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Landtag

Entenpfuhl nicht nass auskiesen

Rededuell Born versus Baumann fällt Zeit zum Opfer

Von 
jüg
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Stuttgart/Ketsch/Schwetzingen. Zu einem Schwetzinger Rededuell wäre es am Donnerstagnachmittag beinahe im baden-württembergischen Landtag gekommen. Denn dort hatte der hiesige SPD-Abgeordnete Daniel Born angefragt, was die Landesregierung unternehmen werde, um eine Auskiesung des Entenpfuhls und die damit verbundene Abholzung eines Stücks Staatswaldes zu verhindern. Antworten sollte darauf der hiesige Grünen-Abgeordnete Dr. Andre Baumann in seiner Funktion als Staatssekretär im Umweltministerium. Aber just, als die siebte mündliche Anfrage drangewesen wäre, war die einstündige Fragestunde rum und Daniel Born selbst musste als Sitzungspräsident verkünden, dass die restlichen Fragen schriftlich beantwortet werden.

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Wenige Stunden später lag die Antwort Baumanns auf unsere Anfrage hin vor. Darin heißt es: „Das Umweltministerium hat sich früh und eindeutig in der Sache positioniert. Bereits 2017 wurde dem Antragsteller der Auskiesung mitgeteilt, dass dem Kiesabbauvorhaben gewichtige Belange der Wasserbewirtschaftung entgegenstehen. Ich habe auf die große Bedeutung des Wasserschutzgebiets für das Wasserwerk ,Schwetzinger Hardt’ für die Trinkwasserversorgung im Großraum Mannheim-Heidelberg-Schwetzingen hingewiesen. Die sehr hohe hydrogeologische Bedeutung des Bereichs Entenpfuhl ergibt sich aus dem hohen Grundwasserdargebot in Verbindung mit der hohen Qualität und dem guten natürlichen Schutz des Wasservorkommens durch die Waldgebiete der Hardt.“

Jetziger Plan wäre unzulässig

Andre Baumann argumentiert weiter: „Der geplante Baggersee würde dem Grundwasser eine große offene Wunde zufügen. Potenzielle Schadstoffeinträge, die in den See gelangen könnten, könnten jederzeit und schnell die Brunnenanlage des Wasserwerks erreichen. Aber: Über die Genehmigung einer Nassauskiesung entscheiden nicht die Landesministerien, sondern hier das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis“, so Baumann. Dessen Prüfung könne er nicht vorgreifen. Am 15. April 2022 sei aber die neu gefasste Verordnung des Landratsamtes in Kraft getreten. Eine Nassauskiesung im Bereich Entenpfuhl sei nach dieser Wasserschutzgebietsverordnung unzulässig, schließt Baumann seine Antwort.

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Born kontert schriftlich: „Es war richtig, den Entenpfuhl in den Landtag zu bringen, denn nun haben wir es schwarz auf weiß: Die Grün-geführte Landesregierung macht nichts und dreht sich seit Jahren einfach nur im Kreis. Es handelt sich um Staatswald und das Land könnte ihn schützen, indem es endlich den Pachtvertrag mit dem Kiesunternehmen kündigt. Von der Landesregierung haben wir da nichts zu erwarten. Für mich gilt: Der Entenpfuhl-Wald dient der Erholung und dem Arten-, Klima-, Immissions- und Bodenschutz. Waldschützen ist Pflicht. Es ist bedrückend, wie wurscht der Landesregierung und insbesondere dem Umweltministerium diese Pflicht ist“, schreibt uns Born. jüg

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