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Das neue Schloss unseres „Kurfürsten“

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Zum Polizeistandort auf dem Areal der ehemaligen US-Kaserne Campbell Barracks in Heidelberg wird uns geschrieben:

Sie werden sicher fragen: „Was will der?“ Es gibt doch keinen Kurfürsten mehr. Richtig, einen ererbten gibt es seit vielen Jahren nicht mehr, aber es gibt einen gewählten, auch wenn er nur von seinen „Gaufürsten“ gewählt wurde. Der heute amtierende „Kurfürst“ sitzt wie schon sein Vorgänger in Heidelberg. Er ist „Herrscher über die neue Kurpfalz“ von Weinheim bis Sinsheim. Er herrscht nicht über die freien Städte Mannheim und Heidelberg. Wie im Mittelalter entziehen sich die Städte der Macht des „Kurfürsten“ und haben eigene Räte.

Auch die kleineren Städte und Gemeinden haben Räte und „Gaufürsten“, die heißen heute Bürgermeister. Die haben den „Kurfürsten“ gewählt, denn der wird nicht mehr von den Bürgern bestimmt, sondern von der Versammlung im „Kurfürsten“-Kreis. Damit muss sich der „Kurfürst“ nicht einmal mehr vor den Wahlen vor dem gemeinen Volk rechtfertigen. Keiner weiß, für wen oder ob er in seiner „Arbeitszeit“ überhaupt etwas Sinnvolles tut. Er muss sich nur das Wohlwollen seiner „Gaufürsten“ sichern und das geht, indem man dem alten Spruch folgt – gibst du mir, gebe ich dir!

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So hat der „Kurfürst“ schon vor Jahren die Zustimmung dazu bekommen, das Polizeipräsidium in Heidelberg zu kaufen. Es soll mit Nebenkosten weit mehr als 35 Millionen (Kaufpreis) kosten. Der Umbau und der Neubau, so wurde noch vor einigen Jahren geschätzt, soll noch mal 70 Millionen Euro kosten. Geschätzt! Wie bei allem, was die öffentliche Hand macht, reicht das nie. Wie immer wurde sicher auch da ein wesentlich kleinerer Betrag eingestellt, damit es durchgewunken werden kann und wenn es dann mehr kostet, gibt es da sicher Gründe, die nicht vorauszusehen waren. Nun, wer zahlt wie immer? Alle Bürger aus dem Kurpfalzkreis mit der Kreisumlage. Das geht ganz einfach, das beschließt die Kurpfalzkreisversammlung! Die Bürger haben da nicht mitzureden, sondern nur zu bezahlen.

Warum baut der „Kurfürst“ das neue Schloss im teuren Heidelberg? Die Antwort, die mir spontan einfällt, ist, weil er „altbacken“ ist. Das zeigt auch, wie seine Einstellung zum Ausbau des Glasfasernetzes in seinem Herrschaftsbereich ist. Der Ausbau ist schlechter als in vielen Entwicklungsländern. Er geht in die Stadt, wo der Glasfaserausbau viel besser ist, als in seinem Herrschaftsbereich. Glasfaser das braucht der „Kurfürst“ nicht. Er sammelt seine Beamten wie eh und je um sich in seinem Schloss. Das neue Schloss (ich finde es hässlich) steht nicht einmal in seinem Herrschaftsbereich, sondern in einer freien Stadt, wo auch seine „Vorgänger“ ihre Residenz hatten, ist doch sicherlich standesgemäß. Wer von uns, dem gewöhnlichen Volk, will sich da einmischen oder das etwa in Frage stellen. Ein „Kurfürst“ hat das Recht auf ein repräsentatives Schloss! Das haben wir zu akzeptieren! (Und zu bezahlen).

Wilfried Windisch, Ketsch

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