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Hockenheimring - Die Dauerbeschallung durch einige Privatfahrer und Motorsportclubs ist nicht hinzunehmen / Unerträgliche Zustände Regiert Geld eben doch die Welt?

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Zum Artikel „Ring-Betrieb hält Lärmgrenzwerte ein“ vom 16. Juli) wird uns geschrieben: An vielen Positionen im politischen Spektrum erkennen wir Gewissenskonflikte der von uns gewählten Volksvertreter, die weitere Ämter innehaben, die eventuell im totalen Kontrast zum Bürgerwillen stehen – hier zum Beispiel zur Lärmreduktion am Ring.

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Wobei ich bei Lärmreduktion mit einem Integral aus Lärmpegel und Dauer, wie dies vor circa zehn Jahren der Fall war, schon sehr glücklich wäre. Damals gab es einige richtig laute Großveranstaltungen (Rennen und Konzerte) und ein paar Testfahrten der Autoindustrie. In der Summe (Mittelungspegel) haben wir heute deutlich mehr Lärm als damals, weil die Spitzen zwar etwas geringer ausfallen, die Dauer aber um ein Vielfaches angestiegen ist.

Damals haben Zehntausende Zuschauer die gewünschten Einnahmen in wenigen Tagen generiert. Heute werden durch wenige Freizeitrennfahrer an vielen Tagen tausende unfreiwillige Zuhörer genervt.

Wenn ich noch einmal den Erfolg der Stadt Hockenheim im Streitfall um den Lärm der Deutschen Bahn betrachte, so stelle ich fest, dass dieser Lärm quasi als unerwünschtes Abfallprodukt durch Transportleistungen (Personen und Güter) im Sinne der Allgemeinheit entsteht. Auch hier waren die Lärmgrenzwerte sicher einmal im grünen Bereich, um den Artikel noch einmal zu zitieren. Die Bahn wird zu technischen Nachbesserungen aufgefordert, was natürlich zu begrüßen ist.

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Im Blick auf die Rennstrecke wird Lärm bewusst erzeugt. Vermutlich, um das Adrenalin der Fahrer und vielleicht ganz weniger Zuschauer zu steigern. Hier Forderungen nach schallmindernden Maßnahmen an den Fahrzeugen zu stellen, könnten das Interesse der Fahrer und damit die Einnahmen senken.

In allen mir bekannten Kommunen gelten am Wochenende (Sonn- und Feiertag) klare private Lärmbeschränkungen. Zum Beispiel das Verbot der Nutzung von Rasenmähern. Als denkbaren Kompromiss um die Lebensqualität der Hockenheimer, aber auch der umliegenden Gemeinden wieder auf ein erträgliches Niveau zu bringen, empfehle ich private Rennfahrten (Touristenfahrten und Motorsportclubs) wenigstens an Sonn- und Feiertagen keine Fahrerlaubnis auf der Rennstrecke zu erteilen, wenn deren Fahrzeuge erheblich lauter als normale Straßenfahrzeuge sind.

Ralf Lackner, Oftersheim

Das ist nicht mehr hinnehmbar

Eines vorab: Ich bin ein gebürtiger Hockenheimer und lehne den Ring nicht ab. Als Kind begann für uns der Frühling, wenn Renngeräusche zu hören waren. Auch die Veranstaltungen, die in der Vergangenheit stattfanden, wurden klaglos akzeptiert. Doch was sich in diesem Jahr auf dem Motodrom abspielt, ist so nicht mehr hinnehmbar.

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In einem Zeitungsartikel nahmen die Verantwortlichen Stellung. Die Aussage, dass es 2020 so ruhig wie nie gewesen wäre, entbehrt nicht einem gewissen Zynismus. Die Corona-Zeit mit dem Jetztzustand zu vergleichen, empfinde ich als unverschämt. Der Hinweis auf ein Lärmgutachten erinnert mich an den Ausspruch Winston Churchills, der einmal sagte: Traue nie einer Statistik (oder Gutachten), die du nicht selbst gefälscht hast. Ich will damit nicht sagen, dass der Gutachter geschwindelt hat, aber je nachdem wie die Windverhältnisse den Lärm in die eine oder andere Richtung trägt, sind solche Untersuchungen wenig aussagekräftig.

Alles würde sich im gesetzlichen Rahmen bewegen. Kann sein, dann wünsche ich den Verantwortlichen, dass ihr Nachbar von morgens um acht bis abends um acht direkt neben ihrem Grundstück den Rasen mäht – möglichst sieben Tage lang. Fakt ist, dass keine Belästigung mehr vorliegt, sondern fast schon eine Körperverletzung. Als Naherholungsgebiet scheidet der Hockenheimer Wald sowieso aus, denn das Dröhnen der Motoren und Quietschen der Reifen ist kilometerweit zu hören. Lärm ist eine Emission, die sich gesundheitlich auswirken kann.

Unverständlich, dass zur Befriedigung einiger Privatfahrer und kleiner Motorsportclubs die große Mehrheit leiden muss. Zusammen mit dem ständigen Rauschen der Autobahn, die bis zum heutigen Tag nicht mit einer Lärmschutzwand ausgestattet ist, die den Namen verdient, summiert sich das Ganze über das Maß des Erträglichen. Ich würde mich freuen, wenn wieder normale Veranstaltungen, Konzerte und Rennen stattfinden. Aber auf die Dauerbeschallung kann ich verzichten.

Hans Schimmel, Hockenheim

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