommunizieren werden. Da unsere Außenbeleuchtung allerdings erst 2014/15 komplett erneuert und auf LED umgestellt wurde, sprechen wir hier nicht von riesengroßen Energiemengen.“

Weitere Einsparmaßnahmen, wie die Absenkung der Raumtemperatur in der Verwaltung, Schulen, Sporthallen und weiteren öffentlichen Einrichtungen, können erst mit Beginn der Heizperiode umgesetzt werden.

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